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Ein weißer Schwan in Tabernacle Street Roman von Aaronovitch, Ben (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.10.2020
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Ein weißer Schwan in Tabernacle Street

Peter Grant ist suspendiert - Band 8 der Kultreihe Peter Grant, unser Londoner Lieblings-Bobby und Zauberlehrling, steht vor völlig neuen privaten Herausforderungen. Welche ihn zu gleichen Teilen mit Panik und Begeisterung erfüllen. Beruflich bekommt er es mit der Serious Cybernetics Corporation zu tun, dem neuesten Projekt des Internet-Genies Terrence Skinner. Und prompt holt die Magie ihn wieder ein. Denn in den Tiefen der SCC ist ein Geheimnis verborgen: eine geheime magische Technologie, die bis weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht, dem Zeitalter von Ada Lovelace und Charles Babbage. Und die brandgefährlich ist für die gesamte Welt.

Ben Aaronovitch wuchs in einer politisch engagierten, diskussionsfreudigen Familie in Nordlondon auf. Er hat Drehbücher für viele TV-Serien, darunter >Doctor Who<, geschrieben und als Buchhändler gearbeitet. Inzwischen widmet er sich ganz dem Schreiben. Er lebt nach wie vor in London. Seine Fantasy-Reihe um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die internationalen Bestsellerlisten im Sturm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 23.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423437554
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Originaltitel: False Value
    Größe: 1120 kBytes
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Ein weißer Schwan in Tabernacle Street

1 Januar: Manche Schwäne sind weiß

Mein letztes und entscheidendes Vorstellungsgespräch bei der Serious Cybernetics Corporation führte der Sicherheitschef des Unternehmens, Tyrel Johnson, persönlich mit mir. Er war Mitte fünfzig und so ein Schrank von Mann, der dank gesunder Lebensweise und viel Sport nicht fett geworden war, sondern eine kompakte Spannkraft wie Teakholz hatte. Ziemlich hellhäutig, kurzes graues Haar, maßgeschneiderter marineblauer Nadelstreifenanzug mit zitronengelbem Baumwollhemd, keine Krawatte.

Da die Kleidung der restlichen Belegschaft eher in Richtung Gammellook ging, war ein Anzug ein ziemliches Statement. Ich war froh, dass auch ich meinen angezogen hatte.

In Anbetracht der pastellfarbenen Wände, des staksigen Edelstahlmobiliars und des Deko-Schriftzugs in MS Comic Sans Ask me about my poetry quer über eine Wand tippte ich darauf, dass Mr. Johnson sein Büro nicht selbst eingerichtet hatte. Ich saß auf dem niedrigen bananengelben Sofa, er lehnte mit verschränkten Armen an seinem Schreibtisch. Ohne irgendwelche Unterlagen in der Hand, fiel mir auf.

»Peter Grant.« Seine Aussprache war westindisch, vermutlich Trinidad, wobei ich das nie so genau identifizieren kann. »Achtundzwanzig Jahre alt, geboren in London, Schulabschluss nicht schlecht, trotzdem kein Studium. Danach Jobs bei Tesco und kleineren Einzelhändlern sowie bei Spinnaker Office Services - was war das?«

»Eine Büro-Reinigungsfirma.«

»Ah, dann können Sie also mit einem Schrubber umgehen?« Er grinste.

»Leider nur zu gut.« Mannhaft widerstand ich dem Drang, jeden Satz mit einem »Sir« zu beenden. Tyrel Johnson war in dem Jahr aus der Polizei ausgetreten, in dem ich geboren wurde, aber manche Dinge wird man sein Leben lang nicht los.

Irgendwann würde ich mich auch selbst damit auseinandersetzen müssen, dachte ich plötzlich.

»Dann zwei Jahre Polizeiausbildung und Eintritt in die Metropolitan Police. Wo Sie es ganze sechs Jahre ausgehalten haben.« Er nickte, als leuchtete ihm das voll und ganz ein - ich wünschte, mir auch.

»Nach der Probezeit kamen Sie in die Abteilung Spezielle, Organisierte und Wirtschaftskriminalität. Was genau haben Sie dort gemacht?«

Alle waren sich einig gewesen, dass es absolut kontraproduktiv wäre, wenn ich die Einheit Spezielle Analysen alias Folly alias »Oh Gott, bitte nicht die« erwähnen würde. Dass es in der Met eine Spezialeinheit gab, die sich mit abstrusem Scheiß befasste, war in der Polizei vielen bekannt; dass es darin Beamte mit Magieausbildung gab, war nicht unbedingt ein Geheimnis, aber definitiv nichts, worüber man gern sprach. Insbesondere nicht bei einem Bewerbungsgespräch.

»Operation Rummelplatz«, sagte ich.

»Nie gehört.«

»Es ging um nigerianische Fälscherbanden.«

»Haben Sie verdeckt ermittelt?«

»Nein. Zeugenbefragungen, Vernehmungen, Spurenverfolgung. Der Kleinkram, Sie wissen schon.«

»Kommen wir doch mal zur Kernfrage«, sagte Johnson. »Warum sind Sie gegangen?«

Als Expolizist hatte Johnson natürlich noch Kontakte in der Met - garantiert hatte er sich nach mir erkundigt, sobald meine Bewerbung in die engere Auswahl genommen wurde. Andererseits, die Tatsache, dass wir dieses Gespräch überhaupt führten, wies darauf hin, dass er nicht alles wusste.

»Jemand, den ich verhaftet hatte, starb in meinem Gewahrsam«, sagte ich. »Ich wurde suspendiert.«

Er beugte sich ein wenig vor. »Hand aufs Herz, Junge. Waren Sie dafür verantwortlich?«

Ich sah ihm in die Augen. »Ich hätte es kommen sehen müssen. Ich habe nicht schnell genug reagiert, um es zu verhindern.« Es ist so viel leichter zu lügen, wenn man die Wahrheit sagt.

Er nickte. »Einen Sündenbock braucht's immer. Und Sie wollten nicht einfach die Zähne zusammenbeißen und es durchstehen?«

»Man legte mir nahe zu gehen. Es

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