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Die Dämonen vom Ullswater von König, Steffen (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Die Dämonen vom Ullswater

Ein fremdartiges Kristallartefakt und der Hilferuf eines Freundes verschlagen den jungen Londoner Anwalt Alan David Walden im Sommer des Jahres 1894 in die Grafschaft Cumberland. Irgendetwas scheint hier ganz und gar nicht in Ordnung zu sein, denn sein Freund ist verschwunden, ein junges Pärchen wird vermisst und nachts erscheinen seltsame Lichter am Himmel. Zusammen mit einem trinkfesten alten Kauz und einem selbstgefälligen Konstabler stößt er inmitten der Wälder Cumberlands auf ein wahrhaft kosmisches Grauen. Steffen König geboren in Staßfurt, kritzelte bereits in der Schule marsianische Dreibeiner in seine Schulhefte. Er studierte Informatik in der Lausitz und arbeitete während des Studiums als freier Mitarbeiter für die Computermagazine "3D Live", "Amiga Magazin" und "Amiga Plus". Heute lebt er in Heidelberg und schreibt Science-Fiction und Phantastik. Seine erste Kurzgeschichte erschien 2008 in der Anthologie "Das Herz der Dunkelheit" des Sieben Verlags.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 302
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748590774
    Verlag: neobooks Self-Publishing
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Die Dämonen vom Ullswater

2. Das Artefakt

Sophie saß schweigend neben mir, als sich unser Hansom stockend seinen Weg durch das allmorgendliche Verkehrsgetümmel auf der Charing Cross Road bahnte. Ich saß nach vorne geneigt, die Hände auf meinen Spazierstock gestützt, und beobachtete mit wachsender Unruhe die wimmelnde Masse aus Droschken und Menschen, die sich träge durch die staubigen Straßen von London wälzte und ein schnelles Vorankommen unseres Gefährtes verhinderte. Es war einfach lächerlich. Noch vor wenigen Tagen döste ich in meinem Arbeitszimmer übermüdet vor mich hin und zählte die Stunden bis zum Büroschluss. Nun lief mir die Zeit davon. In einer knappen halben Stunde sollte mein Zug von Euston Station aus in Richtung Penrith gehen. Aber meine Reise schien unter keinem guten Stern zu stehen. Schon zu Beginn hatte sich unser Aufbruch um mehrere Minuten verzögert, als es mir nicht gleich gelang, eine unbesetzte Droschke zu ergattern. Zu allem Überfluss war dann auch noch in einer der belebten Seitenstraßen, die zur Gower Street führten, ein Brauereiwagen umgekippt und versperrte mit seinen auslaufenden Fässern nahezu die gesamte Fahrspur. Es schien, als hätte sich an diesem Morgen ganz London gegen mich verschworen. Weitere unangenehme Überraschungen konnten meine angespannten Nerven nicht mehr verkraften.

Plötzlich durchschnitt ein kurzer, lauter Knall den Lärm der Straße. Ein Ruck ging durch unser Cab und die schlagartig einsetzende Beschleunigung drückte uns unsanft in die Polster. Der Kutscher hatte offenbar im Gewühl eine freie Schneise entdeckt und gab dem Pferd die Peitsche. Ich hatte ihm einen großzügigen Bonus versprochen, falls er es schaffen sollte, uns in Rekordzeit zum Bahnhof zu bringen, und es schien ganz so, als wollte er sich diesen nicht entgehen lassen. Das Zugtier, ein schwarzer, kräftiger Hackney, machte einen Satz nach vorne und zog unser leichtes Gefährt wie ein Spielzeug hinter sich her. Das Cab schwang heftig schlingernd herum, schleuderte auf die Gegenspur und kam dabei einer entgegenkommenden Droschke gefährlich nahe. Für einen kurzen Augenblick starrte ich in das schreckerfüllte Gesicht ihres Kutschers, der verzweifelt versuchte, sein Gefährt so schnell wie möglich auf die rechte Straßenseite zu lenken, um eine Kollision mit uns zu vermeiden. Seine Droschke machte einen Satz zur Seite und gewann im allerletzten Moment den nötigen Raum, um uns gefahrenfrei zu passieren. Als dann schließlich unsere beiden Wagen, mit nur wenigen Inches Abstand, aneinander vorbeischrammten, konnte ich hören, wie der von uns in Bedrängnis gebrachte Kutscher in schwerem Cockney-Akzent eine ganze Reihe markerschütternder Flüche zu uns herüberbrüllte. Und Recht hatte er, denn schließlich bezahlte ich den Kerl auf dem Kutschbock nicht dafür, uns ins Jenseits zu befördern, sondern so schnell wie möglich zum Bahnhof zu bringen. Ich wollte gerade mit meinem Stock protestierend an das Dach des Cabs hämmern, als ich bemerkte, dass sich das waghalsige Manöver unseres Chauffeurs offenbar auszahlte. Wir nahmen zügig Fahrt auf und kurze Zeit später eilten wir mit hohem Tempo die Gower Street hinunter. Halbwegs besänftigt lehnte ich mich wieder zurück und sah in Erwartung eines strafenden Blickes zu Sophie hinüber. Doch sie starrte scheinbar geistesabwesend auf die Straße hinaus und schien von der ganzen Aufregung nichts mitbekommen zu haben. Besorgt griff ich nach ihrer Hand, nur um mich zu vergewissern, dass alles mit ihr in Ordnung war. Doch Sophie legte sie wie beiläufig auf den Rand der Cabtür. Es war die unmissverständliche Geste einer Frau, die mir damit zeigen wollte, dass sie offenbar noch immer über die Umstände meines plötzlichen Aufbruches und meinen Entschluss, sie nicht mit nach Penrith zu nehmen, verärgert war. Ich konnte sie verstehen.

In den vergangenen vierundzwanzig Stunden hatten sich die Ereignisse nahezu überschlagen. Am Vortag, kurz nach Erhalt jener ominös

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