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Fingerhut-Sommer Roman von Aaronovitch, Ben (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.08.2015
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)

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Fingerhut-Sommer

Der fünfte Band: Schwarzer Humor trifft auf schwarze Magie Obwohl sich Police Constable Peter Grant schon unwohl fühlt, wenn er Londons Skyline auch nur ein paar Kilometer weit hinter sich lässt, wird er jetzt in die tiefste Provinz geschickt: in einen kleinen Ort in Herefordshire – wo sich Fuchs, Hase und der Dorfpolizist Gute Nacht sagen. Aber es werden zwei Kinder vermisst, und ihr Verschwinden erfolgte womöglich unter magischen Umständen. Also muss Peter notgedrungen sein angestammtes Biotop verlassen. Mit der Flusstochter Beverley Brook begibt er sich mutig nach Westen, hinein ins ländliche England ... Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreibt (er hat u. a. Drehbücher zu der englischen TV-Kultserie 'Doctor Who' verfasst), arbeitet er als Buchhändler. Seine Fantasy-Reihe um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die internationalen Bestsellerlisten im Sturm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 21.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423427258
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Originaltitel: Foxglove Summer
    Größe: 953 kBytes
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Fingerhut-Sommer

1
Gebotene Sorgfalt

Ich fuhr gerade am Hoover Centre vorbei, da hörte ich hinter mir Mr. Punch laut seine Wut hinausschreien. Vielleicht war es aber auch nur Bremsenquietschen oder entferntes Sirenengeheul. Oder ein Flugzeug im Landeanflug auf Heathrow.

Seit ich von diesem Hochhaus in Elephant and Castle gesprungen war, hatte ich ihn immer mal wieder schreien hören. Es war kein wirklicher Schrei, möchte ich dazusagen. Eher eine vage Impression, etwas, das sich durch die Stadt selbst ausdrückte. Man könnte es Supravestigium nennen, wenn Nightingale nicht so vehement dagegen wäre, dass ich mir eigene Begriffe für so was ausdenke.

Manchmal klingt es drohend, manchmal ist es eher ein dünnes verzweifeltes Stöhnen im Luftzug der fahrenden U-Bahn. Dann wieder wimmert und bettelt er im entfernten Rauschen des spätabendlichen Verkehrs. Ein launenhafter Typ, unser Mr. Punch. So unberechenbar und gefährlich wie die samstagabendlichen Feiermeuten.

Diesmal klang es bis zum Äußersten gereizt und wütend. Ich verstand allerdings nicht ganz, warum - schließlich war nicht er es, der aus London wegmusste.

Die BBC als Institution ist knapp über neunzig Jahre alt. Das bedeutet, mit dem Rundfunk ist Nightingale vertraut genug, um sich ohne weiteres ein Digitalradio ins Badezimmer zu stellen, mit dem er beim Rasieren BBC 4 hört. Wahrscheinlich nimmt er an, die Sprecher säßen immer noch akkurat im Dreiteiler mit Fliege da, während sie in Today das politische Opfer des Tages sezieren. Jedenfalls bekam er das mit den verschwundenen Kindern vor mir mit - was ihn selbst am meisten erstaunte.

"Ich dachte, Sie seien ein großer Freund des allmorgendlichen Pressefunks", sagte er beim Frühstück, nachdem ich gestanden hatte, dass mir die Nachricht neu war.

"Ich hab trainiert." In den Wochen seit dem Einsturz von Skygarden Tower (während ich zufällig obendrauf stand) war ich einer der Hauptzeugen in drei verschiedenen Ermittlungen gewesen, zuzüglich einer internen Untersuchung des Direktorats für die Aufrechterhaltung der professionellen Standards. Den Großteil jedes Tages hatte ich damit verbracht, in verschiedenen über ganz London verteilten Polizeirevieren Rede und Antwort zu stehen - einschließlich des berüchtigten 23 . Stockwerks des Empress State Building, wo das DPS die Daumenschrauben für die besonders schweren Fälle aufbewahrt. Daher hatte ich mir angewöhnt, früh aufzustehen und erst mein Zaubertraining und ein kleines Programm im Fitnessraum zu absolvieren, bevor ich mich auf die Socken machte, um fünf verschiedenen Leuten dieselbe verdammte Frage zu beantworten. Das war aber okay; seit Lesley mich in den Rücken getasert hatte, schlief ich sowieso nicht besonders gut.

Anfang August war die Flut der Befragungen langsam abgeebbt, aber die Gewohnheit - und die Schlaflosigkeit - war mir geblieben.

"Wurde unsere Hilfe angefordert?", fragte ich.

"Was die offizielle Ermittlung betrifft: nein. Doch wenn es um Kinder geht, haben wir eine gewisse Verantwortung."

Es wurden zwei vermisst, beides Mädchen, beide elf Jahre alt, aus verschiedenen Familien im selben Dorf in Nord-Herefordshire. Die Polizei war gestern Morgen um kurz nach neun Uhr benachrichtigt worden, und die Medien wurden aufmerksam, als abends die Handys der Mädchen bei einem Kriegerdenkmal gefunden wurden, mehr als einen Kilometer vom Wohnort der beiden entfernt. Über Nacht hatte sich die Meldung auch überregional verbreitet, und laut den Today -Nachrichten sollte am heutigen Tag eine groß angelegte Suchaktion gestartet werden.

Ich wusste, dass das Folly auf pragmatische, unausgesprochene, von niemandem gern thematisierte Weise auch auf nationaler Ebene engagiert war. Aber was das mit vermissten Kindern zu tun haben sollte, war mir schleierhaft.

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