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Entführung in die Zukunft Erzählungen von Heinlein, Robert A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Entführung in die Zukunft

Ein Mann heuert einen Privatdetektiv an, weil er sich nicht daran erinnern kann, wie er seine Tage verbringt. Ein Witwer, der um die Welt reist und dabei von imaginären Tieren begleitet wird. Ein junger Mann, der sich in der Vergangenheit selbst begegnet - mit fatalen Konsequenzen. Dies sind nur drei der insgesamt sechs Geschichten, mit denen uns Robert A. Heinlein in seinem Storyband Entführung in die Zukunft in seine einzigartige Gedankenwelt mitnimmt. Eine Gedankenwelt, die wahrhaftig den Weg in die Zukunft bereitet hat ... Robert A. Heinlein wurde 1907 in Missouri geboren. Er studierte Mathematik und Physik und verlegte sich schon bald auf das Schreiben von Science-Fiction-Romanen. Neben Isaac Asimov und Arthur C. Clarke gilt Heinlein als einer der drei Gründerväter des Genres im 20. Jahrhundert. Sein umfangreiches Werk hat sich millionenfach verkauft, und seine Ideen und Figuren haben Eingang in die Weltliteratur gefunden. Die Romane Fremder in einer fremden Welt und Mondspuren gelten als seine absoluten Meisterwerke. Heinlein starb 1988.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 11.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641165161
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 31630
    Originaltitel: The Unpleasant Profession of Jonathan Hoag
    Größe: 1887 kBytes
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Entführung in die Zukunft

Der Mann, der in Elefanten reiste

R egen strömte an den Fensterscheiben des Omnibusses hinunter. John Watts sah auf die bewaldeten Hügel hinaus, zufrieden trotz des schlechten Wetters. Solange er fuhr, reiste, unterwegs war, spürte er den Schmerz der Einsamkeit nicht ganz so heftig. Er konnte die Augen schließen und sich vorstellen, Martha säße neben ihm.

Sie waren immer zusammen gereist; in ihren Flitterwochen hatten sie seinen Verkaufsbezirk abgegrast. Im Laufe der Zeit waren sie durch das ganze Land gekommen - auf der Route 66 mit den Indianer-Verkaufsständen zu beiden Seiten des Highway, Route 1, den Distrikt hoch, den Pennsylvania-Turnpike, der ständig in Bergtunnel hinein- und hinausführt, er über das Lenkrad gebeugt und Martha neben ihm mit den Landkarten beschäftigt, nach denen sie die Meilenzahl bis zum nächsten Halt ausrechnete.

Eine von Marthas Freundinnen, fiel ihm ein, hatte einmal gesagt: "Bekommst du das denn nicht satt, Liebes?"

Er hörte noch Marthas perlendes Lachen. "Wie soll ich es sattbekommen, wenn ich achtundvierzig große und wundervolle Staaten zum Ansehen habe? Außerdem gibt es immer etwas Neues - Jahrmärkte und Ausstellungen und dergleichen."

"Aber wenn man einen Jahrmarkt gesehen hat, hat man alle gesehen."

"Glaubst du vielleicht, es sei kein Unterschied zwischen der Fiesta in Santa Barbara und der Mastvieh-Ausstellung in Fort Worth? Wie dem auch sei", setzte Martha hinzu, "Johnny und ich sind Landpomeranzen; es macht uns Spaß, die hohen Gebäude anzustarren und am Gaumen Sommersprossen zu bekommen."

"Sei doch vernünftig, Martha!" Die Frau hatte sich ihm zugewandt. "John, wird es nicht Zeit, dass ihr euch irgendwo niederlasst und etwas aus eurem Leben macht?"

Solche Menschen gingen ihm auf die Nerven. "Wir tun es der Opossums wegen", hatte er feierlich erklärt. "Sie lieben das Reisen."

"Die Opossums? Worüber in aller Welt redet er, Martha?"

Martha hatte ihm einen heimlichen Blick zugeschossen und sah die Fragerin dann todernst an. "Oh, entschuldige! Weißt du, Johnny zieht kleine Opossums in seinem Nabel auf."

"Ich bin dafür bestens ausgestattet", hatte er bestätigt und seinen runden Bauch getätschelt.

Das hatte ihr den Mund gestopft. Er hatte Leute nie ausstehen können, die einem Ratschläge geben, weil sie es "nur gut meinen".

Martha hatte irgendwo gelesen, dass ein Wurf neugeborener Opossums in einem Teelöffel Platz habe und dass oft sechs Kleine zu Waisen würden, weil nicht alle in Mutter Opossums Beutel unterzubringen seien. Sie hatten sofort die Gesellschaft zur Rettung und Aufzucht der überzähligen sechs Opossums gegründet, und Johnny war - von Martha - einstimmig als Standort von Vater Johnnys Opossum-Stadt gewählt worden.

Sie hatten noch andere Fantasietiere besessen. Martha u nd er hatten sich Kinder gewünscht; als keine kamen, vergrößerten sie ihre Familie mit unsichtbaren kleinen Tie ren: Mr. Jenkins, das graue Eselchen, das ihnen Ratsc hläge zu Motels gab, Chipmink, das plappernde Str eifenhörnchen, das im Handschuhfach wohnte, Mus followalongus, die Wandermaus, die nie etwas sagte, aber unerwartet zubiss, besonders in die Stellen um Marthas Knie.

Sie waren jetzt alle verschwunden. Als Martha sie nicht länger mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit bei guter Gesundheit erhielt, verblassten sie allmählich. Sogar Stromer, der nicht unsichtbar war, verließ ihn. Stromer war ein Hund, den sie weit draußen in der Wüste am Straßenrand aufgelesen hatten. Sie hatten ihm Wasser und Hilfe gegeben und dafür sein großes und unkritisches Herz erhalten. Danach war Stromer mit ihnen gereist, bis auch er kurz nach Martha abberufen worden war.

Wo mochte er jetzt sein?, überlegte John Watts. Streifte er frei auf dem Hundsstern umher, in einem Land, in dem es Kaninchen und offenstehende Müllei

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