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Die schwarze Königin Roman von Volkers, Mara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2018
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Die schwarze Königin

Dunkles Verlangen und verbotene Geheimnisse Rot – die Farbe des Bluts. Seit dem ersten Moment ist Daniela fasziniert von den Gemälden des Wiener Künstlers Urban, der nur eine einzige Farbe verwendet. Und was hat es mit dem verführerischen Model Monique auf sich? Ihrem erotischen Einfluss kann sich niemand entziehen, auch Daniela nicht. Als eine unheimliche Mordserie die Stadt erschüttert, deuten die Hinweise auf den Kreis des Künstlers. Die Suche nach der Wahrheit führt Daniela nicht nur zu mächtigen Geheimzirkeln und in eine Welt voller dunkler Obsessionen, sondern auch in die erotischen Abgründe ihrer eigenen Seele. Denn wahre Gier ist ebenso gefährlich wie unersättlich ... Mara Volkers wurde im Rheinland geboren. Sie studierte Medizin, brach aber das Studium ab und arbeitete als Angestellte in einem weltweit operierenden Konzern. Zur gleichen Zeit erschienen ihre ersten Kurzgeschichten in verschiedenen Fantasy-Anthologien. Gemeinsam mit ihrem Ehemann schreibt sie Romane verschiedener Genres. Mit "Die Vampirkönigin" und "Die Tore der Geister" legte sie Dark-Fantasy-Romane vor, "Die Reliquie" und "Die Braut des Magiers" führen ins magische Mittelalter. Mara Volkers und ihr Ehemann leben als freie Schriftsteller in der Nähe von München. Unter einem anderen Pseudonym hat das Ehepaar bereits zahlreiche historische Romane veröffentlicht, die regelmäßig die Besteller-Listen stürmen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 04.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492984461
    Verlag: Piper
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Die schwarze Königin

4

Das Haus, in dem die Vernissage stattfand, stand etwas versteckt hinter einem Gebäudekomplex in der Josefstadt und war nur durch einen schmalen Durchgang zu erreichen. Es stammte sicher noch aus dem 17. Jahrhundert und war kaum umgebaut worden. Einst als Palais für eine hochrangige Familie errichtet, sah es mit seiner großen, halbrunden Tür, die von zwei Steinfiguren aus der griechischen Mythologie flankiert wurde, geradezu erhaben aus. Auf einem der beiden Türflügel hing das Plakat der Vernissage.

Beim Anblick des Hauses wurde Daniela sich ihrer abgewetzten Jeans und des alten T-Shirts bewusst, die sie wahllos aus dem Schrank gegriffen hatte, um die Kleidung zu ersetzen, die sie bei dem Zwischenfall im Keller getragen hatte. Doch der Name Lassky ließ sie alle Bedenken vergessen. Sie streckte die Hand aus und drückte die massig wirkende Klinke herab. Zu ihrer Verwunderung ging die Tür leicht und beinahe geräuschlos auf. Sie trat ein und fand sich in einem hell erleuchteten, ovalen Vorraum wieder. Sie erwartete eine Kasse oder wenigstens einen Angestellten zu sehen, der die Gäste in Empfang nahm. Doch da war niemand. Dafür hörte sie aus einem Nebenraum Stimmen.

"Küss die Hand, gnädige Frau! Sie sehen aber heut wieder fesch aus", sagte gerade ein Mann, dessen Stimme sehr sympathisch klang.

Eine Frau lachte geschmeichelt auf. "Von Ihnen höre ich am liebsten Komplimente, Lassky. Da weiß ich, dass sie ernst gemeint sind, denn Ihrem Künstlerblick entgeht nichts."

Der Mann mit der sympathischen Stimme war also Lassky selbst, sagte sich Daniela. In der Hoffnung, nicht nur neue Bilder von ihm zu sehen, sondern auch den Künstler selbst kennenzulernen, trat sie in den Ausstellungsraum. Ehe sie sich weiter umschauen konnte, nahmen die vordersten Bilder ihren Blick wie durch eine geheime Magie gefangen.

In diesen Gemälden waren nur Rottöne zu finden, aber sie wirkten trotz eines leicht abstrakten Touchs so natürlich, als müssten die Frauen ebenso wie die Landschaften jenen Augenblick zum Leben erwachen.

Daniela musste sich beherrschen, um nicht über das eine oder andere Bild zu streicheln und es auf diese Weise nicht nur visuell, sondern auch mit dem Tastsinn zu erfassen. Das Rot strahlte so, dass ihr beinahe schwindlig wurde. Gleichzeitig vermochte sie sich nicht satt daran zu sehen. Ein eigenartiges Gefühl stieg in ihr auf, wie ein Feuer, dass sich in ihr ballte, um sie schlagartig zu verzehren. Dabei überkam sie ein ungewohnt starkes, sexuelles Verlangen und gleichzeitig ein Hunger nach etwas, das sie sich ihrem Verstehen entzog.

Unter inneren Qualen löste sie ihren Blick von den Bildern und schüttelte sich, um die widersprüchlichen Empfindungen abzustreifen. Während sie noch mit ihrem inneren Aufruhr kämpfte, nahm sie eine Gruppe von Leuten wahr, die in einer Ecke des Raumes stand. Den Mittelpunkt bildeten einige Frauen, deren biologisches Alter höchstens ein Archäologe unter der dicken Schicht Schminke hätte erkennen können. Zu ihnen hatten sich einige Herren mit Champagnerkelchen in der Hand gesellt.

Ein Mann stach sofort unter den Anwesenden hervor. Er war schätzungsweise eine Handbreit größer als Daniela, besaß eine stämmige, aber nicht unharmonische Figur und ein freundliches, rundes Gesicht mit ausdrucksvollen Augen, die Daniela an den Falken erinnerten, der einmal bei einer Greifvogelschau auf ihrem Arm gelandet war. Der Haaransatz des Mannes war leicht erhöht, konnte aber noch nicht als Stirnglatze bezeichnet werden. Das Auffälligste war jedoch seine Kleidung. Über hellroten Hosen und einem gleichfarbenem Hemd trug er ein Mittelding zwischen Sakko und Weste in einem sehr kräftigen Rot, mit dem er draußen auf der Straße eher negativ aufgefallen wäre. Aber hier zwischen den in sämtlichen Rottönen schillernden Bildern passte es wunderbar.

Daniela war sich sicher, Urban Lassky vor sich zu sehen. Unwillkürlich trat sie näher und lauschte.

"

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