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Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun Roman von Orgel, T. S. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.10.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun

Magie ist ein gefährliches Spiel ... Einst war es der Nabel der Welt, doch nun steht es vor dem Niedergang: das Kaiserreich Berun, gegründet auf die Schlagkraft seiner Heere und den unerbittlichen Kampf gegen die Magie des Blausteins. Als Beruns Macht schwindet, kreuzen sich die Pfade dreier Menschen - ein Mädchen, ein Schwertkämpfer und ein Spion. Keiner von ihnen ahnt, wie unauflöslich ihr Schicksal mit der Zukunft von Berun verwoben ist. Das Zeitalter der Blausteinkriege ist angebrochen ... Hinter dem Pseudonym T. S. Orgel stehen die beiden Brüder Tom und Stephan Orgel. In einem anderen Leben sind sie als Grafikdesigner und Werbetexter beziehungsweise Verlagskaufmann beschäftigt, doch wenn beide zur Feder greifen, geht es in fantastische Welten. Nach einer Reihe von Kurzgeschichten und elektronischen Veröffentlichungen erschien 2012 ihr erster gemeinsamer Roman "Orks vs. Zwerge", für den sie im Oktober 2013 den Deutschen Phantastik Preis für das beste deutschsprachige Debüt erhielten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 12.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641168858
    Verlag: Heyne
    Serie: Die Blausteinkriege Bd.1
    Größe: 2029 kBytes
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Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun

PROLOG

FÄDEN

L ebrec kauerte hinter dem Stamm des Waldriesen und wartete auf den Tod. Der Regen prasselte auf die fleischigen, dunkelgrünen Blätter des Dickichts, das den gewaltigen Baum umgab. Der würzige Geruch des Waldbodens, der Duft von verborgenen Blüten, von Fäulnis, Schimmel und Harz hing schwer in der Luft und überdeckte beinahe den metallischen Gestank des Bluts. Das Wasser rann in schmalen Bächen die rissige Rinde herab, durchtränkte sein Hemd und sorgte dafür, dass sich die Blutflecke ausbreiteten und den hellblauen Stoff langsam violett färbten. Es war jedoch nicht sein Blut, sondern das seines Bruders. Batizor lag neben ihm an den Stamm gelehnt im schwarzen Schlamm, und in seinen offenen Augen sammelte sich das Regenwasser, ehe es wie Tränen über seine Wangen rann und in die Pfütze unter ihm tropfte. Der Blutschwall aus seiner Halswunde war inzwischen zu einem dünnen Rinnsal geworden, und sein Brustkorb bewegte sich nicht mehr. Lebrec wagte es nicht, ihn zu berühren. Batizor mochte tot sein, doch sein Geist war sicher noch da, und Lebrec hatte nicht vor, sich von ihm verhexen zu lassen.

Er schielte nach oben. Der feine, blausilberne Faden hing noch immer über ihnen, sichtbar nur wegen der Regentropfen, die an ihm schimmerten - und den Blutstropfen dazwischen. Vielleicht war es auch die bittere Ironie, die ihm die Tränen in die Augen trieb. Batizor, dessen Talent dafür gesorgt hatte, dass sie das Dickicht des Waldes ungehindert d urchqueren konnten, war gestorben, weil er den Fangfade n von Ralld-Spinnen übersehen und sich daran den Hals aufgeschlitzt hatte. Schon bald würden die Ralld kommen, handlange schwarze Spinnentiere in glänzenden schwarzblauen Panzern. Sie würden sich in das Fleisch seines Bruders graben, und während der Körper langsam erkaltete, würden die Insekten ihre Eier darin ablegen und ein neues Nest gründen. Ralld waren die Totengräber dieses Waldes - und wie so viele Kreaturen aus den Sümpfen des Macouban überließen sie den Tod nicht dem Zufall, sondern sorgten selbst dafür, dass es immer reichlich davon gab.

Er durfte hier nicht sitzen bleiben. Doch wohin sollte er jetzt fliehen? Um ihn herum ragten die gewaltigen Stämme der Waldriesen auf. Ein Gewirr aus Luftwurzeln verwandelt e den sumpfigen Boden in jede Richtung in ein Labyrinth, und das dichte Blätterdach tauchte alles in ewiges Halbdunkel. Dunstfetzen hingen wie Nebel im Geäst und ließen das Licht noch unwirklicher erscheinen. Lebrec strengte sich an, über dem monotonen Rauschen des Regens irgendwas zu hören, doch der Wald blieb so still, wie der Regen wald des Macouban es eben war. Nein, stiller. Zu still. Noch jemand war hie r draußen. Waren seine Verfolger so nahe?

Schließlich gelang es Lebrec, die Starre abzuschütteln. Schniefend schob er sich die langen schwarzen Haare aus dem Gesicht und band sein goldgelbes Kopftuch neu. Es wies ihn als Läufer seines Dorfs aus, als Boten und Blausteinsammler, und Lebrec wäre genauso wenig auf den Gedanken gekommen, das auffällige Tuch abzulegen, wie er eines seiner Beine abgelegt hätte. Er war Läufer, und laufen würde er. Auch wenn es jetzt, ohne Batizors Talent, weitaus schwieriger werden würde.

Er zog das geschwungene Messer aus dem Gürtel und fischte mit dessen Hilfe das lederne Band aus Batizors Kragen, peinlich darauf bedacht, den Toten keinesfalls zu berühren. Schließlich griff die Klinge, und er durchtrennte den nassen Riemen mit einem kräftigen Ruck, um den Anhänger aus dem blutigen Hemd zu ziehen. Auf keinen Fall würde er zulassen, dass Batizors Amulett hier zurückblieb und am Ende in die Hände jener fiel, die ihn verfolgten. Er wischte eine blutige Schliere von dem blauen, reich mit O rnamenten beschnitzten Stein. Dann verknotete er den Rie men wieder und hängte sich das Stück Blaustein um den Hals.

"Verzeih mir, Bruder", murmelte er. "Das Meer wird dich holen, und ich

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