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Die Chroniken von Elexandale Die Rückkehr von Tollot, Janine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.12.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Die Chroniken von Elexandale

Sechzig Jahre sind seit der Zerstörung von Tra Atreb vergangen, und die sieben Völker haben sich in Elexandale wieder angesiedelt. Doch nun dämmert eine weitere Bedrohung über dem Frieden des Landes: Regen, der seit Monaten Tag und Nacht fällt, Ernten zerstört und sogar ganze Siedlungen überschwemmt. Die Leondris sind machtlos dagegen, denn nur die sieben Zauberer können das Wetter beeinflussen. Doch niemand weiß, wo sie sich aufhalten, und wieder ergreift eine dunkle Macht von Nandureen Besitz. Eine Handvoll Menschen bricht auf, um die legendären Sieben Gefährten zu finden, die Elexandale einst vor dem Untergang bewahrten, denn es gehen Gerüchte um, dass sie noch leben und dass man sie in Achalens Wald gesichtet habe. Können sie vielleicht die verschollenen Zauberer finden? Die Fluten des Himmels stoppen? Elexandale ein weiteres Mal retten? Die Schweizerin Janine Tollot wanderte im Jahr 2009 nach Kanada aus, wo sie heute lebt, arbeitet und schreibt. Die beiden Teile der Chroniken von Elexandale entstanden in den Jahren 2004 bis 2015 und sind ihr Herzensprojekt. Besuchen Sie die Autorin unter www.janinetollot.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 22.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743147010
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 2819 kBytes
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Die Chroniken von Elexandale

PROLOG

Arad atmete tief ein und aus, darauf konzentriert, die Haltung zu wahren. Er hatte Angst. Angst vor den Menschen, die alle verzweifelt und dennoch mit einer vagen Hoffnung zu ihm herauf starren würden. Und er hatte Angst vor dem Himmel.

Arads Blick haftete auf dem olivgrünen Vorhang. Eine Masse aus tausenden von Menschen wartete dahinter auf ihn. Was sollte er ihnen bloß sagen?

Langsam und zitternd hob er die vom langen Leben geprägte Hand und zog den Vorhang zurück. Sein Balkon, von dem er schon so oft zu den Völkern gesprochen hatte, war der höchste in Nandureen. Von hier oben konnte er über die ganze Stadt sehen, über all die Türme, Brücken und Zitadellen aus weißem Stein. Schlingpflanzen und Rosensträucher wuchsen an den Mauern und Säulen empor, kleideten sie in prächtige Farbenmäntel. Ahornbäume, Pappeln, Eschen und Tannen schmückten die Gassen; Alleen, Blumenbeete und Gemüsegärten füllten die Ecken der Arenen aus. Hier und da sah Arad das Wasser von Springbrünnen in Strahlen heraufschießen.

Der Himmel war trüb, wie er es seit vielen Monaten unablässig war, und dennoch hatte Nandureen seinen Glanz nicht verloren. Noch nicht.

Arad schaute nicht auf die stillschweigende Menge hinab, die auf die Errettung der Welt wartete. Stattdessen verlor er sich in dem Anblick von Anariens Bergen, welche die Stadt des Lichtes vom Norden bis in den Süden wie eine Mauer umgaben. Konnten sie den Mächten und dem Wahnsinn des Himmels standhalten?

Ein Regentropfen platschte auf Arads Nase, fast schmerzlich, und das riss ihn aus seinen erstarrten Gedanken. Er legte den Kopf in den Nacken und starrte die fettleibigen Tropfen an, die auf Elexandale herniederfielen. Er suchte nach einer Botschaft in diesem Wasser, aber es erschien ihm auf unerklärliche Weise leer. Versagten seine Fähigkeiten als Leondri im Alter, oder war mit diesem Regen tatsächlich etwas faul, wie es viele Menschen behaupteten? Er verfluchte den Regen, das Wasser - sein Element -, als er den Blick auf die Menschen richtete. Und dies waren Gedanken, die ihn zutiefst erschreckten. Nie zuvor hatte er sich so hilflos gefühlt. Noch einmal atmete er tief durch und stützte sich auf dem Gemäuer des Balkons ab. "Menschen von Nandureen und aus den Weiten von Elexandale", sprach er mit lauter Stimme, seiner Audienz nicht preisgebend, wie schwach und alt er sich fühlte. "Neun der besten Leondris von Elexandale und ich haben in den letzten sieben Tagen kaum geschlafen. Es war unser letzter Versuch, das Übel des Himmels abzuwenden. Aber wir beherrschen nur die irdischen Gewässer, nicht das Wetter." Der Statthalter von Nandureen hielt inne, wartete. Aber auf was? Auf was warteten er und all diese Menschen da unten? Es bedurfte mehr als nur ein Wunder. "Und das Schlimmste ist", fuhr er fort, diesmal mit leiseren Worten, "dass selbst die Flüsse, Seen und Wasserfälle sich immer weniger dem Willen der Leondris beugen. Sie geben uns das Gefühl, unwürdig zu sein." Arad griff nach seinem Herz, das in der Brust schmerzte. In dem Versuch, den Gefühlen in ihm Worte zu verleihen, sprach der alte Mann eher zu sich selbst als zu seinen Untergebenen. "Ich spüre, wie wir Wassermenschen mehr und mehr unsere Macht über das Wasser verlieren. Und dies hat unweigerlich zur Folge, dass auch all die anderen Völker bedroht sind."

Zum ersten Mal ging Gemurmel und leises Raunen durch die Menschenmasse.

"Was bedeutet das, Herr Arad?", rief eine Mädchenstimme zu ihm herauf.

"Die Bäche, Flüsse und Seen der Leondris werden über die Ufer treten und die Wälder der Ahoras ertränken und die Wege der Ferioes fluten. Die Wüsten der Jechuras werden eines Tages nicht mehr sein. Die Ackerländer von Nandureen und die Wiesen der Mekados werden überschwemmt, Menschen und Tiere werden verhungern. Bis das Süßwasser des Festlandes und die Meere sich zu einer gewaltigen Wassermasse vereinen, die uns Menschen keinen Platz mehr zu leben lassen."

"Wa

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