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Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland Roman von Henry, Christina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2020
  • Verlag: Penhaligon
eBook (ePUB)
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Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland

Unglaublich packend: Diese düstere Neuerzählung von "Alice im Wunderland" wird Ihnen den Schlaf rauben. Seit zehn Jahren ist Alice in einem düsteren Hospital gefangen. Alle halten sie für verrückt, während sie selbst sich an nichts erinnert. Weder, warum sie sich an diesem grausamen Ort befindet, noch, warum sie jede Nacht Albträume von einem Mann mit Kaninchenohren quälen. Als ein Feuer im Hospital ausbricht, gelingt Alice endlich die Flucht. An ihrer Seite ist ihr einziger Freund: Hatcher, der geisteskranke Axtmörder aus der Nachbarzelle. Doch nicht nur Alice und Hatcher sind frei. Ein dunkles Wesen, das in den Tiefen des Irrenhauses eingesperrt war, ist ebenfalls entkommen und jagt die beiden. Erst wenn Alice dieses Ungeheuer besiegt, wird sie die Wahrheit über sich herausfinden - und was das weiße Kaninchen ihr angetan hat ... Nichts für schwache Nerven: Henrys Neuerzählung von "Alice im Wunderland" ist brutal - gleichzeitig aber unglaublich packend. Alle Bücher von Christina Henry: Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland Die Chroniken von Alice - Die Schwarze Königin Die Chroniken von Peter Pan - Albtraum im Nimmerland (Frühjahr 21) Die Chroniken der Meerjungfrau - Der Fluch der Wellen (Herbst 21) Die Chroniken von Rotkäppchen - Allein im tiefen, tiefen Wald (Frühjahr 22) Die Amerikanerin Christina Henry ist als Fantasyautorin bekannt für ihre finsteren Neuerzählungen von literarischen Klassikern wie "Alice im Wunderland", "Peter Pan" oder "Die kleine Meerjungfrau" sowie für ihre Bestsellerreihe "Black Wings". Christina Henry liebt Langstreckenläufe, Bücher sowie Samurai- und Zombiefilme. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Chicago.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 31.01.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641256333
    Verlag: Penhaligon
    Originaltitel: Alice (The Chronicles of Alice)
    Größe: 1642 kBytes
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Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland

KAPITEL

1

Wenn sie sich auf die Zehenspitzen stellte, sich bis ganz nach oben streckte, die Wange an die Wand legte und den Kopf nach links drehte, konnte sie durch die Gitterstäbe gerade so den Rand des Monds sehen. Eine Scheibe Käse, eine Scheibe Kuchen, eine Tasse Tee, um der Höflichkeit Genüge zu tun. Einmal hatte ihr jemand eine Tasse Tee angeboten, jemand mit blaugrünen Augen und langen Ohren. Komisch, dass sie sich nicht an sein Gesicht erinnern konnte. Dieser Teil ihrer Erinnerung war neblig, wie in Rauch gehüllt, abgesehen von den Augen und Ohren. Und die Ohren waren lang und pelzig gewesen.

Als man sie gefunden hatte, hatte sie nichts anderes gesagt als: "Das Kaninchen. Das Kaninchen. Das Kaninchen." Wieder und wieder. Immer wieder. Und jedes Mal wurde sie für verrückt erklärt. Alice wusste, dass sie nicht verrückt war. Vielleicht. Nicht richtig. Doch die Pulver, die sie ihr gaben, machten die ganze Welt unscharf und schräg, und manchmal fühlte sie sich tatsächlich verrückt.

Alles war genau so passiert, wie sie es erzählte hatte, als sie wieder mehr sagen konnte als nur "das Kaninchen". Dor und sie waren zu Dors Geburtstag in die Alte Stadt gegangen. Sechzehnter Geburtstag. Sechzehn Kerzen auf deinem Kuchen, eine Scheibe Kuchen und eine Tasse Tee für dich, meine Liebe. Sie waren beide hineingegangen, doch nur Alice war wieder herausgekommen. Zwei Wochen später war sie blutüberströmt wieder aufgetaucht und hatte von Tee und einem Kaninchen gefaselt und ein Kleid getragen, das nicht ihres war. Rot lief es an den Innenseiten ihrer Beine entlang, und blau waren die Flecken an ihren Oberschenkeln, wo Finger sie gepackt hatten.

Ihre Hand berührte unwillkürlich ihre linke Wange und befühlte die lange, wulstige Narbe, die vom Haaransatz am Wangenknochen entlang bis zu ihrer Oberlippe verlief. Ihr Gesicht war aufgerissen gewesen, als man sie gefunden hatte, und sie hatte nicht sagen können, wie das geschehen war oder warum. Es war eine ganze Weile aufgerissen geblieben, das Blut, das aus der Wunde quoll, wurde schwarz und brackig und die Haut an den Wundrändern rissig. Die Ärzte sagten ihren Eltern, sie hätten ihr Bestes gegeben, aber ihre frühere Schönheit würde sie nie zurückbekommen.

Ihre Schwester sagte, sie sei selbst schuld. Hätte sie sich von der Alten Stadt ferngehalten, wie es ihr immer gesagt worden sei, dann wäre nichts von dem je geschehen. Sie lebten nicht ohne Grund in der Neuen Stadt, diesem Ring aus schönen, glänzenden Gebäuden, der die Alte Stadt umgab. Die Alte Stadt war nicht für Leute wie sie. Sie war für den Abschaum, für das, was man wegwarf. Alle Kinder wurden vor den Gefahren gewarnt, die ihnen drohten, wenn sie sich in die Alte Stadt wagten. Alice gehörte dort nicht hin.

Das Krankenhaus, in dem Alice die letzten zehn Jahre gelebt hatte, stand in der Alten Stadt, also hatte ihre Schwester unrecht gehabt. Alice gehörte sehr wohl dorthin.

Manchmal besuchten ihre Eltern sie, pflichtschuldig; sie rümpften die Nasen, als rieche sie irgendwie schlecht, sogar dann, wenn die Pfleger sie vorher nach draußen gezerrt und ihr ein Bad verpasst hatten. Sie hasste die Bäder. Sie waren eiskalt und bedeuteten raues Schrubben, und nie wurde ihr erlaubt, sich selbst zu waschen. Wenn sie sich wehrte oder schrie, bekam sie eins mit der Badebürste übergezogen oder wurde so fest gekniffen, dass ein Abdruck zurückblieb, immer an einer Stelle, an der man es nicht sehen konnte, an der Unterseite ihrer Brust oder am weichen Teil ihres Bauchs, immer mit dem Versprechen, dass "da, wo das herkommt, noch mehr ist", wenn sie sich nicht benehme.

In letzter Zeit kamen ihre Eltern nicht mehr so oft zu Besuch. Alice wusste nicht mehr genau, wann sie zum letzten Mal da gewesen waren, aber sie wusste, dass es schon lange her war. In ihrem Zim

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