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Die Chronolithen Roman von Wilson, Robert Ch. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.07.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Chronolithen

Botschaften aus der Zukunft
Rätselhafte Artefakte erscheinen eines Tages auf der Erde - doch sie stammen nicht von Außerirdischen, sondern von uns selbst, von einer zukünftigen Menschheit, die Botschaften in
die Vergangenheit schickt. Doch was haben diese Botschaften zu bedeuten? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt ...

Robert Charles Wilson, geboren 1953 in Kalifornien, wuchs in Kanada auf und lebt mit seiner Familie in Toronto. Er zählt zu den bedeutendsten Autoren der modernen Science-Fiction. Er hat etliche Romane veröffentlicht, darunter den internationalen Bestseller 'Spin'. Neben zahlreichen Nominierungen wurde er mehrfach für seine Romane ausgezeichnet, unter anderem mit dem Philip K. Dick Award, dem John W. Campbell Award und dem Hugo Award.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 21.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641149246
    Verlag: Heyne
    Größe: 645 kBytes
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Die Chronolithen

1

EINS

Hitch Paley schob sein ramponiertes Daimler-Motorrad über den festgetretenen Sandstrand hinter dem Haat-Thai-Tanzzelt; 1 er hatte mich eingeladen, mich vom Ende einer Epoche zu überzeugen. Nicht nur der meinen. Doch ich mache Hitch keinen Vorwurf.

Es gibt keinen Zufall. Jetzt weiß ich das.

Er kam näher und grinste, was bei Hitch gewöhnlich nichts Gutes verhieß. Er trug, was man als Amerikaner in Thailand in diesem letzten intakten Sommer zu tragen pflegte: Militärshorts und Jesussandalen, ein schlottergroßes Khaki-T-Shirt und ein geblümtes Spandex-Stirnband. Er war ein Mordskerl, ein Ex-Marinesoldat, der sich der hiesigen Lebensweise angepasst hatte, bärtig und mit Bauchansatz. Eine furchteinflößende, fast schon bedrohliche Erscheinung.

Ich wusste genau, dass Hitch die Nacht im Partyzelt verbracht und mit Hasch verschnittene Gewürzplätzchen gefuttert hatte; eine Beamtin des deutschen diplomatischen Korps hatte sie ihm geschenkt und ließ sich damit füttern, bis sie bei Flut mit ihm nach draußen ging, um den Mondschein auf dem Wasser zu bewundern. Hitch wäre besser nicht wach gewesen um diese Stunde, geschweige denn vergnügt.

Auch ich wäre besser nicht wach gewesen.

Nach ein paar Stunden am Lagerfeuer war ich heimgegangen zu Janice, doch geschlafen haben wir nicht. Kaitlin war stark erkältet und Janice hatte den ganzen Abend abwechselnd unsere Tochter beruhigt und es mit lauter daumengroßen Küchenschaben aufgenommen, die in den warmen und fettigen Hohlräumen des Gasherds siedelten. Das und die Hitze der Nacht und die Spannung, die bereits zwischen uns herrschte, machten es wohl unausweichlich, dass wir fast bis Tagesanbruch stritten.

Folglich waren Hitch und ich ganz und gar nicht ausgeschlafen, vielleicht nicht einmal eines klaren Gedankens fähig, obwohl mich die Morgensonne munter stimmte und mich darin bestärkte, eine so strahlend helle Welt müsse auch verlässlich und von Dauer sein. Die Sonne legte Glanz auf das bleierne Wasser der Bucht, ließ die Fischerboote wie Punkte auf dem Radarschirm erscheinen und verhieß einen weiteren wolkenlosen Nachmittag. Der Strand war so breit und flach wie ein Highway, der zu einem namenlosen und vollkommenen Ziel führte.

"Also das Geräusch diese Nacht", nahm Hitch das Gespräch auf, wie meistens ohne jede Einleitung, als wären wir nur kurz getrennt gewesen, "wie von einem Navy-Jet, hast du das gehört?"

Hatte ich. Ich hatte es gegen vier Uhr früh gehört, kurz nachdem Janice wütend zu Bett gegangen war. Kaitlin war endlich eingeschlafen und ich saß allein am vernarbten Linoleumküchentisch vor meinem bitteren Kaffee. Das Radio plauderte leise, ein US-Jazzsender.

Für etwa dreißig Sekunden wurde die Übertragung spröde und sonderbar. Es tat einen Donnerschlag gefolgt von rollenden Echos (Hitchs "Navy-Jet") und knapp darauf ließ eine merkwürdige kalte Brise die eingetopften Bougainvilleas von Janice ans Fenster klopfen. Die Lamellen der Rouleaus hoben sich und fielen in einem leisen Salut; die Türe zu Kaitlins Schlafzimmer trat aus dem Schloss und Kaitlin drehte sich in ihrem netzverhangenen Bettchen und gab einen leisen, traurigen Laut von sich, wachte aber nicht auf.

Es war mehr ein Sommergewitter als ein Navy-Jet, ein aufkeimender oder sterbender Sturm, der vor sich hin murmelte draußen über dem Golf von Bengalen. Nichts Ungewöhnliches zu dieser Jahreszeit.

"Am Duc hat heute früh ein Trupp von Caterfirmen Halt gemacht und das ganze Eis aufgekauft", sagte Hitch. "Waren unterwegs zur Datscha eines Reichen. Soll rich

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