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Die Reise der Scythe 2: Varianz von Boom, Dirk van den (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.09.2018
  • Verlag: Cross Cult
eBook (ePUB)
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Die Reise der Scythe 2: Varianz

Am Rande des Abgrunds Auserwählte oder Gefangene? Die Besatzung des Polizeikreuzers Scythe, gefangen in einer rätselhaften Raumsphäre, muss herausfinden, welche Rolle sie in dem Drama spielt, in das sie geworfen wurde. Innerhalb des Gefängnisses, zusammengepfercht mit Hunderten anderer Zivilisationen, stehen die Zeichen auf Sturm. Ein wahnsinniger Potentat will den erlösenden Krieg, um Lebensraum zu schaffen; der mysteriöse Zentralkern beginnt erstmals seit Jahrtausenden eigene Aktivitäten zu entfalten - und es gilt, Menschen zu helfen, die sich selbst nicht mehr helfen können. Als die Sphäre auch noch mit einem äußeren Gegner konfrontiert wird, der dem Raubzug durch die Galaxis Einhalt gebieten möchte, wird die Situation unkontrollierbar und bedrohlich. Captain Lyma Apostol und ihre Gefährten wissen nur eins: wenn sie untätig bleiben, wird der Sturm von Gewalt und Tod, der sich zusammenbraut, sie gnadenlos zur Seite fegen. Die Frage bleibt, wie viel Varianz die Sphäre ertragen kann, ohne dass sie alle zusammen in den Abgrund gerissen werden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 430
    Erscheinungsdatum: 03.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959815307
    Verlag: Cross Cult
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Die Reise der Scythe 2: Varianz

1

Siebzehn von ihnen waren noch am Leben.

Nein, Leben war anders. Sie existierten.

Rivera schaute sie sich immer wieder an, sprach, lächelte, berührte, wo es erlaubt war. Er ging von einem zur anderen. Er war bemüht, ihren Geist zu stärken und zu ermuntern, ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen, irgendwie. Es fiel ihm schwer, mangelte es ihm doch selbst oft an der nötigen Kraft. Das Problem war in ihnen selbst, und nur da. Sie waren alle in einem akzeptablen körperlichen Zustand, von leichten Verletzungen einmal abgesehen. Horana LaPaz hatte es am schlimmsten erwischt, mit dem abgehackten Arm, der fachmännisch verarztet worden war. Sie hatte lange unter Schock gestanden, und Rivera hatte die größten Befürchtungen gehabt, doch sie war eine zähe Frau.

Möglicherweise die zäheste von ihnen allen.

Alle siebzehn Gefangenen saßen in einem Raum an Bord der Licht , die nun ganz in Händen der Iskoten war, und nachdem Rivera alle Steuerungscodes des Schiffes auf Eirmengerd, den Kommandanten der Invasoren, übertragen hatte, war deren Kontrolle vollständig. Erkensteen, der Ingenieur, war derzeit der Einzige, den die Eroberer immer wieder aus dem großen Raum holten, um ihn bezüglich der außergewöhnlichen technischen Anlagen zu konsultieren. Das hatte nach einigen Tagen aber auch sichtlich nachgelassen, und in diesem Moment hockte der Mann wie alle anderen auf dem Fußboden, da die wenigen Sitzgelegenheiten jenen überlassen blieben, denen es körperlich oder mental nicht ganz so gut ging. Er drückte einer jungen Frau neben ihm freundschaftlich den Unterarm. Tizia McMillan hatten die Ereignisse zugesetzt, sie schwankte zwischen Zorn und Trauer und konnte jeden Zuspruch gebrauchen. Erkensteen war offenbar nicht nur gut mit Maschinen.

Viele Leute halfen sich gegenseitig, in der Hoffnung, etwas an Hilfe zurückzubekommen. Manche gaben mehr, andere nahmen mehr. Keine Vorwürfe.

Zum Glück gehörte die Ärztin der Licht zu den Überlebenden. Dr. Delia Nom hatte von ihren neuen Herren die Erlaubnis bekommen, einen der großen Behandlungskästen aus der Krankenstation hierher mitzunehmen. Sie war vorsichtig mit dem Verteilen der Medikation, und es war vielmehr ihr verbaler Zuspruch, der die Leute aufrecht hielt. Sie war Ärztin, eine Heilerin. Ein Wort von ihr war wie ein Placebo. Rivera hätte es ohne sie nicht geschafft, die Moral der Gefangenen auf einem Mindestmaß zu erhalten. Er war ihr ewig dankbar für ihren Einsatz.

Rivera beendete seinen aktuellen Rundgang, auf dem er viel aufmunterndes Kopfnicken verteilt hatte. Es gab das eine oder andere sonnige Gemüt, mit dem zumindest ein sarkastischer Scherz möglich gewesen war, aber allen lasteten die Ereignisse noch schwer auf der Seele. Das Gemetzel, das die Iskoten vor ihrer aller Augen an der Mannschaft vollführt hatten, konnte man nicht leicht vergessen. Rücksichtslosigkeit, Kaltherzigkeit, alles Begriffe, die man nur vorsichtig nutzen würde, denn keiner wusste, wie eine Alienzivilisation wie die Iskoten wirklich tickte. Dennoch, Rivera hatte seine eigenen bösen Erinnerungen, die hin und wieder in Albträumen nach oben brachen. Nishith Gosh gehörte zu den Toten, jemand, an dem die Iskoten ohne jeden Anlass ein Exempel statuiert hatten. Und Albert Toufik, der junge Pilot, war ausgerastet und zum Angriff übergegangen, als Gosh vor seinen Augen gestorben war. Er hatte binnen weniger Momente das Schicksal seines Kameraden geteilt, ohne dass Rivera etwas dagegen hätte tun können.

Sinnlose Opfer. Eine sinnlose Mission. Eine Falle. Das Gefühl des Scheiterns war niederschmetternd.

Der ehemalige Kommandant hockte sich neben Sharon Toliver auf den Boden, die mit dem Kopf an die Wand gelehnt aufrecht dasaß, die Augen geschlossen, mit ihren eigenen Dämonen beschäftigt. Sie bemerkte seine

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