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Die Erben von Midkemia 3 Konklave der Schatten von Feist, Raymond (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2016
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Erben von Midkemia 3

Der junge Talon und das Konklave der Schatten haben den skrupellosen Herzog Olasko gestürzt und ihn ins Exil in ein fernes, wildes Land verbannt. Dort muss der frühere Tyrann nun täglich um sein Überleben kämpfen. Er kennt nur noch ein Ziel: Er will zurückkehren und sich an Talon und seinen Verbündeten rächen. Doch während der beschwerlichen Odyssee zurück nach Kaspar beginnt Olasko allmählich, sein Leben mit anderen Augen zu betrachten. Denn er erfährt von einer dunklen Macht, die seine Heimat und ganz Midkemia bedroht ... Raymond Feist wurde 1945 in Los Angeles geboren und lebt in San Diego im Süden Kaliforniens. Viele Jahre lang hat er Rollenspiele und Computerspiele entwickelt. Aus dieser Tätigkeit entstand auch die fantastische Welt seiner Romane: Midkemia. Die in den 80er Jahren begonnene Saga ist ein Klassiker des Fantasy-Genres, und Feist gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Fantasy in der Tradition Tolkiens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 20.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641185770
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 2803 kBytes
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Die Erben von Midkemia 3

Eins

Gefangen

Die Reiter kamen auf ihn zu.

Kaspar, der bis zum Vortag den Titel eines Herzogs von Olasko getragen hatte, wartete und hielt seine Ketten bereit. Augenblicke zuvor hatte ihn ein hoch gewachsener, weißhaariger Magier mit ein paar dürren Abschiedsworten auf dieser staubigen Ebene abgesetzt und war verschwunden, und nun stand der Adlige im Exil einer Gruppe von Nomaden gegenüber, die rasch näher kamen.

Kaspar hatte sich nie so lebendig und stark gefühlt. Er grinste, holte tief Luft und federte leicht in den Knien. Die Reiter schwärmten aus, und Kaspar wusste, dass sie ihn für gefährlich hielten, obwohl er allein und barfuß war und außer den schweren Ketten mit Hand- und Fußfesseln an den Enden keine Waffe hatte.

Die Reiter wurden langsamer. Kaspar zählte sechs von ihnen. Sie waren auf fremdartige Weise gekleidet, in weite, indigoblaue Obergewänder über weißen, weiten Hemden, die in der Taille mit Schnüren gegürtet waren, und Pumphosen, die in schwarzen Lederstiefeln steckten. Dazu trugen sie Turbane, bei denen jeweils an der rechten Seite ein Stück Stoff herunterhing. Kaspar nahm an, dass dieser Schal rasch benutzt werden konnte, um Mund und Nase vor einem Staubsturm zu schützen oder das Gesicht zu verbergen. Die Kleidung kam ihm weniger wie eine Uniform als wie Stammeskleidung vor. Und die Männer hatten diverse tödlich aussehende Waffen dabei.

Der Anführer rief etwas in einer Sprache, die Kaspar nicht verstand, obwohl sie etwas seltsam Vertrautes an sich hatte. Kaspar erwiderte: "Ich nehme an, es besteht keine Chance, dass einer von euch Olaskisch spricht?"

Der Mann, den Kaspar für den Anführer hielt, sagte etwas zu seinen Leuten, machte eine Geste und wartete. Zwei Männer stiegen ab, zogen ihre Waffen und gingen auf Kaspar zu. Ein dritter hinter ihnen nahm eine Lederschnur vom Sattel, mit der er den neuen Gefangenen offenbar fesseln wollte.

Kaspar ließ die Ketten ein Stück sinken und die Schultern hängen, als ergäbe er sich seinem Schicksal. Der Art, wie die Männer sich näherten, entnahm er zweierlei: Das hier waren erfahrene Kämpfer - zähe, sonnenverbrannte Bewohner der Ebenen, die wahrscheinlich in Zelten lebten -, aber sie waren keine ausgebildeten Soldaten. Ein kurzer Blick teilte Kaspar die eine Tatsache mit, die er wissen musste, um zu entscheiden, wie er weiter vorgehen sollte: Keiner der drei Männer, die noch zu Pferd saßen, hatte bisher einen Bogen in der Hand.

Kaspar ließ den Mann mit der Lederschnur näher kommen, und dann trat er im letzten Augenblick zu und traf ihn an der Brust. Dieser Mann war von den dreien, die sich ihm genähert hatten, der ungefährlichste. Kaspar schwang die Ketten, ließ ein Ende davon los, und der Schwertkämpfer rechts von ihm, der geglaubt hatte, außer Reichweite zu sein, wurde von der behelfsmäßigen Waffe im Gesicht getroffen. Der Mann sackte lautlos zu Boden.

Der andere Schwertkämpfer reagierte schnell, hob sein Schwert und schrie etwas - Kaspar hätte nicht sagen können, ob es sich um eine Beleidigung, einen Kriegsruf oder ein Stoßgebet handelte. Der ehemalige Herzog wusste nur, dass er schnell handeln musste. Statt dem Angreifer auszuweichen, warf er sich auf den Mann und stieß fest gegen ihn, während das Schwert des Nomaden ins Leere traf.

Kaspar schob die Schulter in die Achselhöhle des Mannes, und der Schwung des danebengegangenen Schlages trug den Nomaden über Kaspars Schulter hinweg. Kaspar drückte fest mit beiden Armen, und der Mann flog durch die Luft und prallte hart auf den Boden. Der Atem entwich geräuschvoll aus seiner Lunge. Kaspar hielt es sogar für möglich, dass sein Gegner sich das Rückgrat gebrochen hatte.

Nun spürte er mehr, als dass er es sah, wie zwei der Reiter ihre Bögen bereitmachten, also warf er sich nach vorn, überschlug sich und kam mit dem Schwert eines der am Boden liegenden Männer in der Hand wieder auf

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