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Die Chroniken von Maradaine - Die Fehde der Magier von Maresca, Marshall Ryan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.07.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 27.07.2018 per Download lieferbar

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Die Chroniken von Maradaine - Die Fehde der Magier

Satrine Rainey - ehemaliges Straßenkind und Ex-Spionin - muss die Familie allein über Wasser halten, seit ihr Mann verunglückt ist. Mithilfe von gefälschten Dokumenten erschleicht sie sich einen Job als Konstabler. Als Partner wird ihr der Magier Minox Welling, genannt Jinx, zugeteilt. Ihr erster Fall - der rituelle Mord an einem Zirkelmagier - zwingt Satrine dazu, in die Straßen ihrer Kindheit zurückzukehren. Schafft sie es, den Mörder zu entlarven, bevor ihre eigenen Geheimnisse ans Tageslicht kommen?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 479
    Erscheinungsdatum: 27.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556151
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: A Murder of Mages
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Die Chroniken von Maradaine - Die Fehde der Magier

2. Kapitel

Satrine hatte die Ecke von Jent und Tannen seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen. Es war eine andere Zeit gewesen; die Stadt war ausgelaugt von einem fernen Krieg und taumelte am Rande der Hungersnot. Scharen herrenloser Kinder schlugen und schnorrten sich durchs Leben, einsam und elend oder in wilden Banden. Einen Großteil ihrer Kindheit hatte Satrine dieses Schicksal geteilt. Diese Straßenecke war ihr Zuhause gewesen, ihre Familie, ihr Albtraum.

Die Ecke von Jent und Tannen weckte Erinnerungen. Im Kern war es derselbe Ort geblieben - die Gebäude, der Verlauf der Gassen, die Art, wie die Morgensonne in die Straße einfiel. Doch was Satrine als grau und trostlos gekannt hatte, zeigte sich nun als lebendiges und blühendes Geschäftsviertel. Frische Farbe glänzte auf dem Schild der Bäckerei an der Südwestecke. Die Fenster des Mietshauses, in dem sie Unterschlupf gefunden hatte, waren mittlerweile intakt, das Straßenpflaster nicht mehr zerborsten. Die Straßen waren natürlich immer noch viel zu schmal, jetzt, wo sich Dutzende von Kutschen und Tretwagen dort drängten.

Satrine wurde von einem wohligen Gefühl überrascht, als sie etwas Vertrautes erblickte: In Ushmans heißer Kessel hatte sie Kartoffeln, Butter und gesalzenes Schweinefleisch bekommen, was sie in jenen Jahren mehr schlecht als recht ernährt hatte. Das schmiedeeiserne Gatter, in das Heckie Moss mit einem gestohlenen Milchwagen gekracht war, war immer noch verbogen.

Satrine unterdrückte diese Welle Nostalgie. Eine Menschenmenge umlagerte die Einmündung der Gasse zwischen einer Metzgerei - war das einmal die Schenke zum Leeren Krug gewesen? - und einem Barbier. Drei Konstabler auf Streife - junge Anwärter in schäbigen grün-roten Mänteln - schirmten den Zugang ab und ließen niemanden durch.

"Ist das der Ort, an dem unsere Leiche liegt?", wandte Satrine sich an Welling, der während ihres raschen Marsches zum Tatort nachdrücklich geschwiegen hatte.

"Ich würde es für einen erstaunlichen Zufall halten, wenn dem nicht so wäre", antwortete er.

"Ich hätte einfach 'wahrscheinlich' gesagt."

"Das hätten die meisten Leute." Welling zog eine Pfeife aus der Manteltasche. Er ließ ein schrilles Signal ertönen. Die Menge sprang zur Seite, und eine Lücke entstand, durch die sie hindurchgehen konnten. Gehorsam gegenüber der Pfeife eines Knüttels, das war eine neue Erscheinung in diesem Viertel! Die drei Konstabler am Eingang zur Gasse wichen nicht von der Stelle. Sie erinnerten Satrine an das riesige bronzene Standbild vor dem Wachgebäude in Nord-Maradaine: Aufmerksam auf ihrem Posten, einer mit Armbrust, einer mit Laterne, einer mit Schlagstock. Das Einzige, was fehlte, war der Hund.

"Männer", sagte Welling mit einem Nicken, als er und Satrine auf sie zukamen. "Was haben Sie für uns?"

Fast gleichzeitig warfen alle drei Konstabler Satrine einen unbehaglichen Blick zu, bevor der Beamte in der Mitte seine Aufmerksamkeit ganz auf Welling richtete. "Ja, wir haben einen, äh ... Inspektor, wer ist das?"

"Das ist Inspektorin Rainey, Konstabler", gab Welling kurz angebunden zurück.

"Sie ist ..." Der Streifenbeamte wirkte verwirrt, und seine Verwirrung nahm sogar noch zu, als Satrine den Mantel aufschlug und ihre Weste sehen ließ.

"Hier gab es einen Mord, haben wir gehört", sagte Satrine.

"Nun, ja, den gab es. Allerdings ..." Er warf einen Blick über die Schulter zurück in die Gasse und wandte sich dann wieder Welling zu. "Dieser Mord, Inspektor. Er ist, wenn mir die Feststellung gestattet ist, außergewöhnlich grausig anzusehen."

Satrine war nicht in der Stimmung für so was, also nahm sie dem Konstabler die Laterne ab. "Glauben Sie, dass Sie einen grausigen Anblick verkraften können, Inspektor Welling?"

"Ich habe noch nicht zu Mittag gegessen." Er schob den Streifenbeamten mit dem Handrücken zur Seite, und der Mann gab den Weg frei. W

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