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Earthdawn 2: Die Stimme der Mutter Earthdawn-Zyklus, Band 02 von Kubasik, Christopher (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2015
  • Verlag: Ulisses Spiele
eBook (ePUB)
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Earthdawn 2: Die Stimme der Mutter

Nachdem die Völker der Welt vierhundert Jahre lang in ihren magischen Festungen dem Eindringen der Dämonen getrotzt haben, öffnen sich nun wieder die Pforten ihrer selbstgewählten Gefängnisse. Doch die Bewohner Barsaives müssen feststellen, dass ihre Welt vollständig verwüstet wurde und ihre alten Feinde immer noch gegenwärtig sind. Es liegt am Zwergenkönigreich von Throal, dem grausamen Theranischen Imperium und den verschlagenen Dämonen die Stirn zu bieten. Lange Zeit glaubt Releana, dass die größte Gefahr für ihre beiden Kinder von ihrem Mann J'role ausgeht - doch dann kehren die Theraner zurück, die ehemaligen Beherrscher des Landes. Nach der Entführung ihrer Kinder und ihrer eigenen Versklavung erkämpfen sich J'role und Releana die Freiheit von den Theranern, nur um in die Hände der Kristallpiraten zu fallen. Und diese Begegnung ist es auch, von der das Schicksal des Landes abhängt ...

Christopher Kubasik ( 1963 in New York) ist ein amerikanischer Autor von Romanen und Kurzgeschichten, vornehmlich aus den Bereichen Science-Fiction und Fantasy. Von 1987 bis 192 arbeitete er bei der FAS Corporation, dem Herausgeber von mehreren Rollenspielen und Tabletopspielen (u.a. Earthdawn, Battletech & StarWars), zu denen er passende Geschichten verfasste. Seither arbeitet er als Drehbuchautor und war sogar schon für einen Emmy nominiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 01.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957526953
    Verlag: Ulisses Spiele
    Größe: 2065 kBytes
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Earthdawn 2: Die Stimme der Mutter

3.

Stunden, bevor die Burg über unser Dorf flog, waren wir drei bei Horvak, dem Schmied. Sein neuer Glühofen mußte eingerichtet werden, und ich hatte Euch beide mitgenommen. Es hatte gerade geregnet (wann regnet es in Barsaive nicht?), und der Boden war durchweicht und matschig. Torran, Du bist durch den Matsch vor Horvaks Haus gerannt, während du Samael immer wieder auffordertest, Dir nachzueifern. Nach wenigen Minuten wart Ihr beide völlig schlammbedeckt - aber das ist nun einmal der Lauf der Dinge. Meine Aufmerksamkeit hatte Grenzen, und Ihr wußtet, daß ich damit beschäftigt war, magische Kräfte einzusetzen, um Horvaks Schmiedeofen fertigzustellen.

Ich glaube, damals trug ich noch jenes scharlachrote Magiergewand, das mit silbernen und weißen Vögeln geschmückt war. In jenen Zeiten mußte ich mich auf diese Weise vor den Dämonen schützen, wenn ich einen Zauber wirkte. In den vergangenen Jahren ist uns gegen die Beschmutzung des Astralraums durch die Dämonen etwas Besseres eingefallen. Aber damals war das Gewand eines Magiers sein Band zur Magie.

Ich arbeitete geschäftig an Horvaks Esse und setzte mein Wissen und meine Macht ein, um zu erreichen, daß Flammen und Hitze länger erhalten blieben, als dies durch den Brennstoff normalerweise möglich war. Ich mußte auf Dämonen achten, die mich auf der Astralebene aufzuspüren versuchten, während ich gleichzeitig Horvaks Finger und Euch Jungen im Auge behalten mußte. Aus weiter Feme hörte ich das Lachen von Kindern wie Metallglöckchen in einer leichten Brise. Ich dachte mir nichts dabei, bis das Johlen und Lachen immer lauter wurde und die Kinder schließlich an Horvaks Haus vorbeirannten. Doch selbst da dachte ich nicht mehr, als daß die Kinder eben ihren Spaß hatten.

Erst als ihr zwei in Horvaks Haus gelaufen kamt und Samael ganz aufgeregt von einem Bein auf das andere hüpfte und rief, "Mama, Mama, der Clown ist da!", nahm ich tatsächlich Notiz.

Der Clown.

Mein Kopf war plötzlich leer. Ich löste die Verbindung mit der Astralebene und unterbrach das Ritual für einen Augenblick. Ich richtete mich auf, und Horvaks Mund verzog sich zu einem enttäuschten Schmollen.

Ihr standet ein paar Schritte entfernt und strecktet mir einen Arm entgegen, aber der Rest von Euch schien sich von mir zu entfernen, als wärt Ihr bereits unterwegs, um Euch den Clown anzusehen. Und in gewisser Weise wart Ihr das auch. In den letzten drei Jahren war der Clown zur Freude aller Kinder des Dorfes und zu meinem Mißvergnügen alle paar Monate aufgetaucht.

Aber Ihr wußtet nichts von meinem Mißvergnügen, und Ihr wußtet nicht, daß es Euer Vater war. Ihr hattet ihn seit mindestens vier Jahren nicht mehr als Euren Vater zu Gesicht bekommen. "Nein", sagte ich, "ich bin jetzt hier und muß mich um Horvaks Esse kümmern."

Torran fing an, im Matsch herumzustampfen, der ihm bis zur Brust hinaufspritzte.

"Hör auf!" schrie ich. Ich hatte ihre Sachen eben erst gewaschen. "Hör auf!" Aber Du hörtest nicht auf, Torran. Du tobtest einfach immer weiter im Matsch herum. Und Du, Samael, hast deinen Bruder sorgfältig beäugt, das Risiko abgewogen und beschlossen, ihm nachzueifern.

Ich versuchte, Euch beide zu erwischen, um Euch irgendwie zur Ruhe zu bringen. Aber Ihr wart flink wie zwei Stinkmarder - ein wenig schmeichelhafter Vergleich, und so ist er auch gemeint. Ihr tobtet mit lächerlicher Energie herum. "Ich will den Clown sehen!" verlangte Torran. Ihr ranntet im Kreis um mich herum, und es schien so, als würdet Ihr nie mehr aufhören. Auf ihrem Weg zum Clown kamen viele Dorfbewohner an uns vorbei und beobachteten unseren kleinen Zirkus. Ich schämte mich. Warum konnte ich meine beiden Jungen nicht bändigen?

Ich versuchte, vernünftig zu sein. Ich hörte auf, Euch hinterherzujagen, und senkte die Stimme, bis sie wieder ruhig klang. "Bitte. Wir gehen nicht. Ich muß das hier zu Ende bringen."

Samael beruhigte sich, da er meine

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