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Die Midkemia-Chronik 2 Des Königs Freibeuter von Feist, Raymond (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2016
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Midkemia-Chronik 2

Zehn Jahre nach den brutalen Spaltkriegen leben die Bewohner des Königsreichs der Inseln in Wohlstand und Frieden. Nicholas, der jüngste Prinz von Krondor, segelt ins ländliche Crydee um endlich aus seinem behüteten Leben auszubrechen. Kurz nach ihrer Ankunft wird Crydee von brutalen Truppen überfallen - das Schloss liegt in Schutt und Asche, die Bewohner wurden grausam ermordet und zwei junge Edelmänner entführt. Nicholas konnte entkommen und entdeckt, dass die barbarischen Angreifer von einem weit entfernten Inselreich stammen und planen, die Macht über Nicholas' Heimat an sich zu reißen. Doch es sind keine einfachen Krieger - sie dienen einer dunklen Macht der Nicholas sich entgegenstellen muss um ganz Midkemia vor dem Untergang zu bewahren. Raymond Feist wurde 1945 in Los Angeles geboren und lebt in San Diego im Süden Kaliforniens. Viele Jahre lang hat er Rollenspiele und Computerspiele entwickelt. Aus dieser Tätigkeit entstand auch die fantastische Welt seiner Romane: Midkemia. Die in den 80er-Jahren begonnene Saga ist ein Klassiker des Fantasy-Genres, und Feist gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Fantasy in der Tradition Tolkiens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 20.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641185923
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 2383 kBytes
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Die Midkemia-Chronik 2

Prolog - Besuch

Ghuda reckte sich.

Durch die Tür hörte man die Stimme einer Frau: "Los, hau hier ab!"

Der frühere Söldner lehnte sich auf der Veranda seines Wirtshauses im Stuhl zurück und legte die Füße auf das Geländer. Hinter ihm ging die gleiche Leier los wie jeden Abend. Während reiche Reisende in den großen Herbergen der Stadt oder palastartigen Gasthäusern entlang des silbrigglänzenden Strandes abstiegen, wurde das Gasthaus zum Verbeulten Helm, das Ghuda gehörte, von raueren Gästen besucht: Bauern, die ihre Ernte in die Stadt brachten, Fuhrleute, Söldner und Soldaten vom Lande.

"Muss ich erst die Stadtwache holen!", rief die Frau in der Schankstube.

Ghuda war ein großer Mann, und im Gasthaus gab es genug Arbeit. Der Söldner hatte somit kein Fett angesetzt, und auch seine Waffen hatte er in Schuss gehalten; zu oft war er schon gezwungen gewesen, den einen oder anderen Gast unsanft hinauszuwerfen.

Der frühe Abend, kurz vorm Essen, war ihm die liebste Zeit des Tages. Er saß in seinem Stuhl und sah zu, wie die Sonne über der Bucht von Elarial unterging, wie sich das helle Licht des Tages in ein sanftes Rot verwandelte und die weißen Gebäude mit einer samtenen Patina aus Orange- und Goldtönen überzog. Das war eine der wenigen Freuden, die er sich in seinem sonst harten Leben hatte bewahren können. Ein lautes Krachen ertönte im Innern des Hauses, und Ghuda widerstand dem Drang, den Ursprung des Geräusches näher zu untersuchen. Seine Frau würde es ihn schon wissen lassen, wenn er einschreiten sollte.

"Los, raus hier! Macht eure Händel draußen ab!"

Ghuda zog einen Dolch, einen von zweien, die er gewöhnlich im Gürtel trug, und begann, ihn abwesend zu polieren. Aus der Schankstube hallte das Klirren von zerbrochenem Steingut nach draußen. Kurz darauf folgte das Kreischen eines Mädchens, dann hörte man den Lärm eines Faustkampfes.

Ghuda polierte seinen Dolch, während er weiterhin den Sonnenuntergang betrachtete. Seine fast sechzig Jahre hatten auf der ledernen Haut seines Gesichts tiefe Furchen eingegraben - man konnte die Arbeit als Karawanenwächter ablesen, die vielen Kämpfe, das häufig schlechte Wetter, das miserable Essen und den schlechten Wein - und gekrönt wurde es von der gebrochenen Nase. Die meisten Haare waren ausgefallen, nur ein Kranz, der knapp über den Ohren ansetzte, war ihm geblieben; diese Haare ließ er sich jedoch bis auf die Schultern wachsen. Auch wenn er nie ein wirklich stattlicher Mann gewesen war, die Leute mochten seine ruhige, offene Geradheit und vertrauten ihm.

Er ließ den Blick über die Bucht wandern, wo das silberne und rosafarbene Licht auf dem smaragdgrünen Wasser funkelte und Seevögel kreischten und nach ihrer Mahlzeit tauchten. Die Hitze des Tages war vorüber, und in der Bucht wehte eine sanfte, kühle Brise, mit der der salzige Geruch des Meeres herangetragen wurde, und einen Moment lang fragte er sich, ob das Leben für einen von seiner Herkunft überhaupt schöner sein konnte. Dann blinzelte er in die Sonne, die gerade den Horizont berührte; von Westen her kam eine Gestalt zielstrebig auf das kleine Gasthaus zu.

Zunächst war sie nicht viel mehr als ein schwarzer Punkt im grellen Licht der untergehenden Sonne, doch schließlich konnte man Einzelheiten erkennen. Irgendetwas an dieser Gestalt erzeugte einen Juckreiz an Ghudas Hinterkopf, und er ließ den Fremden nicht aus den Augen, bis er deutlich zu erkennen war. Es war ein schlanker, o-beiniger Mann, der eine staubige und zerschlissene blaue Robe trug, die über einer Schulter hing. Es war ein Isalani, ein Mann aus einem der Völker im Süden des Kaiserreichs von Groß-Kesh. Über der einen Schulter trug er einen alten schwarzen Rucksack, und ein langer Stab diente ihm als Wanderstock.

Als der Mann nahe genug heran war, dass Ghuda seine Gesichtszüge deutlich erkennen konnte, sandte der frühere Söldner ein Stoßgebet zum Himm

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