text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Stunde des Assassinen Roman von Barker, R. J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.01.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Stunde des Assassinen

Girton Klumpfuß ist kurz davor, einer der besten Auftragsmörder des Landes zu werden, schließlich geht er bei Meister Karn in die Lehre, einer lebenden Legende im Geschäft mit dem Tod. Eines Nachts werden Girton und sein Meister jedoch an den Königshof gerufen: Innerhalb der dicken Steinmauern von Burg Maniyadoc wispert man hinter vorgehaltener Hand von einem geplanten Attentat auf den Kronprinzen. Getreu dem Motto 'Um einen Mörder zu fangen, musst du einen Mörder schicken' heuert die Königin die beiden Assassinen an, um das Attentat zu verhindern. Weder Girton noch Meister Karn ahnen, dass der Anschlag auf den Prinzen erst der Beginn einer Reihe von Verschwörungen und Intrigen ist, die das gesamte Königreich in einen grauenhaften Krieg stürzen könnten, der auch vor loyalen Assassinen nicht haltmacht ... R. J. Barker war schon als kleiner Junge eine absolute Leseratte und hatte stets ein Buch in der Tasche. Er war Mitglied in einer Rockband, bevor er beschloss, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Das Fantasy-Epos Die Stunde des Assassinen ist sein erster Roman. Der Autor lebt mit seiner Familie in Leeds.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 09.01.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641211271
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Age of Assassins - The Wounded Kingdom Book 1 -
    Größe: 2504 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Stunde des Assassinen

Prolog

Darik, der Schmied, war der Letzte der Trostlosen. Der Landjunker brachte ihn mit einem Tritt in die Kniekehle zu Boden und riss seinen Kopf nach unten, sodass er kniete und die Linie zwischen dem saftigen grünen Gras und der verrotteten gelben Wüste der Fäulnis anstarrte. Nichts wuchs in dieser Fäulnis. Zugunsten seiner Magie hatte ein Zauberer vor vielen Jahren, noch bevor Dariks Eltern geboren worden waren, dem Land jegliches Leben ausgesaugt, und heute fand sich dort nichts als ... Tod. Ein widerlich stinkender Wind blies Darik die langen braunen Haare ins Gesicht, und zehn Schritte von ihm entfernt weinte die erste Trostlose, während sie auf die Klinge wartete - Kina, das Hirtenmädchen, kaum älter als ein Kind und die einzige andere aus seinem Dorf. Die Stimme des Landjunkers, der sich riesig und stark in seiner grasgrünen Rüstung vor ihnen aufbaute, klang überraschend sanft, als er zu ihr sprach, mit einem Flüstern, das kaum lauter war als das Messer, das aus seiner Scheide glitt.

"Schsch, mein Kind. Gleich ist's vorbei", wisperte er, dann zog er das Messer durch ihren Hals, und ihre Tränen versiegten für immer. Darik spähte zwischen seinen zerzausten Haarsträhnen hindurch und sah Kinas Körper zucken, während schwallartig das Blut aus ihrer Kehle spritzte und dunkle, sich windende rote Muster auf dem stinkenden gelben Boden zeichnete - Silhouetten des Todes und des Lebens.

Er hatte gehofft, Kina zu heiraten, sobald sie mündig war.

Darik fror, aber es war nicht der Wind, der ihn zittern ließ. Ihm war kalt gewesen, seit die Zaubererjäger ihn geholt hatten. Es war das erste Mal seit fünfzehn Jahren gewesen, dass der Schweiß auf seiner Haut nicht von der unerbittlichen Hitze des Schmiedens stammte. Die Feuchtigkeit, die nun an ihm haftete, gehörte einer anderen Sorte Schweiß an, einem neuen Schweiß, einem kalten, verängstigten, animalischen Schweiß, der unaufhaltsam geflossen war, seit sie seine Handgelenke in Ketten gelegt hatten. So viel Zeit schien seitdem vergangen zu sein. Die Wochen, in denen sie durch das Müde Land marschiert waren, hatten sich wie ein einziger Traum angefühlt, aber im Nachhinein war der traumähnlichste Augenblick derjenige gewesen, als sie seinen Namen aufgerufen hatten. Es hatte ihn nicht überrascht - es war, als hätte er sich vor langer Zeit an einen Heckengeist verkauft und sein ganzes Leben lang nur darauf gewartet, dass jemand kam und seine Schuld eintrieb.

"Schsch, mein Kind. Gleich ist's vorbei." An einem weiteren Trostlosen tat das Messer seine Arbeit, und ein zweites Gewirr aus blutigen Sigillen spritzte auf den dreckigen gelben Boden. War dort ein Zeichen versteckt? Gab es eine Botschaft an ihn? An diesem Ort zwischen Leben und Tod, kurz bevor er die wässrige Dunkelheit umarmen würde, die die toten Götter verschluckt hatte, sprachen sie da nun mit ihm?

Oder war es einfach nur Blut?

Und Tod.

Und Angst.

"Schsch, mein Kind. Gleich ist's vorbei." Der Nächste flehte um sein Leben, genau in der Sekunde, bevor die Klinge zustach. Darik kannte seinen Namen nicht, hatte ihn nie danach gefragt, nie einen Sinn darin gesehen, denn sobald du einer der Trostlosen bist, bist du auch schon tot. Es gab keinen Ausweg, es war zwecklos, fliehen zu wollen. Das Brandmal auf deiner Stirn zeigte, was sie von dir hielten - Magienutzer, Zerstörer, Abschaum, Zauberer . Du bist zu nichts weiter zu gebrauchen, als auf der trockenen, toten Erde auszubluten, ein Blutopfer, um das Land zu heilen. Niemand würde dich verstecken, niemand würde dich bemitleiden, wo Magie die Erde so ausgelaugt hatte, dass die Menschen ihre Kinder kaum ernähren konnten. Er hörte ein Keuchen, ein Sich-Wehren, ein Flehen, während das Messer seine Arbeit vollführte und der durstige Boden sich das Leben einverleibte, das ihm geraubt worden war.

Fühlte Darik etwas - in diesem Augenblick des Todes? Spürte er ein Vibrieren? Ein Kitzeln, das von sei

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen