text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Et respice finem! Das Mysterium des gebratenen Apfels. von Wagner, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.05.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Et respice finem!

Hinnerk war der Verzweiflung nahe. Die beabsichtigte Teleportation war ausgeblieben. Der Apfel, den er mit dem aus seiner Apparatur ausgesandten Strahl getroffen hatte, war durch die Hitzeeinwirkung lediglich in einen Bratapfel transformiert worden. Ansonsten war alles unverändert. Oder doch nicht? Es gab da, auf den ersten Blick kaum wahrnehmbare, nur bei genauerem Hinsehen bemerkbare Veränderungen in seinem Labor, die ihn stutzig machten. Irgendwas passierte hier, wenn er seinen Apparat auslöste, nur was? Er spürte, er war etwas Großem auf der Spur. Ein weiteres Experiment sollte nun endlich den Durchbruch bringen. Ja, er würde die Welt verändern, davon war Hinnerk überzeugt. Daher betätigte er, trotz des plötzlich auftretenden mulmigen Gefühls, beherzt den Schalter an seiner Apparatur. Im selben Moment wusste er, dass er damit die Büchse der Pandora geöffnet hatte. Denn der Apfel, den er bei diesem Versuch traf und der dann als duftender Bratapfel vom Baum fiel, veränderte die Welt tatsächlich. Es war eine Veränderung, die sich selbst ein Isaac Newton in seinen kühnsten Träumen nicht hätte ausmalen können.

Bereits im Alter von sechzehn Jahren begann Uwe Wagner seine ersten Geschichten niederzuschreiben. Sein Interesse an Physik und Raumfahrt konnte so mühelos die fließenden Grenzen zur Phantasie überwinden. Doch wie so oft im Leben gerät manches aus dem Fokus, wenn im Studium und im Beruf wissenschaftliche Nüchternheit, Realismus und die Konzentration auf Mögliches die volle Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Die Erlebnisse in und die Freude an der eigenen Familie waren dann der Auslöser, sich erneut dem Schreiben von Belletristik zuzuwenden, und zwar zu einer Zeit, in der sich andere fatalistisch der Midlifecrisis ergeben. Mit seinem Debütroman Et respice finem! hat er nicht nur einen besonderen Zweig des Science-Fiction neu belebt und einen der faszinierendsten Aspekte der Physik zum Spielball abenteuerlicher Gedanken gemacht, sondern auch eine neue Phantasiewelt von herzerfrischender Realität erschaffen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 472
    Erscheinungsdatum: 12.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741219054
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1371kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Et respice finem!

Neue Welt

D as Surren hatte die Strahlung auf die Reise geschickt, und zwar in Richtung des neu erbauten Schafkobens. Doch der stand aber nun weiter entfernt als derjenige den Hinnerk zuvor anvisiert hatte. Außerdem war das Dach höher als beim alten Schafkoben. Doch einmal ausgelöst jagte der Strahl davon. Ja, davon, und zwar zurück in der Zeit. Er schoss über den alten Koben hinweg, der vom vorangegangenen Treffer gerade abgebrannt war und kam zu der Stelle, wo der neue Stall erbaut... ja, erbaut werden sollte. Ja sollte, denn zu der Zeit, als der Strahl die Stelle passierte, war dort nichts als klare Luft!

So gelangte der Strahl ungehindert an sein neues Ziel. Es war, Hinnerk wäre enttäuscht gewesen, ein Apfelbaum hinter dem Pfarrhaus im nahegelegnen Ort. Das geräumige Backsteinhaus stand auf dem Ausläufer der Kuppe, auf der die Kirche des Ortes gebaut worden war. Dort traf der Strahl, in etwas mehr als fünfhundert Meter Entfernung, an einem schönen spätsommerlich warmen Herbsttag des Jahres siebzehnhunderteinundvierzig sein Ziel, einen Apfel.

Noch bevor das Surren verklungen war, fiel dieser Apfel vom Baum und landete, heiß und nach Bratapfel duftend, einem jungen Priester in den Schoß. Besser gesagt, fiel er in seine Bibel, denn er saß dort im Schneidersitz, seine Bibel auf den Knien und suchte nach einer Antwort Gottes auf seine Frage, die ihn seit Wochen nicht schlafen ließ. Er haderte mit seinem Auftrag ins ferne Amerika zu gehen. Zwar zählte er schon dreißig Lenze, aber sollte es wirklich seine Bestimmung sein, dort Gottes Wort zu verbreiten und sogar eine neue Kirchenorganisation für die große deutsche lutherische Gemeinde aufzubauen? War es sein Schicksal in die Fremde zu gehen, so wie Melchior, einer der heiligen drei Könige? Er führte dessen Namen mit Stolz, zeigte es jedoch nicht, denn das wäre Sünde gewesen. Auch war es nur sein zweiter Vorname. Doch wieviel lieber wäre er bei diesem Namen gerufen worden auch wenn Heinrich kein schlechter Name war.

Immer wieder hatte er stumme Gebete gen Himmel gesandt, mit der Bitte um einen Hinweis wo er seine Erfüllung finden möge. Genau in dem Moment als er sich wieder einmal fragte: 'Ist es Amerika?', landete der Apfel auf seinem Buch und schlug es ihm aus der Hand. Vor Schreck saß der junge Mann eine Zeit lang regungslos da. Dann griff er nach dem Apfel und zuckte zurück, denn der Apfel war noch immer heiß. Erschrocken sah er sich um, konnte aber keine Menschenseele erblicken. Dann schloss er die Augen, faltete seine Hände zum Gebet und sagte: "Danke dir, oh Herr." Dann stand er auf, strich sein langes schwarzes Gewand glatt, richtete seinen Hut und nahm die Bibel vom Boden auf. Er wischte sorgsam die Spuren ab, schlug es zu und ging zum Haus. Im geöffneten Eingang drehte er sich noch einmal um. Er presste die Bibel mit den über Kreuz gelegten Armen an seine Brust und verbeugte sich. "Danke Herr. Deine Wege sind wunderbar. Mir wird nichts mangeln. Amen." Dann machte er kehrt, ging ins Haus und schloss die Tür.

Mit dem Nachhall in seinem Kopf schien die Welt sich um ihn zu drehen. Hinnerk hielt sich an seinem Apparat fest, um nicht umzufallen. Seine Beine wollten unter seinem Gewicht nachgeben und es flirrte vor seinen Augen. Schwindel befiel ihn und urplötzlich hatte er ein richtig übles Gefühl in der Magengegend. Er schloss die Augen, hob den Kopf in den Nacken und atmete dreimal tief durch.

"Scheiße!", entfuhr es ihm und er zuckte zusammen. Denn im selben Augenblick wusste er, an was er nicht gedacht hatte: Die Entfernung! Die Entfernung zum Stall hatte sich geändert! Und das hieß... ja, was hieß es denn? - Nun, nichts anderes als das er einfach ins Blaue geschossen hatte. Ja ins Blaue. Doch was hatte er nun wirklich getroffen?

Eine Weile verharrte er, schwer atmend, mit einer Hand fest an seinen Apparat geklammert. - Er lauschte. - War etwas Ungewöhnliches zu hören? - Nei

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen