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Die Phileasson-Saga - Die Wölfin Roman von Hennen, Bernhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Phileasson-Saga - Die Wölfin

Nach ihren Abenteuern im Himmelsturm führt ihr Wettstreit mit Beorn dem Blender Asleif Phileasson und seine Mannschaft schließlich in den wilden Nordosten Aventuriens. Dort, in den verwunschenen Wäldern und weiten Ebenen, müssen sich Phileasson und seine Gefährten grimmigen Feinden und waghalsigen Herausforderungen stellen. Währenddessen wird auch Beorn mit dunklen Gefahren konfrontiert, die einen Schatten auf seine Seele legen. Beide, Beorn und Phileasson, beginnen zu begreifen, dass diese Wettfahrt sie vielleicht mehr kosten könnte als nur das Leben ...

Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Vorderasiatische Altertumskunde. Mit seiner Elfen-Saga stürmte er alle Bestsellerlisten und schrieb sich an die Spitze der deutschen Fantasy-Autoren. Hennen lebt mit seiner Familie in Krefeld.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 592
    Erscheinungsdatum: 12.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641162177
    Verlag: Heyne
    Serie: Die Phileasson-Saga Bd.3
    Größe: 5269kBytes
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Die Phileasson-Saga - Die Wölfin

PROLOG WOLFSKIND

WOLFSKIND

Fünfzehn Meilen östlich von Leikinen, dreiundzwanzigster Tag im Kornmond, vor fünfundzwanzig Jahren

Winja zog den Elchfellmantel fester um ihre Schultern, obwohl sie so nah am großen Feuer saß, dass sie schon jetzt schwitzte. Der Mann mit dem bis auf einen Zopf geschorenen Schädel faszinierte sie. Bronzekugeln beschwerten die Spitzen seines Schnurrbartes, sodass sie vor seiner Brust baumelten, und dunkle Farbe umrandete seine Augen. Sie hoffte, dass er sein dreisaitiges Instrument bald gestimmt haben würde. Die anderen Norbarden vertrieben sich die Wartezeit durch ein Schwätzchen mit ihren Sippengenossen, mit den Nivesen, die ihr Weglager teilten, oder mit Winjas Eltern. Aber das allgemeine Gemurmel war leiser als der Gesang der Nacht. Es reichte nicht aus, um das Geheul der Wölfe zu übertönen.

Gleich mehrere Rudel mussten sich in dem Wald befinden, durch den sich die Handelsstraße wand, denn Winja hörte sie aus allen Richtungen. Ob sie einander antworteten? Der Gedanke war dem dreizehnjährigen Mädchen unheimlich, denn das hätte bedeutet, dass diese mit Reißzähnen bewehrten Hetzjäger über eine Sprache verfügten. Dann wäre es möglich gewesen, dass sie sich verabredeten. Die Feuer des Nachtlagers, in dem der Kastenwagen ihres Vaters zwischen den bunt bemalten Gefährten der Norbarden und den aus Bahnen grober Wolle zusammengesetzten Zelten der Nivesen fremd wirkte, waren den Wölfen bestimmt aufgefallen. Vielleicht luden sie die weiter entfernten Rudel zum Festmahl ein, bevor sie zuschlugen.

Trotz der Wärme zitterte Winja. Zu Hause in Norburg war das Wolfsgeheul ein angenehmer und harmloser Grusel. Dort schützte eine wehrhafte Palisade die Bürger vor wilden Tieren. Aber hier waren sie in der Wildnis. Winja hatte gehört, dass Handelszüge entlang des Svellts die Wagen nachts zu einem Kreis zusammenfuhren, um das Lager zu schützen. Die Norbarden hielten davon offenbar nichts. Die oft mit Bienenmustern verzierten Gefährte standen lose beisammen, und die Zugpferde grasten mit gefesselten Beinen zwischen den Bäumen. Man schien allzu sorglos.

Ein lang gezogenes Heulen stieg einsam zum Vollmond auf. Kam es aus der Kehle des Leitwolfs? Augenblicklich beschwor Winjas Vorstellungskraft ein Monstrum, so groß wie ein Ochse, mit blutroten Augen und einem Maul, das mühelos eines ihrer Beine durchbeißen und verschlingen konnte. Sie folgte dem Funkenflug, bis ihr Blick über den sternklaren Himmel wanderte, und versuchte, sich zu beruhigen. Sie war dreizehn Jahre alt, kein Kind mehr, auch wenn ihr Vater das nicht wahrhaben wollte.

Sie schielte zu ihm hinüber. Jasper Nutjes - eigentlich Jasu, aber den nivesischen Namen, den Großmutter ihm gegeben hatte, benutzte er nie - war bester Laune. Er versprach sich viel von diesem halben Jahr in Riva. Er brachte reichlich scharf gebrannten Meskinnes und anderen Schnaps in die Stadt im Norden, und auch eine Truhe voll Silber und Gold. Damit wollte er den Winter über Pelze aufkaufen und mit den besten Stücken seinen Wagen füllen. Wenn alles gut liefe, würde er noch einen zweiten und einen dritten dazukaufen, um die wertvolle Ware zurück nach Norburg zu bringen. Robbenfelle waren derzeit bei den Damen im Bornland besonders gefragt. Dadurch würde er sein Vermögen verdoppeln, sagte er, wenn er nüchtern war. Wenn er trank, stieg seine Schätzung für den Gewinn auf das Drei- oder Vierfache. Seit einem Jahr lag er Winjas Mutter damit in den Ohren, und schließlich hatte sie in das Abenteuer eingewilligt.

Jetzt sprach ihr Vater mit mehreren Norbarden, die in einem Halbkreis um ihn herumsaßen. Die Männer waren zu weit entfernt, als dass Winja die Worte verstanden hätte. An den über den Kopf gereckten Armen und den zu Krallen gebogenen Fingern erkannte sie trotzdem, dass ihr Vater wieder von dem Bären erzählte, dem er im Bornwald begegnet war. Das Biest hatte, ausgehungert vom Winterschlaf

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