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Die Schleife Roman von Clines, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.06.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Schleife

Eli Teague ist acht Jahre alt, als er zum ersten Mal Harriet Pritchard, genannt Harry, in ihrem alten Ford Model A begegnet. Kurz darauf wird Eli Zeuge, wie sich Harry samt Auto in Luft auflösen. Zwanzig Jahre später arbeitet Eli in einem langweiligen Job und lebt noch immer in seiner kleinen Heimatstadt. Die Hoffnung, dass Harry vielleicht eines Tages wiederkommen könnte, hat er nie aufgegeben. Und er soll Recht behalten: Plötzlich steht Harry wieder vor ihm und ist um keinen Tag gealtert. Sie nimmt Eli mit auf eine abenteuerliche Reise durch das ganze Land - und durch die Zeit ... Peter Clines wuchs in Maine, USA, auf und studierte Literaturwissenschaft, Archäologie und Quantenphysik. Er hat bereits zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht, bevor er sich dem Schreiben von Romanen widmete. Peter Clines lebt und arbeitet in Südkalifornien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 528
    Erscheinungsdatum: 10.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641232344
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 31973
    Originaltitel: Paradox Unbound
    Größe: 1999 kBytes
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Die Schleife

2

Eli war dreizehn, als er Harry zum zweiten Mal begegnete.

Er war in die unschöne Phase der Pubertät eingetreten, in der sich sein Körper hatte entscheiden müssen, ob er zuerst wachsen oder zunehmen wollte. In Elis Fall war eindeutig Letzteres eingetreten. Er war noch keinen Meter fünfzig groß, hatte aber vergangenen Sommer die fünfundsechzig Kilo überschritten. Seitdem war er nicht mehr auf die Waage gestiegen, obwohl seine Mutter ihm versichert hatte, dass sich letztlich alles einpendeln würde.

Mr. Jackson ließ ihn an diesem Tag eine halbe Stunde früher gehen, weil er alle Regale sortiert hatte und es nichts mehr zu tun gab. So früh in der Saison bestand kaum die Chance, dass es kurz vor Schluss noch zu einem Ansturm kam. Eigentlich gab es zu keiner Jahreszeit einen Ansturm auf irgendein Geschäft in Sanders. Eli war sich ziemlich sicher, dass sich Sanders ohne die Fremden (wie seine Oma die Touristen immer nannte), die kein Motel näher am Strand gefunden hatten, lange vor seiner Geburt aufgelöst hätte wie ein Furz im Wind.

Wenn er Glück hatte, würde er Corey und Josh noch erwischen. Vor einer Stunde waren sie bei Jackson's vorbeigekommen, um ein paar Zeitschriften und Comics und ein Sixpack Mountain Dew zu kaufen. Sie waren auf dem Weg zu den Tribünen gewesen, wo sie bis zum Einbruch der Dunkelheit rumhängen würden. Josh hatte angedeutet, dass vielleicht auch Mädchen da wären. Keine Mädchen wie Robin, die ziemlich cool und eigentlich eher ein Junge war, sondern solche wie Nicole, die schon im ersten Jahr an der Highschool bei den Cheerleadern war und mindestens einmal pro Woche in Minirock und Kniestrümpfen zur Schule kam.

Eli trug sein Zehn-Gang-Rennrad aus dem Verkaufsraum, trat in die Pedale und fuhr hinter dem Video Emporium vorbei zum Founders House. Es war ein Umweg zum Baseballfeld, aber besser, als am Pizza Pub und an der Feuerwache vorbeizufahren. Die kleine Rasenfläche dazwischen war Zeke Millers Lieblingsplatz, und Eli hatte heute keine Lust, sich mit dem Kleinstadttyrannen auseinanderzusetzen.

Eigentlich hatte er nie Lust, sich mit Zeke auseinanderzusetzen. Sein Leibesumfang machte ihn zu einem einfachen Ziel. In vielerlei Hinsicht.

Das Founders House ragte vor ihm auf. Es erstreckte sich über einen kleinen Hügel. Der weiße Anstrich war im Laufe der Zeit vergilbt und drei der vier Fenster gesprungen, aber keines richtig kaputt. Eli konnte sich nie entscheiden, ob es eher wie ein großes Herrenhaus oder wie ein Nobelhotel aussah. Er hatte dort noch nie jemanden gesehen, den er hätte fragen können, und selbst wenn, hätte es ihn nicht genug interessiert. Das Founders House stand einfach da, nicht ganz in der Mitte des Orts, und tat nichts, außer von Jahr zu Jahr älter zu werden. Es kursierten nicht mal irgendwelche guten Geschichten darüber. Keine Selbstmorde oder Landstreichermorde oder wütenden Gespenster oder so.

Sanders war zu langweilig, um auch nur ein anständiges Spukhaus zu haben.

Wie auf ein Zeichen zersprang klirrend eines der Fenster. Eli zog die Bremse und kam schlitternd zum Stehen. Er hörte das Kichern, kurz bevor der nächste Stein von seinem Lenker abprallte. Er riss die Hände weg, und das Gelächter wurde lauter.

"Was suchst du, Flea-lie?" Zeke ließ einen weiteren Stein auf der Handfläche hüpfen und schien sich kaum zurückhalten zu können. Für jeden Zentimeter, den Eli in den letzten Jahren nicht gewachsen war, hatte Zeke zwei abbekommen. Er trainierte sogar schon mit dem Footballteam, obwohl er erst nächstes Jahr spielberechtigt war.

Zekes bester - und wahrscheinlich einziger - Freund Dougie leistete ihm Gesellschaft. Die beiden standen am Fuß des Hügels auf der gekiesten Nebenstraße, die zum Baseballfeld führte. Im hohen Gras hinter ihnen lagen ihre Räder.

"Nichts, Zeke." Eli seufzte. Er warf einen Blick auf die Straße und überlegte, ob er entkommen könnte, ohne einen Stein an den Hinterkopf

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