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Ein Junge und sein Hund Erzählung von Ellison, Harlan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Ein Junge und sein Hund

Weißt du, was Liebe ist? Vic tut alles, um in seiner postapokalyptischen, nuklear verseuchten Welt zu überleben. Ihm zur Seite steht sein treuer Gefährte Blood, ein telepathisch begabter Hund. Als sie auf eine junge Frau namens Quilla June treffen, verliebt Vic sich in sie und folgt ihr in die Unterwelt, dem letzten Refugium der Zivilisation. Hunde sind dort jedoch nicht erlaubt ... Die Kurzgeschichte 'Ein Junge und sein Hund' erscheint als exklusives E-Book Only bei Heyne und ist zusammen mit weiteren Stories von Harlan Ellison auch in dem Sammelband 'Ich muss schreien und habe keinen Mund' enthalten. Sie umfasst ca. 60 Buchseiten. Harlan Ellison, geboren 1934 in Cleveland, Ohio, kam in den 1950er Jahren nach New York, nachdem er von zu Hause ausgerissen war und sich mit kuriosen Jobs - etwa als Holzfäller, Fischer, Kaufhausdetektiv und Mitglied einer Kirmestruppe - über Wasser gehalten hatte. Er veröffentlichte ab 1955 Kurzgeschichten in den Pulp-Magazinen, später auch Romane, Comics und Film- und Musikkritiken. In den frühen 60er Jahren zog er nach Los Angeles und schrieb Drehbücher für Hollywoodfilme und TV-Serien, darunter 'Star Trek' und 'Twilight Zone'. Als Herausgeber setzte er sich immer wieder für (noch) unbekannte Autoren wie etwa Dan Simmons ein und warb beständig für seiner Meinung nach unterschätzte und in Vergessenheit geratene Schriftsteller wie A. E. van Vogt oder Fritz Leiber. Für seine Stories wurde er unter anderem achteinhalb Mal mit dem Hugo Gernsback Award und vier Mal mit dem Nebula Award ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau Susan in Los Angeles.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 27.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641160746
    Verlag: Heyne
    Größe: 1209 kBytes
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Ein Junge und sein Hund

EIN JUNGE UND SEIN HUND

1

Ich war draußen mit Blood, meinem Hund. In dieser Woche legte er es darauf an, mich zu ärgern. Er nannte mich andauernd Albert. Er fand das verdammt komisch. Payson Terhune: haha. Ich fing ihm ein paar Wasserratten, große grüne und ockergelbe und einen manikürten Pudel, der sich irgendwo in den Unterregionen von der Leine losgerissen hatte. Er hatte verflucht gut gegessen, aber er war stinkig. "Komm schon, du Hurensohn", befahl ich, "such mir ein schönes Stück Arsch!"

Blood kicherte nur, tief unten in seinem Hundehals. "Du bist wirklich komisch, wenn du spitz wirst", sagte er.

Vielleicht komisch genug, ihn in den Arschschließmuskel zu treten, diesen Flüchtling eines räudigen Dingo-Rudels.

"Los, such! Ich mache keine Witze!"

"Schäm dich, Albert! Nach allem, was ich dir beigebracht habe ..."

Er wusste, dass ich am Ende meiner Geduld angelangt war. Mürrisch begann er, nach einer Fährte zu suchen. Er setzte sich auf die zerbröckelten Reste des Bordsteins, seine Lider zuckten und schlossen sich, sein behaarter Körper spannte sich an. Nach einer Weile ließ er sich langsam auf die Vorderläufe nieder und schob sie nach vorn, bis er ganz flach auf dem Bauch lag und sein zottiger Kopf auf den Vorderpfoten ruhte. Seine Verkrampfung lockerte sich, und er begann zu zittern, fast genauso, als wollte er seine Flohbisse kratzen. So ging das weiter, eine knappe Viertelstunde lang. Schließlich rollte er sich auf den Rücken und reckte seinen nackten Bauch in den Nachthimmel, die Vorderläufe wie eine Gottesanbeterin gekreuzt, die Hinterläufe ausgestreckt und gespreizt. "Tut mir leid", sagte er. "Da ist nichts."

Ich wäre fast verrückt geworden und trat nach ihm, aber ich wusste, dass er es zumindest versucht hatte. Ich war keineswegs glücklich darüber, denn ich wollte mich unbedingt flachlegen lassen, aber was sollte ich tun? "Okay", sagte ich resigniert. "Vergiss es."

Er rollte sich auf die Seite und sprang rasch auf. "Was willst du jetzt tun?", fragte er.

"Was können wir denn schon tun?", stieß ich sarkastisch hervor, und er setzte sich wieder zu meinen Füßen und sah unverschämt unterwürfig aus.

Ich lehnte mich an den verbogenen Stumpen eines Laternenpfahls und dachte an Mädchen. Es tat richtig weh. "Wir können ja ins Kino gehen", schlug ich vor. Blood blickte die Straße hinab, auf die Schattenteiche, die in den von Unkraut überwucherten Kratern lagen, und sagte nichts. Der Welpe wartete darauf, mich "Okay, gehen wir" sagen zu hören. Er war ebenso versessen auf Filme wie ich.

"Okay, gehen wir."

Er stand auf und folgte mir, mit hängender Zunge, keuchend vor Glück. Lauf nur los und lach dich krank, du Eierlutscher. Popcorn kriegst du jedenfalls nicht.

Unsere Gang war eine Diebesbande, die sich nie damit zufriedengegeben hatte, auf Futtersuche zu gehen. Ein bisschen Luxus gehörte auch dazu, und sie hatte eine raffinierte Methode entwickelt, sich mit Luxus zu umgeben. Es waren kinoorientierte Jungs, und sie hatten den Jagdgrund okkupiert, wo das Metropole Theater lag. Niemand versuchte ihr Gebiet kaputt zu machen, denn wir alle brauchten die Filme, und solange Unsere Gang Zugang zu Filmen hatte und sie auch abspulte, vollbrachte sie eine echte Dienstleistung, auch für Solos wie Blood und mich. Ganz besonders für Solos wie uns.

An der Tür musste ich meine .45er und meine Browning .22-long abgeben. Da war ein kleiner Alkoven rechts neben dem Eintrittskartenschalter. Zuerst kaufte ich die Karten. Das kostete mich eine Dose Oscar-Meyer-Philadelphia-Schweinefleisch und Blood eine Sardinenbüchse. Dann bedeuteten mir die Wachtposten von Unserer Gang mit ihren Maschinengewehren, in den Alkoven zu gehen, und ich gab meine Waffen ab. Ich sah Wasser aus einer zerbrochenen Röhre an der Decke tropfen, und ich sagte dem Checker, einem Jungen mit großen, lederartigen Warzen im ganzen Gesicht und auf den Lippen, das

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