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Die Rache des Titan Die War-Dogs-Trilogie 3 - Roman von Bear, Greg (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Rache des Titan

Das All ist nicht genug! Im Krieg zwischen Menschen, Gurus und Antags haben alte Bündnisse keine Gültigkeit mehr, Feinde sind zu Freunden und Freunde zu Feinden geworden. Während unser Sonnensystem von anhaltenden Scharmützeln und politischen Intrigen zermürbt wird, begibt sich Sergeant Michael Venn mit seinem Team von Skyrines auf eine Mission, die sie bis an die Grenzen des bekannten Universums führen wird - direkt zum Planeten X, der Heimatwelt der einst mit den Menschen verfeindeten Antags. Denn dort, Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, wird sich das Schicksal der Menschheit entscheiden ... Greg Bear wurde 1951 in San Diego geboren und studierte dort englische Literatur. Seit 1975 als freier Schriftsteller tätig, gilt er heute als einer der ideenreichsten wissenschaftlich orientierten Autoren der Gegenwart. Etliche seiner Romane wurden zu internationalen Bestsellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641164836
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Take back the Sky - War Dogs Book 3
    Größe: 812 kBytes
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Die Rache des Titan

Kalte Schützengräben

Über unseren Köpfen tut sich was. Wir hören das widerhallende, in die Länge gezogene Klagen des dicken Packeises. Es klingt, als würde ein Idiot in einer leeren Kathedrale auf der Orgel spielen. Dieses zutiefst beunruhigende und geistlose Geräusch wird noch vom leise knarrenden Klicken der Antag-Maschinen untermalt, die draußen in der Dunkelheit die Stellung halten. Warum machen sie uns nicht einfach kalt?

Sie verstecken sich in den Zellen und Waben des alten Archivs - das ich mittlerweile in Gedanken Käfer-Karnak nenne, weil es mich irgendwie an antike ägyptische Tempel erinnert. Nach Milliarden von Jahren übermittelt Käfer-Karnak immer noch die Geschichte der Käfer jedem, der auf den Eismondtobak reagiert. Ich könnte auf Empfang gehen, wenn ich wollte, aber der wird wesentlich besser, wenn ich mich dazu mit meinem Antag-Kontakt kurzschließe, und der scheint momentan abgelenkt zu sein.

Vielleicht wartet sie darauf, dass ihre Kameraden sich darüber einig werden, wie nützlich wir sind. Daumen hoch oder runter. Haben sie eigentlich Daumen? Vielleicht halten die Antags uns für Lockvögel. Möglicherweise ist ihnen schon mal was Ähnliches pas siert - vielleicht erst vor Kurzem. List und Tücke. Sie verhalten sich auffällig vorsichtig.

Ob sie wohl ebenso große Schwierigkeiten hat, mich zu hören. Ja, wir sind verwandt, aber das heißt noch lange nicht, dass wir auch zusammenpassen.

Und damit uns bei alledem nicht langweilig wird, verschärfen unsere Ersatzdruckanzüge noch die Situation, indem sie uns nach wie vor durch den Wolf drehen. Mit Drähten und Klingen schneiden sie in unserem Innern durch Fleisch und Knochen - vermutlich, um uns schneller und reaktionsstärker zu machen.

Was von der Eisstation noch übrig war, ist mittlerweile wahrscheinlich verschwunden. Nachdem unsere Samen damit fertig waren, Oscars auszuscheißen, und wir uns davongemacht haben, müssen vom Kasten noch weitere Samen heruntergefallen sein und auch noch den Rest zerstört haben.

Mit diesen Samen lässt sich eine Menge Gewicht einsparen, wenn man Waffen an Orte im Sonnensystem transportieren will, wo an Rohstoffen kein Mangel herrscht - Orte wie Titan, der über und über mit Methan, Ethan und Silen bedeckt ist und auf dem es mehrere Vorkommen von natürlich entstandenen Wachsen, Ölen und Plastikmaterialien gibt.

Aber auch bei einem Rohstoffüberfluss zählt unter Zeitdruck nur größtmögliche Effizienz. Die Station war bereits vorverarbeitet, und die Samen haben sich ve rmutlich wie hungrige Mastiffs hineingefressen. Wa s wohl mit den Leichen passiert ist? Vielleicht sind sie auch zu Bestandteilen von nagelneuen Waffen ge worden. Wie kann man noch menschlich bleiben, wen n man es mit derart teuflischem Erfindungsreichtum zu tun bekommt?

"Antag-Bewegung voraus", sagt Jacobi.

Aus dem dritten und vierten Gefährt hört man aufgeregte Gespräche in russischer Sprache - sie klingen unglücklich und schrill. Litwinow schüttet vor den Truppen in den Transportern voller Dissidenten sein Herz aus. "Wir werden nichts tun!", ruft er auf Russisch und gleich darauf auf Englisch. "Wir sind jetzt hier, und wir haben keine andere Wahl mehr. Wenn wir umkehren, werden unsere Leute uns umbringen."

Ich betrachte Jacobis sichelförmig beleuchtetes Gesicht, das hinter der Helmkante gerade noch zu erkennen ist. Dann lasse ich den Blick zu Joe in der Hängematte neben ihr weiterwandern. Unsere Anzüge knarren in den Schlingen. Hier sind wir zu sechst. Wie viele Russen stecken in den letzten beiden Oscars? Keine volle Besatzung. Keinesfalls sechs. Möglicherweise nur drei und damit nicht genug, um richtige Te ams zu bilden, die den Stress miteinander teilen un d die Panik bezwingen können.

Da wir nicht zusammen gekämpft haben und nicht genug Zeit hatten, einander kennenzulernen, haben sie keinen großen Eindruck bei mir hinterlassen

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