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Die Phileasson-Saga - Totenmeer Roman von Hennen, Bernhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Phileasson-Saga - Totenmeer

Die Tangfelder des Sargassomeers erwürgen die Hoffnung der Seeleute, die in ihre Fänge geraten. Sie ersticken die Träume der Kauffahrer, den Stolz der Seesoldaten, den Mut der Hai-Jäger. Über die Jahrhunderte hat die Gier dieses Reiches ohne Wiederkehr auch einiges angesammelt, das Begehrlichkeiten weckt. Dieser Lockruf erklingt sogar in Sphären, deren Bewohner allen Göttern Feind sind. Die sechste Aufgabe ihrer Wettfahrt fordert von Asleif Phileasson und Beorn dem Blender, an diesem Ort etwas zu bergen, das kostbarer ist als profane Schätze. Doch nur einer von ihnen wird Erfolg haben ...

Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Vorderasiatische Altertumskunde. Mit seiner Elfen-Saga stürmte er alle Bestsellerlisten und schrieb sich an die Spitze der deutschen Fantasy-Autoren. Hennen lebt mit seiner Familie in Krefeld.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 672
    Erscheinungsdatum: 12.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641203870
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher .31850
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Die Phileasson-Saga - Totenmeer

1 UNTER FREIBEUTERN

Küstengewässer östlich vor Maraskan,

siebenundzwanzigster Tag im Midsonnmond

Lächelnd strich Abdul el Mazar über den Seeschlangenzahn, der fest verzurrt an der linken Seite der Treppe hing, die zum Deck hinaufführte. Das Geländer war gerade lang genug, um der geschwungenen Waffe Platz zu bieten, die sie aus dem Maul des Meeresungeheuers gebrochen hatten. Der Magier spürte die Kraft der Seeschlange im Zahn. Sie und ihre Schwestern waren keine gewöhnlichen Tiere, ihre Ahnenlinie reichte Äonen zurück in eine Zeit, in der die Magie die Welt stärker durchdrungen hatte. Sie hatten die Wogen schon durchpflügt, ehe die Echsen die Welt beherrscht hatten. Lange bevor sie ihren dunklen Göttern die Tempel errichtet hatten, die nun im Sand der Khôm versanken.

Abdul runzelte die Stirn. Er erinnerte sich an ein Relief, geschnitten in einen roten Felsen. Hammud ben Hassan und er hatten über seine Bedeutung gerätselt. Hammud war sein Freund gewesen ... oder nicht? Wie weit lag diese Erinnerung zurück?

Er hatte die Wüste bereist ... und jetzt ... Abdul sah sich um. Durch die Bewegung im Oberkörper schmerzte seine Rippe, aber nicht so sehr wie noch gestern.

Zwei Laternen hingen an der Decke des Laderaums der Tiger von Maraskan . Sanft schaukelten sie im Seegang, sodass sie mal mehr die Steuerbord-, mal mehr die Backbordseite beschienen. Ballen, Truhen und Fässer waren an den Wänden und Masten verzurrt, Netze bündelten Tücher und eingewickelte Waren, Trockenfisch hing an Schnüren. Beinahe alle Hängematten baumelten leer, nur Lailath, die die Thorwaler jetzt Schlangenschlächterin nannten, lag in einer. Ihr Unterarm ruhte auf ihrer Stirn, die linke Hand auf dem Bauch. Selbst die sanften Wellen machten der Elfe zu schaffen.

Zwei maraskanische Piraten neckten die Gefangenen. Man hatte die Kaiserlichen jeweils zu dritt zusammengebunden. Es waren so viele, dass sie den freien Platz im Lagerraum vollständig ausfüllten. Die bunt gekleideten Seeräuber - eine Frau mit übergroßen Bronzeringen in den Ohren und ein Mann mit einem blauen Tuch auf dem Kopf, das mit weißen Blüten bedruckt war - kniffen die Gefesselten in die Wangen und zogen an ihren Nasen. Ein Soldat mit Pockennarben über dem schütteren Bart trat nach ihnen, was ihm eine Maulschelle einbrachte.

"Seid nicht so gemein!", rief Abdul.

"Was mischstdudichein?", haspelte die Piratin so schnell, dass Abdul den Eindruck bekam, die Silben wollten einander überholen. Viele Maraskaner sprachen so.

"Du solltest vorsichtiger mit deinen Worten sein", riet er. "Wenn man die Silben vertauscht, während man einen Dämon beschwört, kann das übel ausgehen."

Verdutzt sah die Frau ihn an. "Hast du mit den Hässlichen zu tun, Zaubererbruder?"

Abdul rieb sich über die Brust. Seine Narben juckten.

Er fragte sich, was er antworten sollte. Abdul erinnerte sich nicht daran, ob er einmal mit Dämonen Umgang gepflegt hatte. Er wusste nur, dass er sie nicht mochte.

"Lass ihn", riet der Pirat seiner Gefährtin. "Wir müssen noch eine Menge Fesseln kontrollieren."

Sie brummelte zustimmend und wandte sich dem nächsten Bündel Gefangene zu.

Der Anblick machte Abdul traurig. Gefangenschaft war eine schlimme Sache. Mit der Freiheit verlor man auch die Hoffnung.

Vor seinem geistigen Auge erschien ein Gesicht mit goldenen Iriden, wunderschön und schrecklich zugleich. Ihn schauderte. Er wollte nie wieder allein und gefangen sein.

Auf dem schwankenden Boden stieg er über die Beine der Gefesselten zu Lailath. Sie war seine Freundin.

Oder? Konnte er sicher sein, dass sie wirklich die Elfe war, die sich ihnen in den Drachensteinen angeschlossen hatte?

Skeptisch musterte er ihr altersloses Gesicht, so weit der Arm auf der Stirn es frei ließ. Ihre Haut hatte einen Bronzeton, die Augen waren größer als bei einem Mensch

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