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Flammenflug Roman von Caruso, Melissa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Flammenflug

Magie ist eine gefährliche Waffe und muss gebändigt werden! Deswegen wird im Stadtstaat Raverra jeder Magier an einen sogenannten Falkner gebunden, der die Kraft kontrolliert. Die Feuermagierin Zaira konnte diesem Schicksal bislang entgehen. Als sie jedoch in Gefahr gerät, entfesselt sie einen magischen Feuersturm. Nur durch das Eingreifen der Grafentochter Amalia kann Schlimmeres verhindert werden. Doch nun sind die jungen Frauen magisch verbunden. Ein Bund, der nicht rückgängig gemacht werden kann und von beiden große Opfer fordert ... Melissa Caruso bezeichnet sich selbst als Fantasyautorin, Teetrinkerin, Geek und Mutter - nicht unbedingt in der Reihenfolge. Nach einem Studium in Creative Writing an der Brown University, das sie mit Auszeichnung bestand, schloss sie einen Master of Fine Arts an der University of Massachusetts an. Melissa Caruso lebt mit ihrem Ehemann und ihren Töchtern in Massachusetts.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 511
    Erscheinungsdatum: 31.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732573745
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Feuerfalken-Saga .1
    Originaltitel: The Tethered Mage
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Flammenflug

KAPITEL EINS

A ls der schmale Bug des Bootes an die steinernen Stufen am Rand des Kanals stieß, wünschte ich, ich wäre zu Fuß gegangen oder hätte ein Boot gemietet, statt mein eigenes zu nehmen. Der Ruderer war verpflichtet, La Contessa zu berichten, dass ihre Tochter an einem schmutzigen kleinen Anleger in einer zwielichtigen Ecke der Unschlitte, dem ärmsten Viertel der Stadt Raverra, von Bord gegangen war.

Doch bis meine Mutter irgendetwas davon zu hören bekäme, hätte ich das Buch bereits.

"Ja, danke. Genau hier."

Der Ruderer enthielt sich jeglichen Kommentars, als er das Boot ausbalancierte, aber seine Augenbrauen offenbarten tiefen Zweifel.

Ich hatte einen Herrenmantel und Hosen angezogen, um in dieser schäbigen Umgebung weniger aufzufallen, und jetzt war ich froh, nicht riskieren zu müssen, Röcke durch das trübe Wasser zu ziehen, als ich aus dem Boot kletterte. Abfälle dümpelten in dem Kanal, und in der Luft hing mehr als nur der salzige Geruch des Meeres.

"Soll ich hier warten, gnädige Frau?"

"Nein, schon gut." Je weniger meine Mutter über diesen Ausflug erfuhr, desto besser.

Sie hatte mir nicht direkt verboten, den Pfandleiher aufzusuchen, der behauptete, im Besitz einer Ausgabe von Muscatis Grundlagen der Artefaktion zu sein, aber sie hatte ihre Ansichten in Hinblick auf solch eine Exkursion deutlich gemacht. Und niemand widersetzte sich einfach so La Contessa Lissandra Cornaro. Ihr Wort war der Widerhall der Macht in jedem ummauerten Garten und jeder vergessenen Piazza in Raverra.

Ein Muscati wiederum war aber auch nichts, was man einfach so überging. Von dem Werk existierten nur zwölf bekannte Ausgaben. Sollte diese sich als echt erweisen, so wäre es die dreizehnte.

Während ich am Kanal entlangging, kamen mir die Warnungen meiner Mutter albern vor. Sonnenbeschienene Fassaden flankierten das grünliche Wasser, und auf den am Ufer vertäuten Booten waren Arbeiter dabei, die Fracht, bestehend aus Erzeugnissen vom Festland, zu löschen. An einem so strahlenden, friedlichen Nachmittag lauerten doch gewiss keine Gefahren.

Doch als mich mein Weg vom Kanal wegführte, hinein in einen schattigen Tunnel, der geradewegs durch ein Gebäude verlief, zögerte ich. Plötzlich fiel es mir ziemlich leicht, mir vorzustellen, dass jenseits dieses dunklen Durchgangs Attentäter oder Entführer lauern mochten. Es wäre nicht das erste Mal in den achtzehn Lebensjahren als Erbtochter meiner Mutter, dass ich mit dem einen oder anderen konfrontiert wurde.

Das Buch, ermahnte ich mich. Denk an das Buch.

Ich trat in den Schlund des Tunnels und kam in einer Straße wieder hinaus, die zu schmal war, um je im Sonnenschein zu liegen. Die wenigen Leute, die mir begegneten, bedachten mich mit verwunderten und abwägenden Blicken.

Als ich den Laden des Pfandleihers gefunden hatte, eilte ich erleichtert hinein in die schummrige Wildnis aus staubigen Schätzen. Geschmeide und Produkte aus geblasenem Glas glitzerten in den Regalen, Möbel verteilten sich über den Boden, und an den Wänden lehnten Gemälde. Der Eigentümer beugte sich gerade über eine mit Kupferdraht umwickelte Muschelschale. Ein Stirnrunzeln zierte sein so oder so schon faltiges Gesicht, und über seinen Ohren zeugten lichte Büschel weißer Haare als letztes Vermächtnis von vergangener Pracht.

Beim Näherkommen betrachtete ich die Muschel. "Sie ist kaputt."

Er zog ein mürrisches Gesicht. "Tatsächlich? Ich hätte es wissen müssen. Für eine funktionstüchtige hat er zu wenig gefordert."

"Die Hälfte der Perlen fehlt." Ich deutete auf die wenigen Kügelchen aus buntem Glas, die immer noch auf dem Draht hingen. "Sie brauchen einen Artefaktor, der es repariert, wenn Sie damit je wieder Musik machen wollen."

Der Pfandleiher blickte auf, und seine Augen weiteten sich. "Dama Amalia Cornaro." Er verbeugte sich, soweit es in diesem vollgestopften Laden

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