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Die Legenden von Midkemia 1 Die Brücke von Feist, Raymond (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2016
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Legenden von Midkemia 1

Seit langer Zeit leisten die Menschen von Midkemia den Invasoren von der anderen Seite des Spalts tapferen Widerstand. Doch lange können sie den Angriffen nicht mehr standhalten. Sie sind gezwungen, eine ungewöhnliche Allianz einzugehen: Um im Kampf nicht von den Dunkelelfen überwältigt zu werden, müssen sich die königlichen Truppen mit ihrem Feind, den Tsurani-Invasoren, verbünden - nur so können sie den bitteren Winter in der Wildnis überstehen und die Dunkelelfen in die Flucht schlagen. Raymond Feist wurde 1945 in Los Angeles geboren und lebt in San Diego im Süden Kaliforniens. Viele Jahre lang hat er Rollenspiele und Computerspiele entwickelt. Aus dieser Tätigkeit entstand auch die fantastische Welt seiner Romane: Midkemia. Die in den 80er-Jahren begonnene Saga ist ein Klassiker des Fantasy-Genres, und Feist gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Fantasy in der Tradition Tolkiens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 20.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641185688
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 2142 kBytes
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Die Legenden von Midkemia 1

Prolog

Erkenntnis

Der Regen hatte aufgehört.

Lord Brucal, Marschall der Armeen des Westens, betrat das Kommandozelt. Er schnaubte wie ein Schlachtross und fluchte leise. "Verdammtes Wetter", sagte er schließlich. Der ältere General, noch immer breitschultrig und in bester körperlicher Verfassung, fuhr sich mit der behandschuhten Hand über die Stirn, um die feuchten Haare aus dem Gesicht zu streichen.

Borric, Herzog von Crydee und Stellvertretender Kommandeur des Marschalls, blickte seinen alten Freund mit einem ironischen Lächeln an. Brucal war ein kräftiger Krieger und ein zuverlässiger Verbündeter, was die politischen Wirren des Königreichs der Inseln betraf, und darüber hinaus war er auf dem Schlachtfeld ein sehr fähiger General. Aber er besaß auch eine Neigung zur Eitelkeit, und Borric wusste, dass er sich jetzt, da ihm die geliebten Haare am Schädel klebten, in gereizter Stimmung befand.

"Na, immer noch krank?" Borric war ein beeindruckender Mann mittleren Alters, dessen Haare und Bart immer noch überwiegend schwarz waren und erst wenige graue Spuren aufwiesen. Er trug Schwarz - die einzige Farbe, die er sich nach dem Tod seiner Frau viele Jahre zuvor gestattete -, abgesehen von dem braunen Überwurf von Crydee mit der goldenen Möwe darauf; die Möwe hockte auf einer kleinen goldenen Krone, das Zeichen für Borrics königliche Herkunft. Seine Augen waren dunkel und durchdringend, doch spiegelte sich in ihnen eine leise Erheiterung über die Unzufriedenheit des alten Freundes.

Wie Borric erwartet hatte, stieß der alte, graubärtige Herzog einen Fluch aus. "Ich bin nicht krank, verflucht! Ich habe nur einen leichten Schnupfen."

Borric dachte an die Zeit, da Brucal ein junger Mann gewesen war und seinen Vater auf Crydee besucht hatte. Er rief sich sein Lachen in Erinnerung, das stets von einer stürmischen Fröhlichkeit und strahlenden Augen begleitet worden war. Auch als die rötlich braunen Haare grau geworden waren, hatte Brucal noch jeden Tag voll ausgekostet. Zum ersten Mal begriff Borric, dass sein Freund ein alter Mann geworden war.

Ein alter Mann, der allerdings noch immer behände sein Schwert ziehen und damit beträchtlichen Schaden anrichten konnte, wie Borric im Stillen zugeben musste. Und ein Mann, der nachdrücklich bestritt, dass er krank war.

Brucal streifte die schweren Handschuhe ab und reichte sie seinem Adjutanten. Einem anderen gestattete er, ihm den schweren, pelzgesäumten Umhang abzunehmen, den er für den Weg von seinem eigenen Zelt hierher getragen hatte. Er war in eine schlichte blaue Hose und eine graue Tunika gekleidet, hatte den Überwurf jedoch in seinem Zelt gelassen. "Und dieser verdammte Regen macht es auch nicht besser."

"Noch eine solche Woche, und wir müssen mit den ersten richtigen Schneefällen rechnen."

"Unsere Kundschafter sagen, dass es weiter nördlich um den Himmelssee herum bereits kräftig schneit", erwiderte Brucal. "Wir sollten in Betracht ziehen, die Reservetruppen den Winter über zurück nach LaMut und Yabon zu schicken."

Borric nickte. "Möglicherweise bleibt es noch eine weitere Woche mild, bevor die Winterstürme einsetzen. Damit hätten die Tsuranis genügend Zeit, irgendetwas anzuzetteln. Ich neige dazu, die Hälfte der Reservetruppen hier in der Nähe zu behalten. Die andere Hälfte werde ich zurück nach LaMut schicken."

Brucal studierte die Karte, die auf dem großen Tisch vor Borric lag. "In der letzten Zeit haben sie nicht sehr viel getan, oder?", fragte er.

"Genauso viel wie im letzten Jahr", sagte Borric und deutete auf die Karte. "Ein Ausfall hier, ein Überfall dort. Es gibt jedoch kaum Hinweise darauf, dass sie noch weiter vordringen wollen."

Borric musterte die Karte; die nach Midkemia eingedrungenen Tsuranis hatten einen beträchtlichen Teil der Grauen Türme und der Freien Städte eingenommen, aber in den letzten fünf Kriegsjahren hatte

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