text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Eis und Dampf Eine Steampunk Anthologie

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2013
  • Verlag: Feder & Schwert
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Eis und Dampf

Im 9. Jh. n. Chr. ereignete sich in Island eine Serie von Vulkanausbrüchen, die eine Kaltperiode nach sich zog, die Entdeckung Amerikas verhinderte, durch Stürme auf dem Meer die Navigation mit Schiffen erschwerte und Nordeuropa mit Eis überzog. Europa versank in Territorial- und Religionskriegen.
Dampfkraft, Æronautik und Elektrizität läuteten eine Periode des wissenschaftlichen Fortschritts ein. Enormer Rohstoffbedarf auf der einen und erschwerte landwirtschaftliche Bedingungen auf der anderen Seite zementierten die Monarchie, die Konflikte der Adelshäuser und die Armut der Arbeiterklasse.
Eis und Dampf erzählt dreizehn Geschichten von zwölf namhaften Phantastik-Autoren, die die Welt des 2013 mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichneten Romans Die zerbrochene Puppe von Judith und Christian Vogt auf der Suche nach neuen Geschichten bereisten.
Dreizehn bisher unveröffentlichte Geschichten von Judith Vogts Der Puppenmacher, die auf den Spuren der beliebten friesischen Luftpiratin Tomke aus Die zerbrochenen Puppe wandelt und den Hintergrund der namensgebenden Puppe beleuchtet, über den unheimlichen Bericht der Entstehung der ersten Shellys bis hin zu Stefan Holzhauers Geschichte Das Ægyptische Axiom: Hochspannung ist garantiert.
Mit Beiträgen von Eevie Demirtel, Torsten Exter, Stefan Holzhauer, Ann-Kathrin Karschnick, Mike Krzywik-Gross, Christian Lange, Henning Mützlitz, Marcus Rauchfuß, Stefan Schweikert, Christian Vogt, Judith Vogt und André Wiesler.

Christian Vogt wurde 1979 in der wilden Eifel geboren und verdient seine Brötchen als promovierter Physiker in Aachen mit Neutrinos und Erdwärme. Er schreibt mit seiner Frau Judith phantastische und historische Geschichten für diverse Verlage. Ihr erster gemeinsamer Roman war 'Die zerbrochene Puppe', in dessen Welt diese Anthologie angesiedelt ist. Beide Autoren freuen sich, dass ihre Erzählung nun mit 'Eis und Dampf' fortgesetzt wird.
Ansonsten lässt Christian kein Nerd-Hobby aus, wenn es ihm über den Weg läuft (Rollenspiel, Schwertfechten, Schmieden, Geschichte, Serien) und infiziert seine Frau und seine drei Kinder damit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 04.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867622011
    Verlag: Feder & Schwert
    Größe: 4769 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Eis und Dampf

Kapitel 2

Ich googelte Celia Shaw in dieser Nacht. Mein Rechner war nicht einmal zwei Jahre alt, Martin hatte ihn gekauft, um von Zeit zu Zeit zu Hause arbeiten zu können. Ich hatte gelernt, ihn zu benutzen – immerhin gut genug, um Mails empfangen und versenden zu können und nach Informationen zu suchen. Die Spiele langweilten mich, und mein Geld wurde von meinem Steuerberater "gehandhabt". Deshalb fuhr ich dieses Ding nur ein paar Mal in der Woche hoch.

Celia sollte fünfundzwanzig sein – eine Information, die ich nicht für bare Münze nahm. Sie war in Wilmington in North Carolina geboren worden, wo ihre Mutter an einem Film gearbeitet hatte. Ich hatte nicht gewusst, dass es in Wilmington Filmstudios gab, aber dem Artikel nach war es eine regelrechte Filmfabrik. Nun, zurück zu Celia. Ihre Mutter, Linda Shaw, eine unbedeutende Schauspielerin mittleren Alters, war räumlich so lang von ihrem Ehemann getrennt gewesen, dass die Herkunft des Babys in Frage stand. Linda hatte den Säugling bei einer Tante und einem Onkel hinterlassen und war geflohen. Einige Jahre später war sie tot in Kalifornien wieder aufgetaucht. Sie hatte sich in einem Motel umgebracht – eine Kombination aus Barbiturat und Rasierklinge.

Welch dramatischer Anfang.

Obwohl mein Vater uns verlassen hatte, als ich ein Teenager war, war meine Mutter ein Fels in der Brandung gewesen. Ich hatte nie Tanten und Onkel gehabt, da meine Eltern beide Einzelkinder waren (was unter Umständen zu ihren Problemen beigetragen haben könnte), aber meine Mutter hatte ein ganzes Netzwerk von Freunden, Familienverbindungen und Arbeitskollegen gehabt, an die sie sich hatte wenden können.

Ich hatte Mitleid mit Celia Shaw, obwohl ich mich eher darauf eingestellt hatte, sie nicht zu mögen. Beim Weiterscrollen erblickte ich Fotos von Celia in zahlreichen Filmen, die ich nie gesehen hatte. Ich stoppte, um ein Kleid näher zu mustern, das sie bei den Emmy Awards getragen hatte. Hmmm. Ich war stärker konservativ elegant, als mir bewusst gewesen war.

Ich starrte das Bild an. Hatte sie diese Stelle festkleben müssen? Wie hatte sie geplant, damit umzugehen, dass ihr womöglich ihre Tasche entfiel? Natürlich hätte sie irgendjemand liebend gern für sie aufgehoben; Celia würde nie auch nur einen Finger krümmen müssen, jedenfalls nicht für die nächsten zehn Jahre. Trotzdem, was, wenn sie ihre Haltung vergaß und ein wenig zusammensackte ...

Nun gut, sie hatte Mut, das musste man ihr lassen.

Laut ihrer Biografie hatte Celia Nebenrollen in fünf unbedeutenderen Filmen und zwei bekannten Fernsehserien bekommen. "Skurriler Tod", ein zweiteiliger Fernsehfilm, würde ihre erste Hauptrolle sein. Chip Brodnax übernahm die Rolle Robins. Sein Gesicht kam mir bekannt vor, aber ich konnte mich nicht erinnern, woher. Ich sah nicht viel fern, aber ich war sicher, dass ich ihn schon irgendwo vorher gesehen hatte.

Auf der Website gab es das gleiche Bild Celia Shaws, das auch in der Zeitschrift gewesen war – es zeigte sie mit Robin auf einer Party. Dann gab es noch eine Aufnahme, in der sie ihren Emmy hielt. Sie war sehr attraktiv, daran gab es keine Zweifel. Auch wenn ihr angegebenes Alter von fünfundzwanzig alles andere als die Wahrheit war, war ich mir sicher, dass Celia Shaw einige Jahre jünger als ich war.

Als ich den Rechner abschaltete und nach oben ging, um ein Bad zu nehmen, fragte ich mich, wieso ich mir überhaupt die Mühe gemacht hatte, diese Informationen herauszufinden. Ich erklärte es mir dadurch, dass sie mich im Film spielen würde – oder jedenfalls jemanden, der so nah an mich herankam, wie der Film es zuließ, da ich die Erlaubnis verweigert hat

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen