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Die Phileasson-Saga - Rosentempel Roman von Hennen, Bernhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Phileasson-Saga - Rosentempel

Es ist die größte Wettfahrt aller Zeiten: Die beiden legendären Kapitäne Asleif Phileasson und Beorn der Blender sind aufgebrochen, um den ganzen Kontinent Aventurien zu umrunden. Dabei müssen sie sich heroischen Prüfungen stellen, und der Sieger allein wird sich mit dem Ehrentitel "König der Meere" schmücken dürfen. Ihr siebtes Abenteuer führt sie in die endlose Wüste. Dort inmitten turmhoher Sanddünen und unter der glühend heißen Sonne müssen sich die beiden Seebären ihrer nächsten Prüfung stellen - und ein Geheimnis ergründen, dass unter dem Staub von Jahrtausenden begraben liegt ... Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Vorderasiatische Altertumskunde. Mit seiner "Elfen"-Saga stürmte er alle Bestsellerlisten und schrieb sich an die Spitze der deutschen Fantasy-Autoren. Hennen lebt mit seiner Familie in Krefeld.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 736
    Erscheinungsdatum: 11.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641231774
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 31968
    Größe: 4333 kBytes
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Die Phileasson-Saga - Rosentempel

PROLOG

Ryl'Arc,

sechster Tag im Kornmond, vor 887 Jahren

Eine kühle Berührung an seiner Kehle ließ Galayne den-die-Göttin-liebt erwachen. Er hielt die Augen geschlossen. Witterte. Es war Lossyril Spinnenhaar, die noch immer neben ihm lag. Er roch auch den Stahl. Und den Duft ihrer Liebesnacht. Er hörte das leise Tuscheln vor der Tür. Wie viele erwarteten ihn dort wohl? Mindestens fünf. Da war der Geruch von Waffenfett und Leder. Gegen Klingen würde er siegen. Wenn sie Armbrüste mitgebracht hatten, wäre es etwas anderes ...

"Habe ich dich verärgert, meine Liebe?" Sein Herzschlag blieb ruhig. Er war den Shakagra'e, den Nachtalben, überlegen. So lange Zeit hatte er sich von ihnen genährt, ihr Sikaryan getrunken. Auch bei Lossyril. Vor allem nach dem Liebesspiel, wenn sie erschöpft in seinen Armen lag und ihr Herz noch wild vor Leidenschaft schlug. Dann schmeckte die Essenz des Lebens besonders süß.

"Du hast mich betrogen!", zischte die Nachtalbe. "Du lebst nur deshalb noch, weil du ein Liebling der Göttin bist."

Galayne öffnete die Lider und betrachtete ihr blasses, ebenmäßiges Antlitz, die fein geschwungenen, fast farblosen Lippen. Ihre Augen, deren Farbe irgendwo zwischen Blau und Lila lag. Sie war hübsch.

Spielerisch tastete er nach ihrem langen, silbrigen Haar, so fein wie Spinnenseide. "Du begehrst mich noch immer", sagte er lächelnd. "Ich kann es riechen." Seine Sinne übertrafen die der Shakagra'e bei Weitem. Er war ihnen in allen Aspekten überlegen. Der Erste, der so vollkommen war.

"Du musst nicht sterben", sagte Lossyril selbstsicher. "Aber du wirst dafür bestraft werden, was du uns angetan hast."

Galayne ahnte, was kommen würde. Jeden überraschenden Tod würde man ihm anlasten. Jedes Neugeborene, das im Kindbett gestorben war. Jeden, der erkrankt war oder sich einfach nur schwach gefühlt hatte.

"Was bin ich denn?", fragte er.

"Ein Feylamia! Du trinkst heimtückisch von unserer Lebenskraft, du Vampir!"

Wie viel konnten Lossyril und jene vor der Tür von ihm wissen? Er hatte die Bücher vernichtet, in denen von Feylamia und ihren Schwächen die Rede war, ja, er hatte sogar einige gefälschte Texte in die Bibliotheken gestellt, für den Fall, dass sie ihm einmal auf die Schliche kamen. So viele Jahrzehnte lebte er schon unter dem Himmelsturm. Seit die Göttin ihn erschaffen hatte, war Galayne ihr Liebling und ihr Geliebter. Das hatte seine Stellung gleichermaßen geschwächt und gestärkt. Geschwächt, weil es unter den Nachtalben viele gab, die auf den Günstling Pardonas eifersüchtig waren. Und gestärkt, weil er unberührbar gewesen war, denn keiner in den Tiefen Städten wollte den Zorn der Göttin auf sich lenken, selbst die mächtigsten Priester nicht. Aber Pardona - oder Bhardona, wie die Altvorderen sie noch immer nannten - war nun schon seit vielen Jahren verschwunden. Und die Eifersucht begann schwerer zu wiegen als die Furcht vor ihrem Zorn.

"Was hat mich verraten?", wollte Galayne wissen.

"Du bist anders als wir, das haben wir gespürt ..."

Das hielt Galayne für leeres Gerede. Er sah kaum anders aus als die Nachtalben. Helle Haut, silberweißes Haar ... Allein die Augen. Bei ihm waren lediglich die Iriden gefärbt, bei den Nachtalben die kompletten Augäpfel, und sie besaßen auch keine Pupillen. Aber daran hatten sie sich gewöhnt, sie hielten es für eine Missbildung, über die sie hinter vorgehaltener Hand tuschelten. An seinen Augen konnte es nicht liegen.

"Es waren die Buntkarpfen, die dich letztlich verraten haben." Sie wies auf das Fischglas in der Wand. Einige der farbenfrohen Karpfen trieben mit dem Bauch nach oben an der Wasseroberfläche. "Sie waren krank, aber nicht so schwach, dass sie die Nacht nicht überlebt hätten."

Galayne hatte sich über die Jahrzehnte angewöhnt, ein wenig vom Sikaryan aller Lebewesen in etlich

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