text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Feuerstürme Die Kantaki-Saga 5 von Brandhorst, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2016
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Feuerstürme

Der Feind ist zurück! Dreiundzwanzig Jahre lang blieb die Galaxis von Angriffen der Graken verschont. Doch nun sind sie zurückgekehrt ... und sie sind erbarmungsloser denn je. Maximilian Tubond, Hegemon des Oberkommandos der Allianzen Freier Welten, setzt seine Hoffnung im Kampf gegen die gefährlichen Feinde auf die "Brainstormer": Telepathen, die die hilfreichen Fähigkeiten des Tal-Telassi-Ordens erlernen sollen. Doch die Schwesternschaft leistet Widerstand ... "Andreas Brandhorst schreibt Space Operas, wie man sie sich nur wünschen kann!" Wolfgang Hohlbein Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, zählt mit seinen futuristischen Thrillern und Science-Fiction-Romanen wie "Das Schiff" und "Omni" zu den erfolgreichsten Autoren unserer Zeit. Spektakuläre Zukunftsvisionen sind sein Markenzeichen. Der SPIEGEL-Bestseller "Das Erwachen" widmet sich dem Thema Künstliche Intelligenz. Sein neuer Wissenschaftsthriller "Ewiges Leben" zeigt Chancen und Gefahren der Gentechnik auf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 592
    Erscheinungsdatum: 01.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492975858
    Verlag: Piper
    Serie: Kantaki 5
    Größe: 1297 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Feuerstürme

1 Grab

2. März 1147 ÄdeF

Lampen brannten an den steinernen Wänden des Zömeteriums, gespeist von nuklearen Batterien, die noch mindestens fünftausend Jahre lang Energie liefern würden. Ihr gelbes Licht fiel auf zahlreiche Sarkophage, manche von ihnen mit Fenstern versehen, hinter denen Mumien oder Skelette ruhten: die Vorfahren der Tal-Telassi, vor etwa achttausend Jahren nach Millennia geflohen. Sie waren Piloten der legendären Kantaki gewesen, auf der Flucht vor einer in Vergessenheit geratenen Katastrophe.

Gestalten bewegten sich in den Mustern aus Licht und Schatten, einige von ihnen bedächtig und behutsam, andere forsch und mit entschlossenen Schritten. Sie näherten sich dem einzigen leeren Grab in diesem Zömeterium von Millennia. Dahinter erhob sich ein schwarzer Quader, von Kantaki-Symbolen bedeckt. Mehrere Wissenschaftler arbeiteten unter Aufsicht des Militärs daran, und zwei Tal-Telassi-Lehrerinnen assistierten ihnen. Als Dominique sie sah, regte sich besiegt geglaubter Ärger in ihr. Sie begegnete dem wachsamen Blick des einige Meter abseits stehenden Observanten, der ausgestattet mit Sensorhemd und Neurohaube darüber wachte, dass es zu keinen illegalen Tal-Telas-Aktivitäten kam. Erneut versuchte sie, den Ärger beiseitezuschieben, wie vor einigen Stunden, als sie zusammen mit ihrer Mutter Sapientia verlassen hatte, die erste Stadt des Wissens von Millennia, um diesen Ort aufzusuchen.

Die Eskorte aus Soldaten der Allianzen Freier Welten verharrte einige Meter vom Fuß der langen Treppe entfernt, bei den ersten Sarkophagen. Zara 20, seit mehr als zwei Jahrzehnten die einzige Großmeisterin der Tal-Telassi, blieb nach einigen weiteren Metern zusammen mit den Meisterinnen stehen und wartete wie die Soldaten. Loana setzte den Weg fort, und Dominique blieb an ihrer Seite, stumm wie ihre Mutter.

Schließlich erreichten sie das Grab, einen Sarkophag ohne Fenster, der abseits der anderen stand und nicht annähernd so alt war. Die am schwarzen Quader dahinter tätigen Wissenschaftler hatten wenigstens den Anstand, ihre Arbeit zu unterbrechen und so etwas wie Respekt zu zeigen. Vielleicht kannten sie dieses Ritual, das sich jetzt zum dreiundzwanzigsten Mal wiederholte. Dominique hätte gern einen Blick in ihre Gedanken geworfen, aber dadurch wäre ein Illegalitätsalarm ausgelöst worden.

Loana, einst Schülerin der Tal-Telassi, trug ihr langes blondes Haar zu einem Zopf geflochten, wie an jedem zweiten März - es war Teil der Zeremonie. Dominique sah ihr Gesicht nur von der Seite, bemerkte aber trotzdem die tiefe Trauer darin. Für ein oder zwei Sekunden fühlte sie sich durch den eigenen Ärger beschämt.

Ihre Mutter trat vor und legte beide Hände auf die Steinplatte des Sarkophags, die aus Obsidian bestand, so schwarz wie der Quader, aus dem die beiden Kräfte des Tal-Telas kamen.

Loana senkte den Kopf und flüsterte einige Minuten in einem Zwiegespräch, das für Dominique nur ein Monolog war. Ihre Schultern erbebten einige Male, und Dominique wusste, dass sie leise weinte, nach all der Zeit. Schließlich hob ihre Mutter den Kopf wieder und sagte so laut, dass alle sie hörten:

"Hier ist er gestorben, vor dreiundzwanzig Jahren: Dominik, Vater meiner Tochter. Er opferte sich für uns alle. Ihm verdanken wir den ersten großen Sieg über die Graken und Millennias Befreiung. Nie soll er vergessen werden."

"Nie soll er vergessen werden", wiederholten die anwesenden Tal-Telassi. Die Soldaten schwiegen. Und auch Dominique gab keinen Ton von sich.

"Wir werden seiner auf ewig gedenken", fuhr Loana fort, und Dominique dachte: Sie verehrt ihn fast wie einen Gott. Es war ein heimtückischer Gedanke, wie Gift in ihrem Geist, und sie vertrieb ihn schnell.

Loana strich mit den Händen über die Sarkophagplatte. "Ruhe in Frieden, Dominik."

"Es ist leer." Die Worte platzten aus Dominique heraus; sie konnte sie nicht zurückhalten.

"Was?" L

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen