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Die Kinder der Zeit Roman von Tchaikovsky, Adrian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Kinder der Zeit

Die letzten Menschen haben eine sterbende Erde verlassen, um in den Tiefen des Alls ein neues Zuhause zu finden. Als sie auf den Planeten Eden stoßen, scheint ihnen das Glück sicher: ideale Konditionen und eine florierende Ökosphäre. Doch was sie nicht wissen - es waren bereits Menschen hier gewesen, vor langer Zeit. Menschen, die Eden als Versuchsplaneten für ein vermessenes Projekt künstlicher Evolution ausersehen hatten. Doch ihr Experiment damals hat ungeahnte Spuren hinterlassen, und nun treffen ihre Nachfahren auf die vergessenen Kinder ihres Versuchs. Wer von ihnen wird das Erbe von Eden antreten? Adrian Tchaikovsky wurde in Woodhall Spa, Lincolnshire, geboren, studierte Psychologie und Zoologie, schloss sein Studium schließlich in Rechtswissenschaften ab und war als Jurist in Reading und Leeds tätig. Für seinen Roman "Die Kinder der Zeit" wurde er mit dem Arthur C. Clarke Award ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Leeds.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 672
    Erscheinungsdatum: 12.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641216856
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Children of Time
    Größe: 1679 kBytes
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Die Kinder der Zeit

1.3

DIE LICHTER ERLÖSCHEN

Beim Erwachen wurde Doktor Avrana Kern von einem Dutzend komplizierter Informationsfeeds bombardiert. Keiner davon war sonderlich hilfreich bei der Erinnerung daran, was passiert war oder warum sie völlig erledigt in einer Kälteschlaf-Einheit wach wurde. Die Augen vermochte sie nicht zu öffnen, ihr ganzer Körper war verkrampft, die Gedanken völlig leer, bis auf den Overkill an Informationen, als sämtliche Systeme der Wächterkapsel zugleich zeternd Bericht erstatten wollten.

Eliza-Modus!, befahl sie in Gedanken. Ihr war übel, und sie fühlte sich aufgebläht, verstopft und überstimuliert zugleich, während sich die Maschinerie des Sargs damit abmühte, wieder etwas aus ihr zu machen, das Ähnlichkeit mit aktivem Leben hatte.

"Guten Morgen, Doktor Kern", begrüßte die Wächterkapsel sie in ihrem Hörzentrum. Sie hatte eine weibliche Stimme angenommen, kraftvoll und beruhigend. Kern war nicht beruhigt. Sie hätte gern gefragt, warum sie sich hier befand, fühlte aber schon die Antwort heraufdämmern.

Gib mir einfach etwas, das meine Erinnerungen zurückbringt!, ordnete sie an.

"Das ist nicht empfehlenswert", warnte die Kapsel.

Wenn du willst, dass ich irgendeine Entscheidung treffe ... Stück für Stück kehrte nun alles zurück, unter der Flut der grausigen Erkenntnis brachen die Dämme. Brin 2 war zerstört. Ihre Kollegen tot. Die Affen ebenso. Alles war verloren, außer sie selbst.

Und sie hatte der Kapsel befohlen, sie zu wecken, wenn Funksignale eintrafen.

Sie wollte tief Luft holen, doch ihre Brust gehorchte ihr nicht, sie brachte nur ein rasselndes Keuchen zustande. Wurde auch Zeit, sagte sie zur Kapsel, auch wenn das gegenüber einem Computer reichlich sinnlos war. Jetzt, da die Kapsel mit ihr sprach, hatte sie instinktiv den Drang, mit ihr zu sprechen wie mit einem Menschen. Das war schon immer die irritierende Nebenwirkung des Eliza-Modus gewesen. Wie viel Zeit ist vergangen, nach irdischem Standard?

"Vierzehn Jahre und zweiundsiebzig Tage, Doktor."

Das ist ... Sie spürte, wie sich ihre Kehle ein wenig öffnete. "Das kann nicht ..." Es war sinnlos, einem Computer zu sagen, dass etwas nicht sein konnte, aber da stimmte wirklich etwas nicht. Das war nicht lange genug. In dieser Zeit konnte die Nachricht noch nicht die Erde erreicht haben, und schon gar nicht hätte ein Rettungsschiff eintreffen können. Dann aber stieg jähe Hoffnung in ihr auf. Natürlich, ein Schiff war zu ihr aufgebrochen, noch bevor Sering Brin 2 zerstört hatte. Bestimmt war die NUN -Identität des Mannes aufgeflogen, als diese Leute mit ihrem albernen Aufstand gescheitert waren. Sie war gerettet. Ganz bestimmt war sie gerettet.

Kontakt einleiten, befahl sie der Kapsel.

"Ich fürchte, das ist nicht möglich, Doktor."

Mit verächtlichem Schnauben rief sie die System-Feeds wieder auf, schon besser in der Lage, sie auszulesen. Jedes Modul der Kapsel öffnete bereitwillig einen Kanal und bestätigte seine Funktionsbereitschaft. Sie überprüfte die Kommunikation. Der Empfänger arbeitete im Toleranzbereich. Auch die Transmitter funktionierten - sie sandten das Notsignal und außerdem, entsprechend ihrer ursprünglichen Aufgabe, einen komplexen Satz aus Botschaften an den Planeten unter ihr. Denn eigentlich hatte der Planet ja die Wiege einer neuen Spezies sein sollen, die eines Tages die Botschaften empfangen und dekodiert hätte. Das konnte sie vergessen.

"Ist alles ..." Ihre krächzende Stimme machte sie rasend. Erläutere. Was ist das Problem?

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