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Die Kristallmagierin Roman von Philipp, Arthur (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.01.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Kristallmagierin

Sie wollte nicht kämpfen - bis ihr bester Freund entführt wurde. Ein Bürgerkrieg bahnt sich im Königreich der Asche an. Die junge Magiern Feja tut ihr Bestes, um nicht in den Konflikt hineingezogen zu werden; nicht zuletzt, weil es auch ihre Schuld ist, dass es so weit gekommen ist. Als sie die Nachricht erhält, dass ihr Freund Nerius entführt wurde, sieht sie sich jedoch gezwungen, in die Hauptstadt zurückzukehren. Plötzlich ist sie nicht nur in eine Rebellion verstrickt, sondern stößt auf eine Gefahr, die nicht nur das Reich bedroht, sondern das Gleichgewicht der Magie selbst. Arthur Philipp (geb. 1965) ist das Pseudonym eines erfolgreichen deutschen Autors. Er stammt aus einer Familie von Seefahrern und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit an der Nordsee. Heute lebt er in Mainz und ist als Journalist, Kabarettist und - natürlich - Autor tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 21.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641226893
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Der graue Orden 3
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Die Kristallmagierin

1. Die Fremde

Das neunhundertdreiundachtzigste Jahr
nach Gründung des Reiches

F eja streckte gähnend die Hände über das fast niedergebrannte Feuer. "Ich habe schon wieder von dem Raben geträumt, Meister Adach", sagte sie.

Der alte Were saß auf der anderen Seite der Glut. "Das ist ein Zeichen, Maegadha. Wir werden gerufen, in die Heimat. Im roten Land gibt es keine Raben. Nur diese hässlichen Vögel, die sie Geier nennen, kümmern sich hier um das Aas."

"Wir können nicht zurück. Sie werden dort noch lange nicht vergessen haben, was geschehen ist. Der Rabe war womöglich eine Warnung. Außerdem habe ich Lautenspiel gehört. Doch bin ich nicht sicher, ob es zu diesem Traum gehörte. Vielleicht ist ja ein Spielmann ins Dorf gekommen."

"Auch Lauten und Sänger kennt man hierzulande nicht." Hagaras Adach hustete. "Verflucht sei diese Küste", murmelte er und wechselte den Platz, um dem Rauch zu entkommen. "Dummer Wind, nie kann er sich entscheiden, aus welcher Richtung er uns quälen will." Er setzte sich auf einen Stein, schlug die krummen Beine übereinander und zog seinen Umhang enger um die Schultern. Sodann warf er einen missmutigen Blick auf die löchrigen Lehmmauern, durch die es eisig hindurchpfiff.

Seine Begleiterin blickte nach Osten. Der Ziegenstall, in dem sie seit einigen Nächten lagerten, war auf jener Seite offen. Nur eine alte Decke schirmte sie vor der Kälte ab. Ein schmaler Streifen Licht zwischen Dach und Stoff kündigte den nahenden Tag an.

"Und das Maegadha sagt nichts dazu?"

"Wozu?", fragte Feja, die dem Murren des Alten nicht zugehört hatte.

"Über die Dummheit des Windes, der nicht weiß, woher er kommen und wohin er gehen will. Klingt vertraut, hm?"

Feja lächelte. "Dieses Land ist groß, und es gibt noch viel zu entdecken, ganz gleich, wohin es uns verschlagen mag, Meister Adach."

"Wir hätten bei diesem Skrosier bleiben sollen. Er war verrückt, aber er wohnte in einem richtigen Haus, mit einem Dach und vier gemauerten Wänden, und nicht in einem Stall, den selbst die Ziegen nicht mehr wollen."

Feja reckte sich. "Wir haben die Gastfreundschaft von Meister Kal-Imar lange genug ausgenutzt. Fast ein halbes Jahr haben wir bei ihm gewohnt. Und Ihr wart es, der sich ständig über ihn beschwerte."

"Es ist schwierig, einem Mann zu trauen, der sein Leben mit einem Ohr am Boden verbringt, Maegadha, aber ihn mitten im Winter zu verlassen war närrisch", beharrte der Alte. "Ila ist unglücklich. Sie sehnt sich nach dem Frühling und nach Edun." Er zog seine Kröte aus der Tasche, die er eigens für sie auf die Innenseite seines Gewandes hatte nähen lassen. Das Tier bewegte sich nicht. An Meister Adachs Leib mochte es warm sein, aber die Kröte verharrte dennoch in ihrer Winterstarre.

Feja erhob sich und hätte sich fast den Kopf an der niedrigen Decke gestoßen. "In Skros endet der Winter früher als in der Heimat, Meister Adach. Außerdem wandern wir nach Süden, also dem Frühling entgegen. Es kann auch nicht mehr weit sein bis Pylion, einer richtigen Stadt mit Herbergen und warmen Herdfeuern. Vielleicht tröstet das Eure Ila." Sie schlug die Decke im Eingang zurück. Eine eisige Böe blies ihr Staub entgegen. "Es wird Zeit, dass ich unsere nächste Mahlzeit verdienen gehe."

"Wir hoffen, es ist nicht wieder Fisch. Ila mag keinen Fisch."

Feja ließ den Alten schimpfen und ging hinüber zu der gemauerten Ziegentränke. Das Wasser darin war von einer dünnen Eisschicht bedeckt. Sie hackte sie mit dem Knauf ihres Messers auf und schlug sich das kalte Wasser ins Gesicht. Die spiegelnde Oberfläche zeigte ihr eine gertenschlanke Gestalt mit langen schwarz gefärbten Haaren. Vor dem wolkenlosen Morgenhimmel war ihr Gesicht nur ein dunkler Schatten, sonst hätte sie die Krallen gesehen, die ihr der Wargling Tenach vor zwei Jahren unter das rechte Auge tätowiert hatte, als Zeichen dafür, dass angeblich die Kraft eines Drachen

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