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Die Blausteinkriege 2 - Sturm aus dem Süden Roman von Orgel, T. S. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.10.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Blausteinkriege 2 - Sturm aus dem Süden

FÜRCHTE DIE MACHT DES BLAUSTEINS Das Kaiserreich Berun ist in seinen Grundfesten erschüttert. Am Hof regieren Intriganten, der Kaiser ist schwach, und im Süden probt das Protektorat Macouban den Aufstand. In diesen Wirren schlägt die Stunde ungewöhnlicher Helden. Der Schwertmann Marten, die Spionin Sara und der in Ungnade gefallene Danil machen eine Entdeckung, die ihr Schicksal und das von Berun ins Ungewisse stürzen wird. Denn ihr wahrer Feind gibt sich jetzt zu erkennen. Zwei dunkle Schiffe kreuzen vor den Küsten des Südens ... Das neue, gewaltige Epos der preisgekrönten Autoren Tom & Stephan Orgel Hinter dem Pseudonym T. S. Orgel stehen die beiden Brüder Tom und Stephan Orgel. In einem anderen Leben sind sie als Grafikdesigner und Werbetexter beziehungsweise Verlagskaufmann beschäftigt, doch wenn beide zur Feder greifen, geht es in fantastische Welten. Nach einer Reihe von Kurzgeschichten und elektronischen Veröffentlichungen erschien 2012 ihr erster gemeinsamer Roman "Orks vs. Zwerge", für den sie im Oktober 2013 den Deutschen Phantastik Preis für das beste deutschsprachige Debüt erhielten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 640
    Erscheinungsdatum: 11.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641170998
    Verlag: Heyne
    Serie: Die Blausteinkriege Bd.2
    Größe: 1521 kBytes
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Die Blausteinkriege 2 - Sturm aus dem Süden

PROLOG

HUACOUN

N ebel lag über dem Wasser, blaugrau und bleich wie der Bauch eines Fisches. Der Sturm der vergangenen Nacht hatte die Luft merklich abgekühlt, und die Frische zog die weißen Schwaden aus dem warmen Meer, das in trägen Wellen gegen die Bordwand schwappte. Die Boote waren schon vor Sonnenaufgang hinausgefahren und hatten die Netze ausgeworfen. Gewichte aus geschliffenem Kalkstein zogen die riesigen Geflechte aus Weciak -Seide hinunter auf den Grund der flachen Küstenlagune, während große, ausgehöhlte Rotkürbisse die oberen Ränder der Netze an der Oberfläche hielten. Jetzt blieb den Fischern nichts anderes, als zu warten.

Ibril lag im Bug des flachen Boots und blinzelte müde auf die silbernen Fische hinab, die im Lichtschein der Blausteinlaterne standen und träge mit den Flossen wedelten. Es waren lediglich Loriss, bitter schmeckende Begleitfischchen, die auf ein paar Brocken Köder aus dem Boot hofften und von den Fischern nichts zu befürchten hatten. Niemand aß Loriss. Sie schmeckten nach dem, was sie fraßen, und das war in den seltensten Fällen appetitlich oder auch nur frisch. Das hypnotische Wedeln der Flossen zusammen mit dem dumpfen Gluck ern des Wassers unter dem Boot schläferte den jungen Met is nur noch mehr ein. Er hatte am Abend mehr getrunken, als gut für ihn war, doch für die Fischer um den alten Ambebe war das Neujahrsfest noch lange kein Grund, einen guten Fangtag auf dem Meer zu verpassen. Regenfreie Tage, an denen man sich auf die Wellen hinauswagen konnte, waren in der Sturmsaison selten und das Wasser zu dieser Zeit fischr eich wie nie. Also lag Ibril auf seinem Platz im Boot des Alt en, kämpfte gegen die Übelkeit und verfluchte stumm das Bier, seinen trockenen Mund, sein Schicksal im Allgemeinen und seinen sturen Großvater im Besonderen. Es würde nicht mehr lange dauern, bis die Sonne über den Horizont geklettert war und die Nebel schmolzen. Dann begann die eigentliche A rbeit: das Einholen der Netze, die hoffentlich prall gefüllt waren. Ibril schloss sie in seinen Fluch ein. Weciak -Seide war nahezu nicht zu zerreißen, dafür biss sie in die Finger und hinterließ Schnitte, in denen das Salzwasser brannte. Immerhin - wenn es ihnen heute gelang, eine Schule goldschimmernder Cabrecas oder grünflossiger Balemar zu fangen, würde er den Rest der Woche wenig zu tun haben, außer seine Finger zu pflegen und das Netz zu flicken, während die Frauen die Fische ausnahmen und über Trockengestelle hängten oder sie in Lake und Salzfässer packten. Fisch brachte zurzeit gute Preise. Der Fürst hatte in der Festung eine Menge Mäuler zu stopfen, und wenn die Gerüchte stimmten, bereitete sich Gostin auf eine Belagerung vor. "Das kommt davon, wenn man sich von Berun lossagt", hatte Ambebe düster gemurmelt. "Die Herren im Norden werden das nicht dulden. Sie werden die Festung zurückhaben wollen. Krieg liegt in der Luft, sage ich euch."

Aus Ibrils Sicht lag nur der Gestank des Ködereimers in der Luft. Er grunzte und stemmte sich hoch. Die Nebelschwaden drifteten auseinander und gaben für einen Moment den Blick auf die hoch aufragenden, bleichen Kalkfelsen frei. Der Himmel über ihnen begann, sich rosa zu verfärben, und die ersten Sonnenstrahlen tauchten ihre Kronen aus dunklem Dschungelgrün bereits hier und dort in goldenes Licht. Die Fischer der Metis bewegten sich nie aus der Sichtweite des Ufers. Die offene See gehörte den Göttern und ihrem Hofstaat aus Ertrunkenen, und das galt auch für alles andere, was dort draußen schwamm. Kein Metis wagte sich hinaus in ihr Reich. Es war nie eine gute Idee, die Götter auf sich aufmerksam zu machen.

Ein Schwarm Skellinge kam auf aschgrauen Flügeln vom Land aus herüber, das scharfe Wispern ihrer Schwingen das einzige Geräusch in der Stille über dem Meer. Der vertrocknete alte Fischer am Heck des Boots richtete sich auf. Bislang hatte er

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