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Ein Nachlass von Martin, Gregor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.04.2014
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Ein Nachlass

Kärnten, 1401: Christoph, Soldat und im Dienste eines Inquisitors, gerät auf grausame Weise in Kontakt mit einer fremdartigen Gesellschaft von Heilern. Lange ahnt diese Gemeinschaft nicht, welche Auswirkungen ihr Handeln auf die Nachwelt haben könnte, denn als ihnen die Konsequenzen ihres dunklen Wirkens bewusst werden, scheint es längst zu spät ... Mark und André träumen von einem großen Schritt: der Eröffnung eines eigenen Cafés in Velden am Wörthersee. Doch je weiter ihr Vorhaben in die Tat umgesetzt wird und umso länger sich die beiden Freunde in dem alten umzubauenden Holzhaus aufhalten, desto mehr ahnt Mark, dass sie von einem längst vergessenen Vermächtnis bedroht werden. Einem uralten Fehler, welcher wahrscheinlich mit dem Holzhaus verbunden ist ... und mit ihrem neu eröffneten Café.
Gregor Martin, geboren und als Sohn einer Psychologin und eines Musikers aufgewachsen in Österreich, studierte an der Hochschule Fresenius sowie postgradual an der Technischen Universität Wien und ist derzeit beruflich in der Schweiz tätig. Neben Kampfkunst, klassischer Musik, spanischer Gitarre, Brettspielen und Architektur zählt auch das Schreiben von Kurzgeschichten zu seinen Leidenschaften. Gregor Martin ist verheiratet und lebt mit seiner Frau, einer Zellbiologin, in Basel.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 172
    Erscheinungsdatum: 03.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990384039
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 1934kBytes
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Ein Nachlass

V
Die schwere Holztür zur Herberge "Zum Weißen Keiler" wurde aufgestoßen und eine ganze Truppe von gepanzerten Soldaten, deren muskelbepackte Körper sich unter den eisernen Harnischen nur erahnen ließen, trat wie eine einzige unaufhaltsame Welle aus Schwertern, Rüstungen und rotem Samt in den Gastraum. Das Gasthaus war nicht groß, doch es reichte sicher zur Beherbergung von gut fünfzehn Personen, mehr als die Truppe inklusive Pferden und Kutsche brauchte. An den Wänden des einfachen Holzbaus hingen Felle von Rehen und Füchsen, und über der aus massivem Holz aufgestellten Theke prangten eindrucksvolle Hirschgeweihe, welche schon rein ästhetisch über die gesamte restliche Einrichtung des Raumes triumphierten. Es gab acht viereckige und einen runden Tisch, vermutlich der Stammtisch, in der Gaststube.
Eine nach oben führende Treppe am gegenüberliegenden westlichen Ende wirkte düster in dem schummrigen Feuerschein, der von den Kerzen alter geschmiedeter, aber einfach wirkender Kronleuchter als auch von einem prasselnden Kaminfeuer ausging. Weitere Ausgänge waren eine Tür hinter der Theke, möglicherweise der Zugang zur Küche, sowie jenes Tor, durch welche die Delegation der Inquisition gerade eintrat. Christoph hatte ein Auge für Details und Umgebungen. Er erkannte nicht nur, dass sie womöglich durch den einzigen Fluchtweg gekommen waren, sondern auch, dass dies sehr wahrscheinlich auch der einzige Eingang war. Die Menschen im "Weißen Keiler" begegneten ihnen mit Blicken, welche eine Mischung aus Angst und blankem Entsetzen waren. Der Ruf der Inquisition eilte Ihnen anscheinend nur allzu schnell voraus.
Ein hünenhafter, stämmiger Mann mit kräftigem Bartwuchs stand hinter der Theke und schob instinktiv ein schätzungsweise zwölfjähriges blondes Mädchen wie zum Schutz hinter sich. Die vier kartenspielenden Männer zur Rechten duckten ihre Köpfe und warfen sich gegenseitig hilfesuchende Blicke zu. Einzig eine Frau, welche der Zwölfjährigen verdächtig ähnlich schien, zwang sich verkrampft ein Lächeln auf, machte eine kurzen Knicks und trat der Gefolgschaft aus Kriegern mutig, aber sichtbar bebenden Herzens entgegen: "Welch Überraschung, wir haben nicht mit hohem Besuch gerechnet und sind nur eine kleine unbedeutende Herberge" , sagte sie beherrscht.
"Unter Gottes Antlitz sind wir doch alle gleich, mein Kind" , hörte man eine ruhige Stimme hinter den Soldaten in das Gasthaus dringen, welche wie ein süßes Gift den gesamten Raum füllte.
Die gepanzerten Krieger wichen zu beiden Seiten aus und bezogen in einer Parade Stellung, welche keinen Zweifel daran ließ, dass sie Platz für eine hohe Persönlichkeit machten und sowohl zum Schutz als auch zu deren Ehre eine Straße nur für ihren Herrn bildeten. Aus dem Dunkel der Nacht trat eine elegante, attraktive Gestalt durch das Tor, welche von zwei Lakaien begleitet wurde, diein leicht unterwürftiger Haltung dem in roten Samt gehüllten Würdenträger in kurzem Abstand folgten. Der Priester war eindeutig von stattlicher Natur und hätte würde sicherlich Ruhe und Gelassenheit ausgestrahlt, wären da nicht die blitzenden dunklen Augen gewesen, die vor Gerissenheit und Bauernschläue nur so zu trotzen schienen. Seine kräftigen Hände ruhten in anmutiger betender Haltung ineinander verschränkt auf dem flachen Bauch. SGesichtszüge formten sich zu einem Lachen im Kerzenlicht. Trotz oder geradeaufgrund der angespannten Situation konnte dieses Lachen

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