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Die Tochter des Wolfs Roman - Erstmals auf Deutsch von Hobb, Robin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2019
  • Verlag: Penhaligon
eBook (ePUB)
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Die Tochter des Wolfs

Sie ist seine Tochter und Erbin. Doch was das wirklich bedeutet, kann sie noch gar nicht ermessen. Seit Jahrhunderten kontrollieren die Diener von Clerres die Weißen Propheten und sind durch deren Weissagungen zu großer Macht gelangt. Doch die nächste Weiße Prophetin ist Biene, die Tochter des Assassinen Fitz. Selbst Folter kann ihren Willen nicht brechen, denn sie weiß, dass ihr Vater nichts unversucht lassen wird, um sie zu finden. Und sie hat Recht. Fitz ist bereits auf dem Weg, und nicht einmal Drachen können ihn aufhalten ... Robin Hobb wurde in Kalifornien geboren, zog jedoch mit neun Jahren nach Alaska. Nach ihrer Hochzeit zog sie mit ihrem Mann nach Kodiak, einer kleinen Insel an der Küste Alaskas. Im selben Jahr veröffentlichte sie ihre erste Kurzgeschichte. Seither war sie mit ihren Storys an zahlreichen preisgekrönten Anthologien beteiligt. Mit "Die Gabe der Könige", dem Auftakt ihrer Serie um Fitz Chivalric Weitseher, gelang ihr der Durchbruch auf dem internationalen Fantasy-Markt. Ihre Bücher wurden seither millionenfach verkauft und sind Dauergäste auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Robin Hobb hat vier Kinder und lebt heute in Tacoma, Washington.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 1120
    Erscheinungsdatum: 16.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641182991
    Verlag: Penhaligon
    Originaltitel: Assassin's Fate (The Fitz and The Fool Trilogy, Book 3)
    Größe: 4397 kBytes
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Die Tochter des Wolfs

Kapitel 2

DIE SILBERNE BERÜHRUNG

Es gibt eine merkwürdige Kraft, die jemanden überkommt, der sich seiner letzten Schlacht gegenübersieht. Die Schlacht ist nicht auf den Krieg beschränkt, ebenso wenig die Kraft auf Krieger. Ich habe diese Stärke bei alten Frauen gesehen, die an der Hustenkrankheit litten, und bei Familien davon gehört, die gemeinsam verhungerten. Sie treibt einen an weiterzumachen, über Hoffnung und Verzweiflung hinaus, vorbei an Blutverlust und Wunden in den Eingeweiden, ja sogar über den Tod selbst hinaus in einem letzten Aufbäumen, um etwas zu retten, das einem am Herzen liegt. Sie ist Mut ohne Hoffnung. Während der Kriege gegen die Roten Korsaren sah ich einen Mann, dem das Blut in einem Strahl aus dem Stumpf hervorspritzte, an dem einmal sein linker Arm gehangen hatte, und der doch mit der Rechten ein Schwert schwang, als er vor einem gefallenen Kameraden stand, um ihn zu beschützen. Bei einer Begegnung mit Entfremdeten sah ich eine Mutter über ihre eigenen Eingeweide stolpern, während sie schrie und sich an einen Entfremdeten krallte, um ihn von ihrer Tochter fernzuhalten.

Die Fernholmer haben ein Wort für diesen Mut. Finblead nennen sie ihn, das letzte Blut, und sie glauben, dass eine besondere Kraft dem letzten Blut innewohnt, das in Menschen verbleibt, bevor sie fallen. Ihren Sagen nach können Leute erst dann jene Art von Mut finden und nutzen.

Es ist eine fürchterliche Tapferkeit, und in ihrer stärksten und schlimmsten Ausprägung hält sie monatelang an, wenn man gegen eine letzte Krankheit kämpft. Oder, wie ich glaube, wenn man auf eine Pflicht zuschreitet, die den Tod zur Folge haben wird, aber völlig unausweichlich ist. Jenes Finblead erhellt alles im eigenen Leben mit einem schrecklich gleißenden Schein. Alle Beziehungen werden als das beleuchtet, was sie sind und was sie in der Vergangenheit wirklich waren. Alle Illusionen schmelzen dahin. Das Falsche wird genauso schonungslos offenbart wie das Wahre.

Fitz-Chivalric Weitseher

Als der Geschmack der Pflanze sich in meinem Mund ausbreitete, wurde der Lärm des Aufruhrs um mich herum lauter. Ich hob den Kopf und versuchte, mit brennenden Augen klar zu sehen. Ich hing in Lants Armen, und die vertraute Bitterkeit der Elfenrinde füllte meinen Mund aus. Mein linkes Handgelenk tat mir bis in die Knochen weh. Der Schmerz war so sengend wie gefrorenes Eisen. Während die Gabe mich durchflutet hatte, um die Kinder von Kelsingra zu heilen und zu verwandeln, war meine Wahrnehmung geschrumpft, aber jetzt war ich mir des Geschreis der Menge ringsum wieder voll bewusst, da der Schall von den hoch aufragenden Wänden des eleganten Saals der Uralten widerhallte. Ich roch Angstschweiß in der Luft. Ich war im Gedränge eingezwängt. Einige Uralte kämpften darum, vor mir zurückzuweichen, während andere sich in der Hoffnung, dass ich sie heilen würde, näher heranzudrängen versuchten. So viele Leute! Hände reckten sich nach mir, begleitet von Schreien: "Bitte, bitte, nur noch einen!" Andere riefen: "Lasst mich durch!", während sie sich vorwärtsschoben, um sich von mir zu entfernen. Der Gabenstrom, der so stark um mich herum und durch mich geflossen war, hatte sich abgeschwächt, aber er war nicht zum Erliegen gekommen. Lants Elfenrinde war die mildere Sorte, die in den Sechs Provinzen angebaut wurde, und ihrem Geschmack nach schon etwas schal. Hier in der Stadt der Uralten floss die Gabe so stark und so nah, dass ich glaubte, dass noch nicht einmal Grabenbaumrinde mich vollkommen von ihr hätte abschneiden können.

Doch es reichte. Ich war mir der Gabe bewusst, aber nicht länger als Sklave an sie gekettet. Doch die Erschöpfung, nachdem ich mich von ihr hatte benutzen lassen, ließ meine Muskeln nun ausgerechnet in dem Augenblick erschlaffen, in dem ich sie am meisten gebraucht hätte. General Rapskal hatte den Narre

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