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Diamond Age - Die Grenzwelt Roman von Stephenson, Neal (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.05.2014
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Diamond Age - Die Grenzwelt

Jahrzehnte in der Zukunft, im diamantenen Zeitalter. Der geniale Nanotechniker John Percival Hackworth erhält den Auftrag, die 'Illustrierte Fibel für die junge Dame' zu entwickeln, einen Supercomputer in Form eines Nanobuchs, mit dem ein mächtiger Großindustrieller seine Enkeltochter erziehen möchte. Dieses elektronische Benimmbuch, das Mutter, Kindermädchen und Schule ersetzt, ist der herrschenden Klasse vorbehalten. Doch Hackworth hat eine illegale Kopie des Buches angefertigt, die Nell, einem Mädchen aus der Unterschicht von Shanghai, in die Hände fällt. Als sich Nell in das in der Fibel verborgene Informationsnetzwerk einloggt, beginnt sich nicht nur ihr Leben für immer zu verändern ...

Neal Stephenson gilt seit seinem frühen Roman "Snow Crash" als eines der größten Genies der amerikanischen Gegenwartsliteratur. "Cryptonomicon", seine Barock-Trilogie sowie "Anathem", "Error", "Amalthea" und sein jüngstes, mit Nicole Galland zusammen geschriebenes Werk "Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O." sind internationale Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 15.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641146825
    Verlag: Goldmann
    Größe: 2948 kBytes
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Diamond Age - Die Grenzwelt

"Glauben Sie, dieses Buch enthält gestohlene Technologie?"

"Das Opfer arbeitet in der Abteilung Sonderprojekte von Maschine-Phase Systems. Er ist ein Artifex."

"Interessant", sagte Richter Fang.

"Würde sich eine weitere Untersuchung lohnen?"

Richter Fang dachte einen Moment darüber nach, während er sich die Finger gründlich an einer frischen Serviette abwischte.

"Unbedingt", sagte er.

Hackworth überreicht Lord Finkle-McGraw die Fibel.

"Entsprechen der Einband und dergleichen Ihren Vorstellungen?" sagte Hackworth.

"O ja", sagte Lord Finkle-McGraw. "Wenn ich es mit Staub bedeckt in einem Antiquariat sehen würde, würde ich keinen zweiten Blick darauf werden."

"Denn wenn Sie mit irgendwelchen Einzelheiten nicht zufrieden sind", sagte Hackworth, "könnte ich es neu kompilieren." Er war von der verzweifelten Hoffnung beseelt hergekommen, Finkle-McGraw könnte irgendwelche Einwände haben; damit hätte er die Möglichkeit bekommen, Fiona eine zweite Kopie zu ziehen. Aber bis jetzt war der Lord ungewöhnlich zufrieden gewesen.

Er blätterte das Buch immer wieder durch und wartete darauf, daß etwas passieren würde.

"Es ist unwahrscheinlich, daß es im Augenblick etwas Interessantes tun wird", sagte Hackworth. "Es wird sich erst aktivieren, wenn es eine Verbindung herstellt."

"Eine Verbindung herstellt?"

"Wie wir besprochen hatten, sieht und hört es alles in seiner Umgebung", sagte Hackworth. "Im Augenblick sucht es nach einem kleinen Mädchen. Sobald ein Mädchen es nimmt und zum erstenmal den Einband aufschlägt, speichert es das Bild und die Stimme dieses Mädchens – "

"Stellt eine Verbindung mit ihr her. Ja, ich verstehe."

"Von da an wird es alle Ereignisse und Personen in Relation zu diesem Mädchen sehen und sie als Markstein benutzen, von dem aus es ein psychologisches Terrain kartographiert. Die Wartung dieses Terrains ist eine Hauptaufgabe des Buches. Jedesmal, wenn das Kind das Buch benutzt, wird das Buch aus seinem Datenspeicher heraus eine Art dynamische Anpassung an das spezielle Terrain des Mädchens vornehmen."

"Sie meinen die Datenbank der Folklore."

Hackworth zögerte. "Verzeihung, Sir, aber nicht unbedingt. Folklore besteht aus gewissen universellen Grundgedanken, die jeweilige Kulturen für sich eingerichtet haben. Beispielsweise gibt es in vielen Kulturen die Figur eines Listenreichen, daher darf man die Figur des Listenreichen als allgemeingültig betrachten; aber er erscheint in verschiedenen Verkleidungen, jeweils auf den speziellen kulturellen Hintergrund zugeschnitten. Die Indianer des amerikanischen Südwesten nannten ihn Kojote, die an der Pazifikküste Rabe. Europäer nannten ihn Reineke Fuchs. Afroamerikaner nennen ihn Bruder Kaninchen. In der Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts taucht er anfänglich als Bugs Bunny auf, später als der Hacker."

Finkle-McGraw kicherte. "In meiner Jugend hatte dieses Wort eine doppelte Bedeutung. Es konnte für einen listenreichen Schurken stehen, der in bestehende Systeme eindrang, aber auch für einen besonders geschickten Programmierer."

"Diese Doppeldeutigkeit ist in postneolithischen Kulturen weit verbreitet", sagte Hackworth. "Als die Technologie zunehmend an Bedeutung gewann, machte die Figur des Listenreichen eine charakterliche Veränderung durch und wurde zum Gott des Handwerks – der Technologie, wenn Sie so wollen –, während die zugrun

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