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Die Rückkehr der Ahnen Band 1 von Voigt, Gerald (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.07.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Die Rückkehr der Ahnen

Die Folgen des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes sind katastrophal und schlagen in einen ewigen Winter um... Die menschliche "Elite" - ein Team Wissenschaftler - erlebt in der Stadt Noah-City den Untergang der Welt. Voller Grauen müssen sie mit ansehen, wie die Natur erbarmungslos die auslöscht, die sich ihr gegenüber roh und genauso erbarmungslos zeigten. Ihre einzige Chance, das Inferno zu überstehen - ein Kälteschlaf, der Jahrhunderte überdauert. Hat der Mensch der neuen Zeit aus den Fehlern seiner Vorfahren gelernt? Bobak, Häuptling der Sonnenanbeter und sein Gefährte Goli, der Säbelzahntiger, werden die treuen Wegbegleiter in eine ungewisse Zukunft, in eine Welt voller Abenteuer...

G. Voigt ist Jahrgang 1956 und arbeitete unter anderem als Lehrer und in der Pflege und widmet sich in seiner Freizeit dem Schreiben und lebt am Rand von Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 276
    Erscheinungsdatum: 07.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741218811
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1281kBytes
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Die Rückkehr der Ahnen

Die Geburt der Götter

Surrend schnellte der Pfeil von der Sehne und bohrte sich tief in sein Ziel. "Getroffen, ich habe ihn!" jubelte Bobak und lief, seine Jagdbeute zu holen. Der Vierzehnjährige tanzte und sprang vor Freude um das erlegte Tier herum.

Heute war wirklich sein Glückstag. Schon der dritte Hase, den er zur Strecke gebracht hatte! Er band die Hinterläufe mit einer schmalen Lederschnur zusammen und holte die übrigen Beutestücke aus dem Versteck. Stolz, mit geschwellter Brust, hob er grüßend die Hand und neigte sich in Richtung Sonne. "Hab Dank, du Göttliche, Spenderin des Lichtes und der Wärme. Wir werden dir ein Opfer bringen und uns die Beute schmecken lassen." Lachend winkte er noch einmal, dann rannte er ohne Unterbrechung zur Siedlung zurück. Schon von weitem sah er die grauen, aus Felsstein geschichteten hohen Mauern von Kilbaat. Rauch stieg kerzengerade aus den Schornsteinen der Steinhütten empor. Bobak, der Sohn des Ältesten Miriam, verschnaufte im Schatten einer mächtigen Ulme. Er ordnete seine Sachen, rückte den ledernen Köcher und die Jagdtasche zurecht und hängte sich die Hasen gut sichtbar über die Schulter. Laut pfeifend setzte er seinen Weg fort. Gespannt erwartete er die Reaktion seiner Familie. Miriam Merenes, der Stammesälteste der Pikos - der Sonnenanbeter -, trat vor seine Hütte, hob die Hand schützend vor die Augen und blickte zur Sonne. Vage waren die Umrisse des Glutballes durch den dunstverhangenen Himmel zu sehen.

"Es wird Zeit, Mutter Sonne, dass du deine Herrschaft wieder mit voller Kraft ausübst. Vertreibe Kälte und Feuchtigkeit, lass uns teilhaben an deiner göttlichen Erscheinung und von deiner Kraft schöpfen", murmelte er und berührte mit der rechten Handfläche Stirn und Kinn. Verstohlen rieb der alte Mann sich die Hände und hüllte sich fester in seine Toga ein. Sein Blick wanderte über das Anwesen hinweg. Zwischen den Hütten, entlang der Wege sah man schon die winzigen Sprossen der Gräser hervorlugen. Vereinzelt trieben sich herrenlose Ziegen umher, um diese frühen Leckerbissen zu zupfen.

Miriam wandelte ein Stück durch die Siedlung. Wo immer er auftauchte, wurde er respektvoll begrüßt und empfangen. "Der Sonne Kraft wächst jetzt mit jedem Tag, bald werdet ihr die Vorräte erneuern können und müsst euch nicht mehr in den Hütten verstecken", verkündete er pathetisch. Die Menschen freuten sich über diese Vorhersage und begannen fröhlich zu singen:

Oh, Sonne, du Mutter - steig zu uns herab,

schick uns deine Wärme in unser Kilbaat.

Wir warten voll Sehnsucht, auf dass der Tag beginnt,

Lass weichen den Winter und mach, dass er zerrinnt...

Miriam segnete die Sänger und zog weiter.

Als er seine eigene Hütte wieder erreichte, wurde sein Gesicht durch ein Lächeln erhellt: Sein Sohn durchschritt schwungvoll das Tor. Jetzt erst fiel ihm auf, wie groß und kräftig die Gestalt des Jungen geworden war.

"Aldia, komm schnell vor das Haus. Bobak kehrt von der Jagd zurück. Wie ich sehen kann, war er erfolgreich und hat uns einen Festschmaus mitgebracht!"

Aldia, Bobaks Mutter, kam, mit einem schlichten Leinengewand bekleidet, aus dem Innern der Hütte. Im Laufen trocknete sie sich die Hände an einem Stück Fell ab. Voller Stolz schauten die beiden Alten auf den Jäger. "Unser Sohn wird ein Mann", stellte Miriam fest, "bald wird er nicht mehr auf Hasen schießen, sondern seinen ersten Wolf erlegen. Dann wird er die Höhle der Ahnen aufsuchen, um mit den Göttern zu reden. Er muss sich gründlich auf diese Prüfung vorbereiten!" Mit leuchtenden Augen trat Bobak vor die Eltern. "Seht, Mutter Sonne war mir wohlgesonnen. Wir sollten ihr zu Ehren einige Tropfen Blut dem Boden spenden, auf dass sie davon nippen kann", schlug er vor und machte sich sogleich ans Werk. Mit einem Schnitt trennte er die Kehle eines Tieres auf und zeichnete mit dem auslaufenden Blut die Form der

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