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Die Powder-Mage-Chroniken 1: Blutschwur von McClellan, Brian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.09.2018
  • Verlag: Cross Cult
eBook (ePUB)
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Die Powder-Mage-Chroniken 1: Blutschwur

Die Powder-Mage-Trilogie bietet epische Fantasy in einer von den Umbrüchen Europas im 19. Jahrhundert inspirierten Welt. Schwerter wurden durch Musketen und Pistolen ersetzt, Leibeigene sind in Gewerkschaften organisiert und die alten Regeln der Magie werden durch Pulvermagier herausgefordert: eine Zunft von Scharfschützen, die durch das Schnupfen von Schwarzpulver außerordentliche Fähigkeiten erhält. Eine Mischung aus Brandon Sanderson mit einem Hauch Naomi Novik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 630
    Erscheinungsdatum: 03.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959816694
    Verlag: Cross Cult
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Die Powder-Mage-Chroniken 1: Blutschwur

KAPITEL

1

Adamat trug seinen Mantel dicht am Körper und bis zum Kragen zugeknöpft, um die feuchte Nachtluft abzuhalten, die nebelschwer auf ihn eindrang und ihn zu ertränken versuchen schien. Er zog an seinen Ärmeln, um ihnen ein wenig mehr Länge zu entlocken, und zupfte an der Vorderseite des Mantels, der ihm an der Taille viel zu eng war. Ein halbes Jahrzehnt war vergangen, seit er diesen Mantel das letzte Mal getragen hatte, doch als der König ihn zu dieser späten Stunde zu sich hatte rufen lassen, war ihm keine Zeit mehr geblieben, seinen guten vom Schneider zu holen. Unglücklicherweise bot dieser Sommermantel keinerlei Schutz gegen die Kälte, die durch das Kutschenfenster hereinkroch.

Es war nicht mehr lange hin bis zum Morgen, doch dem Sonnenaufgang würde es schwerfallen, den Kampf gegen den zähen Nebel zu gewinnen. Adamat konnte es spüren. In Adopest hatte der Frühling gerade erst begonnen, doch selbst für diese Jahreszeit war es feuchter als erwartet und kälter als Novis eisige Ausläufer. Die Wahrsager in Noman's Alley hielten das für ein schlechtes Omen. Doch wer hörte heutzutage noch auf Wahrsager? Adamat vermutete, dass das grässliche Wetter ihm höchstens eine Erkältung bescheren würde, und er fragte sich, warum man ihn in einer solch ungemütlichen Nacht herbeizitiert hatte.

Die Kutsche näherte sich dem Eingangstor von Skyline und fuhr hindurch, ohne anzuhalten. Adamat krallte die Finger in seine Hosenbeine und spähte aus dem Fenster. Die Wachen standen nicht an ihren Posten. Und was noch seltsamer war: Der breite, von Springbrunnen gesäumte Pfad, dem sie folgten, war unbeleuchtet. Skyline verfügte über so viele Laternen, dass es selbst in der nebligsten Nacht von der Stadt aus gesehen werden konnte. Doch heute Nacht lagen die Gärten im Dunkeln.

Dagegen hatte Adamat nichts einzuwenden. Manhouch hatte schon genug Steuergelder für sein persönliches Vergnügen verschwendet. Adamat starrte in Richtung der Gärten, wo sich ab und an Lücken in der düsteren Hecke auftaten. Es waren Eingänge zu den Heckenlabyrinthen, die sich wie Mäuler voll gähnender Schwärze im Dunkeln abzeichneten. Adamat meinte, Gestalten zu erkennen, die dahinter über den Rasen huschten. Was war ... ah, nur eine Skulptur. Adamat lehnte sich zurück und atmete tief durch. Sein Herz klopfte wie wild und sein Magen hatte sich beinahe schmerzhaft zusammengezogen. Vielleicht hätte man die Gartenlaternen doch lieber anzünden sollen ...

Ein kleiner Teil von ihm, der Teil, der einst Polizeiinspektor gewesen war und in genau solchen Nächten in dunklen Gassen Gauner und Taschendiebe gejagt hatte, lachte innerlich. Beruhige dich, alter Mann , sagte er zu sich selbst. Früher warst du es, der aus der Dunkelheit zurückstarrte .

Mit einem Ruck kam die Kutsche zum Stehen. Adamat wartete darauf, dass der Kutscher die Tür öffnete, doch da hätte er sicher die ganze Nacht lang warten können. Der Kutscher donnerte mit der Faust aufs Dach. "Wir sind da", verkündete eine unwirsche Stimme.

Wie unhöflich.

Adamat stieg aus der Kutsche und hatte gerade noch Zeit, seinen Hut und Gehstock an sich zu reißen, bevor der Kutscher die Zügel schnalzen ließ und klappernd in der Nacht verschwand. Adamat fluchte dem Mann leise hinterher, sah sich um und hob dann den Blick zu Skyline.

Der Adel nannte den Skyline-Palast "das Juwel von Adro". Er lag auf einem Hügel östlich von Adopest, sodass die Sonne jeden Morgen direkt über seinen Dächern aufging. Eine besonders kühne Zeitung hatte den Prachtbau mit einem Diamantring am Finger eines hungernden Bettlers verglichen. In diesen mageren Zeiten war das ein angemessener Vergleich. Der Stolz eines Königs vermochte es nicht, die Bäuche seiner Untertanten zu füllen.

Er befand sich am Haupteinga

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