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Die Lügen des Horatio Harthorn im Vereinigten Königreich angesiedelter historischer Fantasy-/Steampunk-Roman von Stoll, Angela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.01.2017
  • Verlag: In Farbe und Bunt Verlag
eBook (ePUB)
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Die Lügen des Horatio Harthorn

1899, irgendwo im britischen Hoheitsgebiet ... Horatio Harthorn gilt in der ganzen Stadt als ehrenwerter Kaufmann und liebevoller Familienvater. Doch als sein Sohn Alan nach einer glücklichen Kindheit auf dem Land zu ihm zieht, tut dieser sich schnell schwer mit den unberechenbaren Launen seines Vaters. Immer mehr verwirrende Fragen plagen den jungen Mann. Wovor fürchtet sich sein neuer Leibdiener so sehr? Weshalb bekommt er keine Antwort auf die Briefe an seine alte Heimat? Und wie kann es sein, dass Horatios Küchenmädchen das Kleid von Alans angeblich vermisster bester Freundin trägt? Alan begibt sich auf die hochgefährliche Suche nach der Wahrheit - dabei sind die geheimnisvollen Kräfte seines Körpers selbst das brisanteste Geheimnis.

Seit die approbierte Apothekerin Angela Stoll als Kind Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer als Puppenspiel gesehen hat, ist sie süchtig nach fantasievollen magischen Geschichten. Sie schreibt seit über fünfzehn Jahren und hat bereits vier Jugendbücher veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 16.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959360258
    Verlag: In Farbe und Bunt Verlag
    Größe: 1768 kBytes
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Die Lügen des Horatio Harthorn

Vorbereitungen

Sechs Wochen zuvor

Seit über einer halben Stunde ließ Horatio Harthorn den jungen Richard in der Ecke des Frachtbüros warten und weidete sich an seiner Angst. Der Dienstbote wagte es nicht, den Blick von ihm abzuwenden, um nur ja keine Anweisung seines Herrn zu verpassen. Längst waren die unzähligen Sommersprossen das Einzige an Farbe in dem sonst totenbleichen Gesicht, und so, wie er die Beine zusammendrückte, machte er sich gleich vor Angst in die Hose.

Schließlich erbarmte er sich des Burschen und winkte ihn heran. Der Junge stolperte mehr, als dass er lief. Gebückt stand er auf der anderen Seite des Schreibtisches. Verzweifelt sah er aus, als würde er jeden Moment wie ein Kleinkind losheulen.

"Wie war dein Name noch mal?", fragte Harthorn mit betont gleichmütiger Miene, als wüsste er nicht genau, wen er vor sich hatte.

Der Junge schluckte, sein Adamsapfel hüpfte hektisch auf und ab, und auf den Wangen bildeten sich rote Flecke.

"Richard, Sir", würgte er mit piepsiger Stimme hervor.

"Nun, ich habe gehört, du gibst dir seit deiner letzten schmerzhaften Begegnung mit meinem Freund Bull, oder vielmehr seinem Riemen, alle Mühe, meine eher geringen Anforderungen an dich zu erfüllen."

Harthorn wartete einen Moment, bevor er fortfuhr. Nichts schaffte mehr Befriedigung, als Hoffnung zu säen, um die zarte Pflanze gleich darauf wieder zu zertrampeln.

"Wenig erfolgreich", herrschte er den Jungen an. "Der Oberdiener sagt, er sei nach wie vor nicht zufrieden mit dir Faulpelz, also kann ich es auch nicht sein."

Der Oberdiener hatte nichts dergleichen geäußert, aber das wusste dieser armselige Wicht vor ihm nicht.

Harthorn trommelte mit den Fingern auf den Schreibtisch und setzte leise hinzu: "Und du weißt, wie ungern ich enttäuscht werde. Insbesondere von Leuten, die ich nur aus Gutmütigkeit in meinen Haushalt aufgenommen habe."

Der Rotschopf fixierte ihn wie eine Maus die Katze, die gleich mit scharfen Krallen den Bauch ihres Opfers zerfetzen würde.

"Dein Onkel hat mich förmlich angefleht, dich zu einem passablen Diener auszubilden. Ich achte den Mann, deshalb gebe ich dir eine einzige weitere Chance", erlöste Harthorn ihn und fuhr fort: "Ich lasse meinen Sohn Alan herbringen. Du wirst zu seinem Leibdiener ernannt."

Richard riss die Augen auf. Mit dieser Beförderung hatte er offensichtlich nicht gerechnet.

Harthorn lächelte.

Sein Gegenüber war ein Weichling und Dummkopf. Wenn er mit dem Jungen fertig war, würde Richard einiges über die Härte und Ungerechtigkeit des Lebens dazu gelernt haben.

"Wir spielen gemeinsam ein Theaterstück, du und ich, ohne dass Alan davon erfährt. Ich hoffe, du bist dem gewachsen."

Er beugte sich vor und flüsterte: "Bist du das?"

Der Bursche öffnete den Mund, brachte aber nichts als einen unartikulierten Laut zustande.

"Muss ich dich neben einem Nichtsnutz auch noch für einen Idioten halten?", brüllte Harthorn und schlug mit den Handflächen auf die Tischplatte. Es klang wie ein Peitschenhieb.

"Nein, Mr. Harthorn, Sir", stammelte der Junge. Die Angstflecken unter seinen Armen erreichten jetzt beinahe die Ellbogen.

Harthorn blätterte in einem Ordner herum und ignorierte den Jungen, bis auf seiner Taschenuhr weitere fünf Minuten vergangen waren. Dann sagte er, ohne hochzusehen: "Ich erkläre es nur einmal: Du bereitest zwei Zimmer für ihn vor. Eines im Südtrakt, das dem Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns angemessen ist, und ein einfacheres unter dem Dach, ein besseres Dienstbotenquartier. Sobald ich meinen Sohn vor mir habe, gebe ich dir zu verstehen, welches von beiden er beziehen wird. Achte darauf, dass jeweils eine Dienstbotenkammer dazugehört. Dort wirst du nächtigen und Tag und Nacht auf ihn aufpassen. Verstanden?"

Erst jetzt blickte er Richard wieder an.

Die Fa

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