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Die Midkemia-Saga 4 Dunkel über Sethanon von Feist, Raymond E. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.02.2017
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Midkemia-Saga 4

Krieg und Intrigen, Ehre und Tod, Liebe und Hass Murmandamus, der Anführer der dunklen Elfen der Wälder, musste einen hohen Preis für den Sieg von Armengar zahlen. Unzählige seiner Soldaten sind gefallen. Doch sein Heer ist immer noch größer als jede Streitmacht, die sich ihm in den Weg stellt. Beinahe unangefochten erreicht er Sethanon, die Hauptstadt des einst mächtigen Reiches Rillanon. Prinz Arutha bereitet sich darauf vor, dort die letzte verzweifelte Schlacht zu schlagen. Doch Murmandamus hat ein größeres Ziel als die Eroberung eines Reiches - er will seinen finsteren Gott zurück in die Welt der Sterblichen rufen. Raymond Feist wurde 1945 in Los Angeles geboren und lebt in San Diego im Süden Kaliforniens. Viele Jahre lang hat er Rollenspiele und Computerspiele entwickelt. Aus dieser Tätigkeit entstand auch die fantastische Welt seiner Romane: Midkemia. Die in den 80er-Jahren begonnene Saga ist ein Klassiker des Fantasy-Genres, und Feist gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Fantasy in der Tradition Tolkiens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 672
    Erscheinungsdatum: 20.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641184476
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Riftwar Saga 4: A Darkness at Sethanon
    Größe: 5147 kBytes
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Die Midkemia-Saga 4

Prolog

Unheilswind

D er Wind kam aus dem Nichts.

Erhoben hatte er sich aus dem Widerhall eines hämmernden Schicksals. Er trug die Hitze eines Schmiedefeuers, das den Krieg anheizte, und damit den versengenden Tod vor sich her, lebte im Herzen eines verlorenen Landes auf, kam von einem fremden Ort, der sich zwischen dem befand, was ist, und dem, was nach Sein strebt. Der Wind wehte aus dem Süden, wo die Schlangen aufrecht gehen und uralte Worte sprechen. Tosend erfüllte er lang vergessene Prophezeiungen und stank nach uraltem Bösen. In wilder Ekstase drehte sich der Wind umher, wirbelte heraus aus der Ödnis, hielt inne, suchte sich eine Richtung und wehte dann nach Norden.

Während die alte Amme nähte, summte sie ein einfaches Lied, ein Lied, das seit Generationen in ihrer Familie von der Mutter zur Tochter weitergegeben worden war. Sie hielt für einen Moment inne und sah von ihrem Nähzeug auf. Ihre beiden Zöglinge lagen mit friedlichen kleinen Gesichtern da und schliefen, träumten ihre kleinen Träume. Gelegentlich zuckten die Fingerchen des einen im Schlaf, oder der andere schmatzte und nuckelte, doch bald fanden die Säuglinge wieder zur Ruhe. Sie waren so hübsche Kinder, und eines Tages würden aus ihnen stattliche Männer werden, dessen war sich die Amme sicher. Als Erwachsene würden sie sich zwar nur noch vage an die Frau erinnern, die in dieser Nacht bei ihnen saß, aber in diesem Moment gehörten sie ihr genauso wie ihrer Mutter, die mit ihrem Gemahl einem festlichen Abendessen vorsaß.

Plötzlich drang durch das Fenster ein seltsamer Wind herein, und trotz seiner Wärme fröstelte die Amme. Der Wind trug den Hauch des Fremden mit sich und sang eine misstönende, böse Melodie, die kaum wahrzunehmen war. Die Amme schauerte und sah zu den Jungen hinüber. Sie wurden unruhig, als wollten sie erwachen und weinen. Die Amme eilte zum Fenster, schloss die Fensterläden und verbannte die seltsame, Unruhe stiftende Nachtluft aus dem Zimmer.

Einen Moment lang schien die Zeit den Atem anzuhalten, und dann, wie mit einem leisen Seufzer, erstarb die Böe, und die Nacht war wieder still. Die Amme zog das Tuch enger um die Schultern, die Säuglinge wälzten sich noch einmal in ihren Wiegen hin und her und fielen wieder in tiefen Schlaf.

In einem anderen Zimmer, ganz in der Nähe, arbeitete ein junger Mann an einer Liste und versuchte angestrengt, seine persönlichen Vorlieben aus dem Spiel zu lassen, während er entschied, wer am nächsten Tag die weniger angenehmen Aufgaben übernehmen sollte. Er hasste diese Arbeit, dessen ungeachtet erledigte er sie dennoch gewissenhaft.

Plötzlich bauschte der Wind die Gardinen auf und drückte sie ins Zimmer. Ohne nachzudenken, war er schon halb auf den Beinen, als ihm sein erprobter sechster Sinn Gefahr signalisierte. Er zögerte einen Moment lang mit klopfendem Herzen und war sich so sicher wie nie zuvor in seinem Leben, dass ihm ein Kampf auf Leben und Tod bevorstand.

Als er niemanden entdecken konnte, entspannte sich der junge Mann langsam wieder. Der Moment war vergangen. Verwirrt schüttelte er den Kopf. In seinem Magen machte sich eine eigenartige Übelkeit breit, und er ging hinüber zum Fenster. Die Minuten verstrichen, während er hinaus in die Nacht schaute, in den Norden, wo, wie er wusste, die hohen Berge lagen, hinter denen ein Feind, ein böser Feind, wartete.

Der junge Mann kniff die Augen zusammen und starrte in die Dunkelheit, als könnte er so die Gefahren entdecken, die dort draußen lauerten. Dann, als die letzte Anspannung von ihm abgefallen war, kehrte er wieder zu seiner Aufgabe zurück.

In den verbliebenen Stunden der Nacht trat er immer wieder ans Fenster und sah hinaus.

Draußen in der Stadt bummelte eine Gruppe von Nachtschwärmern durch die Straßen und suchte nach der nächsten Schenke und weiteren fröhlichen Zechkumpanen. Der Wind wehte ihnen entgegen, und sie blieben stehen und sahen sich an.

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