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Die Flamme erlischt Roman von Martin, George R. R. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.02.2016
  • Verlag: Penhaligon
eBook (ePUB)
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Die Flamme erlischt

Das Buch, mit dem alles begann - der erste Roman von GRRM Der Hilferuf seiner Jugendliebe Gwen führt Dirk t'Larien zu der sterbenden Welt Worlorn. Aber als er dort eintritt, scheint Gwen es sich anders überlegt zu haben und versucht, ihn wieder wegzuschicken, denn sie liebt ihren Ehemann Jaan. Doch mit der Heirat ist sie auch in eine Kultur eingetreten, die Frauen keine Selbstbestimmung erlaubt. Dirk kann nicht glauben, dass sie dieses Schicksal freiwillig gewählt hat, und tatsächlich gelingt es ihm, sie zur Flucht zu überreden. Doch mit ihrem Verrat an Jaan haben sie auch dessen Schutz aufgegeben, und Menschenjäger treiben sie in die Enge. Nur einer kann sie noch retten - doch Jaan ist seine Ehre wichtiger als alles andere ... George Raymond Richard Martin wurde 1948 in New Jersey geboren. Sein Bestseller-Epos "Das Lied von Eis und Feuer" wurde als die vielfach ausgezeichnete Fernsehserie "Game of Thrones" verfilmt. George R.R. Martin wurde u.a. sechsmal der Hugo Award, zweimal der Nebula Award, dreimal der World Fantasy Award (u.a. für sein Lebenswerk und besondere Verdienste um die Fantasy) und dreimal der Locus Poll Award verliehen. 2013 errang er den ersten Platz beim Deutschen Phantastik Preis für den Besten Internationalen Roman. Er lebt heute mit seiner Frau in New Mexico.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 29.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641184094
    Verlag: Penhaligon
    Originaltitel: Dying of the Light
    Größe: 690 kBytes
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Die Flamme erlischt

1

Draußen vor dem Fenster schwappte Wasser gegen die Pfähle des Holzstegs am Rande des Kanals. Dirk t'Larien blickte auf und sah einen flachen schwarzen Lastkahn, der gemächlich im Mondlicht vorüberfuhr. Am Heck stand eine einsame Gestalt, die den Kahn mithilfe einer dünnen dunklen Stange vorantrieb. Alles zeichnete sich deutlich ab, denn Braques Mond zog oben seine Bahn, faustgroß und sehr hell. Hinter ihm waren Stille und rauchige Dunkelheit, ein unbeweglicher Vorhang, der die entfernteren Sterne verbarg. Eine Wolke aus Staub und Gas, dachte Dirk t'Larien. Tempters Schleier.

Der Anfang kam erst lange nach dem Ende: ein Flüsterjuwel. Es war eingewickelt in Lagen aus Silberfolie und weichem, dunklem Samt, genau so, wie er es ihr vor Jahren gegeben hatte.

In dieser Nacht, als er am Fenster seines Zimmers saß, von wo aus er den weitläufigen Kanal überblicken konnte, auf dem Händler ihre Obstkähne entlangstakten, öffnete er die Verpackung. Der Edelstein war so, wie Dirk ihn in Erinnerung hatte: tiefrot und mit dünnen schwarzen Linien überzogen, geformt wie eine Träne. Er dachte zurück an den Tag, als der Esper ihn für sie geschnitten hatte, damals auf Avalon.

Nach langer Zeit berührte er ihn wieder.

Er fühlte sich glatt und sehr kalt an, und tief im Innern seines Gehirns begann das Flüstern. Erinnerungen und Versprechungen, die er nicht vergessen hatte.

Er war aus keinem besonderen Anlass hier auf Braque und erfuhr niemals, wie man ihn gefunden hatte. Aber es war geschehen, und Dirk t'Larien erhielt sein Juwel zurück.

"Gwen", sagte er leise, nur um das Wort zu formen und die vertraute Wärme auf der Zunge zu spüren. Seine Jenny, seine Guinevere, die Geliebte seiner aufgegebenen Träume. Sieben Standardjahre hat es gedauert, dachte er, während seine Finger das kalte Juwel streichelten, aber sie kamen ihm vor wie sieben Leben. Und alles war vorüber. Was mochte sie jetzt von ihm wollen? Der Mann, der sie geliebt hatte, jener andere Dirk t'Larien, der Versprechen gemacht und Juwelen verschenkt hatte, war tot. Dirk hob eine Hand, um sich eine graubraune Strähne aus den Augen zu wischen. Und plötzlich, unbeabsichtigt, fiel ihm wieder ein, wie Gwen jedes Mal sein Haar zur Seite geschoben hatte, wenn sie ihn küssen wollte.

Mit einem Mal fühlte er sich sehr müde und verloren. Sein sorgsam gepflegter Zynismus geriet ins Wanken, und eine Last drückte auf seine Schultern wie ein Phantomgewicht, die Schwere desjenigen, der er einst gewesen und nun nicht mehr war. Im Laufe der Jahre hatte er sich verändert und es als Reifungsprozess betrachtet - aber jetzt schien diese Weisheit jäh zu zerbrechen. Seine Gedanken schweiften umher, verweilten bei all den Versprechen, die er gebrochen hatte, den Träumen, die er aufgeschoben und schließlich abgelegt hatte, den bloßgestellten Idealen und jener einst glänzenden Zukunft, die der Langeweile und Fäulnis verfallen war.

Warum wollte sie, dass er sich erinnerte? Zu viel Zeit war vergangen, zu viel war mit ihm passiert, wahrscheinlich mit ihnen beiden. Davon abgesehen hatte er nie wirklich gewollt, dass sie das Flüsterjuwel benutzte. Es war die dumme Geste des Heranwachsenden in der Pose des jungen Romantikers gewesen. Kein vernünftiger Erwachsener würde sich an ein derart absurdes Gelöbnis binden. Natürlich konnte er nicht fortgehen. Bisher hatte er kaum Zeit gehabt, sich Braque anzusehen. Er lebte sein eigenes Leben; wichtige Dinge waren zu tun. Nach all der Zeit konnte Gwen unmöglich erwarten, dass er ein Schiff zu den Außenwelten nahm.

Verärgert griff er nach dem Juwel, nahm es in die Hand und schloss seine Faust fest darum. Er würde es aus dem Fenster werfen, beschloss er, hinaus in das dunkle Wasser des Kanals, hinaus und fort mit allem, was damit verknüpft war. Aber einmal in seiner Faust, fühlte sich der Edelstein an wie ein Eiskristall, und die Erinnerungen stachen wie Messer.

... weil sie dich bra

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