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Die Kelewan-Saga 1 Tochter des Imperiums von Feist, Raymond (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2016
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Kelewan-Saga 1

Im Reich Tsurani steht die junge Mara kurz vor einem entscheidenden Moment in ihrem Leben. Nur noch wenige Gongschläge trennen sie von ihrer offiziellen Aufnahme ins Kloster, wo sie den Rest ihres Lebens verbringen wird. Doch dann erfährt sie, dass ihr Vater und Bruder im Kampf getötet wurden und sie das neue Oberhaupt des Hauses Acoma ist. Unterstützt von einigen treuen Soldaten und Dienern muss sie sich der fast unmöglichen Herausforderung stellen - denn ihre Herrschaft wird von feindlichen Adelshäusern bedroht und Mara muss ein großes Opfer bringen um das Haus Acoma zu alter Macht zurückzuführen. Raymond Feist wurde 1945 in Los Angeles geboren und lebt in San Diego im Süden Kaliforniens. Viele Jahre lang hat er Rollenspiele und Computerspiele entwickelt. Aus dieser Tätigkeit entstand auch die fantastische Welt seiner Romane: Midkemia. Die in den 80er Jahren begonnene Saga ist ein Klassiker des Fantasy-Genres, und Feist gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Fantasy in der Tradition Tolkiens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 20.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641190927
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 2571 kBytes
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Die Kelewan-Saga 1

Eins


Lady

Der Priester schlug den Gong.

Der Klang strömte durch die mit herrlichen Schnitzereien in den unterschiedlichsten Farben verzierte Kuppel des Tempels; sein Echo wurde von der Wölbung hin und her geworfen und verhallte schließlich ganz, bis nichts mehr übrig blieb außer der geisterhaften Erinnerung an einen einzelnen Ton.

Mara kniete auf den kalten Stufen des Tempels, die ihrem Körper jede Wärme zu entziehen schienen. Sie zitterte, wenn auch nicht vor Kälte, und warf einen flüchtigen Blick nach links, wo ein anderes Mädchen in ähnlicher Pose wartete; genau wie Mara erhob sie jetzt die weiße Kopfbedeckung einer Novizin des Ordens von Lashima, Göttin des Inneren Lichts. Der wie ein Zelt über ihrem Kopf drapierte Stoff zwang sie zu einer unangenehmen Haltung, und Mara konnte kaum den Augenblick erwarten, da sie die Kopfbedeckung würde herunter lassen und befestigen können. Obwohl sie das Ding erst ein kleines Stück erhoben hatte, schien es ihr bereits, als zerrte der Stoff wie Steingewichte an ihren Armen! Der Gong erklang wieder. Er erinnerte Mara an die ewigwährende Gegenwart der Göttin, und sie zuckte wegen ihrer respektlosen Gedanken innerlich zusammen. Gerade jetzt durfte ihre Aufmerksamkeit nicht nachlassen. Still bat sie die Göttin um Vergebung, flehte um Ruhe und Stärke; Müdigkeit und Aufregung hatten sich inzwischen mit Besorgnis gemischt. Mara betete zu ihr, um durch sie den inneren Frieden zu erhalten, den sie so inbrünstig herbeisehnte.

Wieder dröhnte der Gong. Es war der Dritte von insgesamt zweiundzwanzig Schlägen; zwanzig für die Götter, einer für das Licht des Himmels und einer für die unvollkommenen Kinder, die jetzt darauf warteten, in den Dienst der Göttin der Weisheit des Oberen Himmels zu treten. Mit siebzehn Jahren stand Mara kurz davor, dem weltlichen Dasein zu entsagen und - nach neunzehn weiteren Gongschlägen - das Mädchen links von ihr Schwester zu nennen, obwohl sie sich vor zwei Wochen zum ersten Mal begegnet waren.

Mara betrachtete ihre zukünftige Schwester: Ura war ein übellauniges Mädchen aus einer clanlosen, aber wohlhabenden Familie aus der Provinz Lash, während Mara zu einer alten und mächtigen Familie gehörte, den Acoma. Uras Beitritt war von ihrem Onkel befohlen worden, der sich selbst zum Familienoberhaupt ernannt hatte und dem es einzig darum ging, dass seine Familie in einen Clan - welchen auch immer - aufgenommen wurde. Uras Eintritt in den Orden war eine öffentliche Demonstration der Frömmigkeit ihrer Familie. Mara dagegen hatte sich beinahe ihrem Vater widersetzt, nur um von dem Orden aufgenommen zu werden. Als die beiden Mädchen zum ersten Mal ihre persönlichen Geschichten ausgetauscht hatten, war Ura zunächst ungläubig gewesen, hatte sich dann jedoch beinahe darüber empört, dass die Tochter eines so mächtigen Herrn hinter den Mauern eines Ordens ewigen Schutz suchte. Maras Herkunft garantierte ihr eine angesehene Stellung innerhalb ihres Clans, mächtige Verbündete, eine Reihe gutsituierter Freier und die Gewissheit, eines Tages den Sohn eines anderen mächtigen Hauses zu heiraten. Ura dagegen wurde ein solches Opfer abverlangt, damit in späteren Generationen ihrer Familie den Mädchen einmal all das zur Verfügung stehen würde, was Mara zurückweisen wollte. Nicht zum ersten Mal stellte Mara sich die Frage, ob Ura als Dienerin dieses Ordens wirklich geeignet war. Aber wie jedes Mal, so zweifelte sie auch jetzt an ihrer eigenen Eignung für die Schwesternschaft.

Ein

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