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Die Last der Ewigkeit von Coluccia, Mariangela (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Die Last der Ewigkeit

''Ein Tagebuch ist etwas Intimes. Es enthält die tiefsten Gedanken und Abgründe einer Person.'' So beginnt die Geschichte eines unsterblichen Lebens. Eines Lebens, welches von schweren Schicksalsschlägen gezeichnet ist. Das Leben des Vampirs Phoenix Maletta. Mariangela Coluccia wurde 1986 in Baden-Württemberg geboren. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Süddeutschland. Schon früh entdeckte sie ihre Leidenschaft zu Geschichten und Literatur. Ihre ersten eigenen Geschichten schrieb und erzählte sie schon als Kind und erfreute damit zunächst nur ihre Familie und ihre Freunde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783752800449
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 333 kBytes
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Die Last der Ewigkeit

Kapitel II

E s geschah 1824 an einem lauen Herbsttag. Es war etwas bewölkt und es roch nach frischem Regen. Ich trug eine leichte hüftlange, dunkelrote Jacke. Mein Vater schneiderte mir diese Jacke. Sie war einzigartig und somit meine liebste. Ich unternahm einen Spaziergang und setzte mich im Friedhof unter einem Baum. Ich schlief ein und als ich erwachte war es gerade dunkel geworden

Du musst wissen, dass ich mich gerne auf dem Friedhof aufhielt. Es war schon immer ein sehr ruhiger Ort gewesen, besonders, wenn es dämmerte. Dann gingen alle Leute so schnell sie konnten nach Hause, weil sie sich vor den Toten fürchteten. Sie glaubten, dass nachts die Toten aus ihren Gräbern stiegen, um die Lebenden heimzusuchen. Wie naiv Sterbliche doch in ihrem Wesen sind. Mir ist noch nie ein Toter begegnet bis auf Vampire selbstverständlich. Aber, ich zähle mich nicht zu den Toten dazu, denn ich spreche und gehe spazieren. Außerdem lechze ich nicht nach dem Fleisch der Sterblichen. Schon gut, Du hast Recht, ich lechze nach Blut, aber ich bin der Meinung, dass die Gier nach Blut nicht die Grausamkeit erreicht, wie die Gier nach Fleisch. Oder bestimmt das Herz, ob man sich zu den Lebenden oder den Toten stellen muss? Wenn dies der Fall ist, dann sollte ich mir darüber Gedanken machen, mich in Zukunft als tot zu bezeichnen. Immerhin schlägt mein Herz nicht mehr. Aber ich schweife erneut vom Wesentlichen ab.

Zu meiner Zeit gab es in Mailand einige Friedhöfe. Mein Favorit zu jener Zeit war allerdings San Giovannino alla paglia . Er lag etwas abseits der Stadt und auch weiter von meinem Wohnort entfernt, aber es war jedes Mal die Strecke wert. Am besten gefiel mir, der in Stein eingemeißelte Spruch am Eingangstor, der lautete:

"Dass was ihr sein werdet, sind wir bereits.
Wer uns vergisst, vergisst sich selbst."

Ich starrte diesen Satz oft lange an und machte mir meine Gedanken dazu. Bis heute kann man dieses Tabernakel auf der Piazza Aquileia betrachten. Natürlich war der Friedhof San Giovannino alla paglia nichts, verglichen mit dem heutigen Cimitero Monumentale , aber er wurde gut gepflegt. Mein Lieblingsplatz dort war schattig und gut vor neugierigen Blicken versteckt. Doch an diesem Abend war nichts wie die Abende davor und so ging ich auf den Friedhof San Gregorio . San Gregorio war auf der anderen Seite der Stadt und nicht annähernd so schön, wie mein Lieblingsplatz, aber er erfüllte seinen Zweck. Zum San Giovanninio alla paglia wurde mir schändlicherweise der Zutritt verboten, nachdem ich dort zu oft erwischt wurde.

"Verschwinde von hier. Ein Friedhof ist kein Ort zum Herumlungern!" Diesen Satz hatte der Friedhofswärter mir schon oft hinterhergerufen. Selbstverständlich ließ ich mich nie davon abschrecken. Ich kehrte immer wieder dorthin zurück.

An diesem Abend aber stellte ich zu meiner Entrüstung fest, dass der Abend bereits ziemlich vorangeschritten war. Da ich nicht darauf erpicht war, mit meinem Vater über mein Verbleib zu diskutieren, beschloss ich aufzubrechen. Lieber wäre ich geblieben, denn es erwarteten mich Verpflichtungen, die mir, seit dem Tod meiner Mutter aufgezwungen wurden. Ich war genervt und wollte nur meine Ruhe haben, aber mein Vater ließ mir nie Zeit dafür. Immer gab es etwas zu erledigen. Natürlich kümmerte ich mich um diese Angelegenheiten ohne zu jammern, aber ich brauchte die Einsamkeit, um auch mal nachzudenken. Der Tod meiner Mutter hatte meinen Vater schwer getroffen und jeder hoffte, dass er nicht daran zerbrechen würde.

Gemeinsam mit meiner Schwester sorgten wir dafür, dass die Familie nicht völlig auseinanderbrach. Bereits als meine Mutter noch lebte, war es meine Schwester, die den Großteil des Haushaltes bestellte. Nun war sie auch die Ersatzmutter für meinen Bruder und konnte aus diesem Grund nicht mehr die Schule besuchen. Mir verriet

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