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Die Pfade des Schicksals Die Chroniken von Thomas Covenant - Roman von Donaldson, Stephen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.02.2012
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Pfade des Schicksals

Dies ist die Geschichte von Thomas Covenant, dem es durch die Magie seines Ringes, die Kraft seines Dolches und die Liebe einer Frau gelungen ist, zu den Lebenden zurückzukehren. Doch niemand verlässt ungestraft das Reich der Toten, und so regt sich tief im Inneren der Erde eine schreckliche Gefahr, die Götter und Menschen zu vernichten droht ... Stephen Reeder Donaldson, am 13. Mai 1947 in Cleveland, Ohio geboren, verbrachte seine Kindheit in Indien, wo seine Eltern als Missionare in einem Leprosarium tätig waren. Die Familie kehrte 1963 in die Vereinigten Staaten zurück, und Donaldson machte 1968 seinen Abschluss am College of Wooster, Ohio. Während des Vietnamkriegs arbeitete er zwei Jahre lang in einem Krankenhaus, weil er den Kriegsdienst verweigerte, ehe er sein Studium an der Kent State University fortsetzte. 1971 wurde er zum Magister promoviert, unterbrach aber sein Promotionsstudium bis 1993, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. 1977 erschien sein Fantasy-Roman 'Lord Fouls Fluch', der Auftakt der 'Chroniken von Thomas Covenant dem Zweifler', der ihm zum internationalen Durchbruch verhalf und zu dem er bis 2013 neun Fortsetzungen schrieb. 1994 erwarb der inzwischen mehrfach ausgezeichnete Autor, der unter anderem den John W. Campbell Award und den World Fantasy Award gewann, den Schwarzen Gürtel in Sh?t?kan-Karate. In den Neunzigerjahren legte Donaldson mit dem Amnion-Zyklus seine ersten Science-Fiction-Romane vor. Er lebt und arbeitet heute in New Mexico.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 960
    Erscheinungsdatum: 13.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641077297
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The Last Chronicles of Thomas Covenant - Against All Things Ending 1
    Größe: 1173 kBytes
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Die Pfade des Schicksals

1

Die Last von zu viel Zeit

T homas Covenant kniete im üppigen Gras von Andelain, als wäre er nach einem Sturz aus äonenweiter Ferne dort aufgekommen. Die Himmel und Zeiten füllten ihn gänzlich aus. Er hatte unzählige Jahrtausende innerhalb der wesentlichen Schöpfungsstrukturen zugebracht, hatte an allen Manifestationen des Bogens der Zeit teilgenommen: Er war so wenig menschlich wie die Sterne und ebenso einsam gewesen. Er hatte alles gesehen, alles gewusst - und versucht, es zu bewahren. Von Anbeginn der Erde bis zum Heranreifen der Erdkraft in dem Land - von den tiefsten Wurzeln der Berge bis zu den fernsten Konstellationen - war er Augenzeuge gewesen und hatte verstanden und hatte gedient. Über die Zeitalter hinweg hatte er sein einzigartiges Ich für die Verteidigung von Gesetz und Leben eingesetzt.

Aber jetzt konnte er solch unendliche Visionen nicht mehr bewahren. Linden hatte ihn wieder sterblich gemacht. Sein gewöhnliches Fleisch und Blut weigerten sich, seine Macht und sein Wissen, den ganzen Umfang seines Verständnisses zu halten. Mit jedem Schlag seines vergessenen Herzens wurde der Hauch der Ewigkeit und die Ahnungen, die sie mit sich brachte, in ihm hinfortgespült, sickerte wie Schweiß durch seine neue Haut und gingen verloren.

Und doch war da noch immer mehr in ihm, als er ertragen konnte. Die Last von zu viel Zeit wirkte so tiefgreifend wie eine Orogenese, das sich Bilden neuer Gebirge durch das Verschieben von Kontinentalplatten: Sie setzte seinen gewöhnlichen Verstand unter einen Druck, der anderswo Erdbeben oder tektonische Verschiebungen zur Folge gehabt hätte. Die erzwungene Verwandlung ließ Thomas Covenant verwundbar zurück. Als die Struktur dessen, was er gewusst und verstanden und gedacht und begehrt hatte, in einem ihm so fremd gewordenen Augenblick nach dem anderen einstürzte, wurde sein Denken, das ihn durch ganze Äonen getragen hatte, durch diese Verschiebungen und Erschütterungen auf irritierende Weise gestört.

Und auch wenn Bewusstsein oder tatsächliches Empfinden ihm noch fern waren, erkannte er, dass er von Bedürfnissen umgeben war - von Menschen und Geistern, die sich versammelt hatten, um Lindens Entscheidungen mitzuerleben. Dunkel ragten die mächtigen Bäume um jene Senke, in der er zwischen den Hügeln von Andelain kniete, vor dem finsteren Himmel auf. Doch ihre Schatten verblassten in dem strahlenden Schein von Loriks Krill, der von wilder Magie brannte, in dem geisterhaften Leuchten der vier Hoch-Lords, deren Anwesenheit die Ausmaße von Covenants Krise definierte, und vor Linden Averys Glanz.

Zeitlos wie Wachposten - hoch aufragend und majestätisch - standen die toten Lords in den vier Haupthimmelsrichtungen, um die finalen Konsequenzen ihres eigenen Lebens zu beobachten und vielleicht darüber zu urteilen. Berek und Damelon, Lorik und Kevin: Covenant kannte sie so gut - oder hatte sie so gut gekannt -, wie sie sich selbst kannten. Er spürte Bereks Empathie, Damelons Besorgnis, Loriks Kummer und Kevins vehemente Ablehnung. Und er verstand ihre Anwesenheit. Sie waren aus der gleichen Sorge erschienen, die ihn in dieser Nacht von den Gesetzesbrechern hervorgelockt und eskortiert hergeführt hatte.

Doch als er nun - nur kurz, ganz kurz, zwischen zwei hämmernden Herzschlägen - das Wesen der Hoch-Lords begutachtete, entdeckte er, dass er nicht länger einer der Ihrigen, nicht mehr eins mit ihnen war. Ihre Gedanken waren ihm so altertümlich und fremdartig geworden wie die Sprache der Berge.

Jedes Pulsieren des Blutes in seinen Adern raubte ihm ein Stück mehr von sich selbst.

Auch Caer-Caveral und Elena verstand er. Sie verharrten hinter ihm auf dem ansteigenden Rand der Senke: Caer-Caveral in die asketische Aufopferung seiner Jahrhunderte als Andelains Forsthüter gehüllt; Elena kummervoll und mit gebrochenem Herzen wegen ihres blinden Vertrauens, das sie gegen ih

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