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Die Ersten ihrer Art Roman von Sturgeon, Theodore (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.06.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Ersten ihrer Art

Etwas vollkommen Neues

Lone ist ein Idiot. Er lebt alleine auf der Straße und weiß zwar, dass er telepathische Fähigkeiten hat, mit denen er anderen Menschen seinen Willen aufzwingen kann, aber so etwas wie ein 'Ich' besitzt er nicht. Sein Leben ändert sich, als er anderen Menschen begegnet, die ebenfalls über spezielle Fähigkeiten verfügen. Langsam erkennen sie, dass sie sich vom Rest der Menschheit fundamental unterscheiden. Sie sind Mitglieder einer neuen Spezies- die ersten ihrer Art ...

Theodore Sturgeon wurde am 26.2.1918 in Staten Island, New York als Edward Hamilton Waldo geboren, doch seine Mutter ließ nach ihrer zweiten Hochzeit seinen Namen in Sturgeon ändern, als er elf Jahre alt war. Neben einer Vielzahl von Jobs, unter anderem als Matrose bei der Handelsmarine und Texter in der Werbebranche, schrieb er Romane und Kurzgeschichten, die er ab 1938 an Zeitschriften verkaufte. Sein bekanntester Roman, 'Die ersten ihrer Art', erschien 1953 und gewann den International Fantasy Award. In den Sechzigerjahren schrieb er Drehbücher für Star Trek, in denen er unter anderem die berühmte vulkanische Grußformel 'Lebe lang und in Frieden' einführte. Er inspirierte mit seinen Texten Autoren wie Harlan Ellison, Samuel Delaney und Ray Bradbury, bevor er am 8. Mai 1985 an Lungenversagen starb.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 30.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641171681
    Verlag: Heyne
    Größe: 472 kBytes
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Die Ersten ihrer Art

Endlich stand ich diesem Doktor Stern gegenüber. Er war gar kein alter Mann. Er schaute von seinem Schreibtisch auf, ließ seinen Blick kurz über mich gehen und nahm einen Bleistift auf. "Setz dich da hin, mein Junge."

Ich blieb stehen, wo ich war, bis er wieder aufblickte. Dann sagte ich: "Was sagen Sie, wenn ein Zwerg hier hereinkommt - setz dich da hin, Kleiner?"

Er legte seinen Bleistift wieder hin und stand auf. Er lächelte. Sein Lächeln war so schnell und so scharf wie seine Augen. "Tut mir Leid", sagte er, "aber woher soll ich wissen, dass du nicht Junge genannt werden willst?"

Das war besser, doch ich ärgerte mich noch immer. "Ich bin fünfzehn, und mir muss das nicht gefallen. Reiben Sie es mir nicht unter die Nase."

Er lächelte wieder und sagte "in Ordnung", und ich setzte mich. "Wie heißt du?"

"Gerard."

"Vorname oder Nachname?"

"Beides", sagte ich.

"Ist das die Wahrheit?"

Ich sagte: "Nein. Und fragen Sie mich auch nicht, wo ich wohne."

Er nahm seinen Bleistift wieder auf. "So werden wir nicht sehr weit kommen."

"Das liegt bei Ihnen. Was beunruhigt Sie? Dass ich feindselige Gefühle habe? Klar habe ich die. Bei mir ist noch viel mehr nicht in Ordnung, sonst wäre ich nicht hier. Wollen Sie sich davon abhalten lassen?"

"Nun, das nicht, aber ..."

"Was beunruhigt Sie sonst noch? Wie Sie zu Ihrem Honorar kommen werden?" Ich zog eine Tausenddollarnote heraus und legte sie auf den Schreibtisch. "Damit Sie mir keine Rechnungen zu schreiben brauchen. Sie behalten das im Auge. Sagen Sie mir, wenn es aufgebraucht ist, dann gebe ich Ihnen mehr. Auf die Weise brauchen Sie meine Adresse nicht. Warten Sie", sagte ich, als er nach der Banknote griff. "Lassen Sie das Geld da liegen. Ich möchte sicher sein, dass wir miteinander auskommen."

Er faltete seine Hände. "So mache ich keine Geschäfte, mein Jun... ich meine, Gerard."

"Gerry", sagte ich. "Das werden Sie, wenn Sie mit mir Geschäfte machen."

"Du machst es einem nicht leicht, oder? Wo hast du die tausend Dollar her?"

"Ich habe einen Wettbewerb gewonnen. Fünfundzwanzig Wörter oder weniger darüber, wie viel Spaß es macht, meine Feinwäsche mit Sudso zu waschen." Ich beugte mich vor. "Diesmal ist es die Wahrheit."

"In Ordnung", sagte er.

Ich war verblüfft. Ich glaube, er merkte es, aber er sagte nichts mehr. Wartete einfach, dass ich weitermachte.

"Bevor wir anfangen - wenn wir anfangen", sagte ich, "muss ich etwas wissen. Das, was ich Ihnen erzähle - was herauskommt, während Sie an mir arbeiten -, bleibt das unter uns, wie bei einem Priester oder einem Rechtsanwalt?"

"Absolut", sagte er.

"Egal, was es ist?"

"Egal, was es ist."

Ich beobachtete ihn, als er es sagte. Ich glaubte ihm.

"Nehmen Sie Ihr Geld", sagte ich. "Sie sind angeheuert."

Er tat es nicht. Er sagte: "Wie du vor einer Minute angemerkt hast, liegt die Entscheidung bei mir. Du kannst diese Behandlungen nicht wie ein Stück Schokolade kaufen. Wir müssen zusammenarbeiten. Wenn einer von uns das nicht kann, ist es nutzlos. Du kannst nicht über den erstbesten Psychotherapeuten herfallen, den du im Telefonbuch findest, und irgendwelche Forderungen stellen, die dir in den Sinn kommen, nur weil du dafür bezahlen kannst."

Ich sagte müde: "Ich habe Sie nicht im Telefonbuch gefunden, und ich vermute nicht bloß, dass Sie mir helfen können. Ich habe ein Dutzend oder mehr Seelenklempner gesichtet, bevor ich mich für Sie entschieden habe."

"Danke", sagte er und machte ein Gesicht, als wollte er über mich lachen, was ich nicht ausstehen kann. "Gesichtet, sagtest du? Wie das?"

"Was man so hört, was man so liest. Ich werde es Ihnen nicht sagen, genauso wenig wie meine Adresse."

Er sah mich lange an. Es war das erste Mal, dass er mir mehr als einen flüchtigen Blick gönnte. Dann nahm er die Banknote.

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