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Flammenwüste - Der feuerlose Drache Roman von El-Bahay, Akram (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Flammenwüste - Der feuerlose Drache

DIE VÖLKER DER WÜSTE SAMMELN SICH FÜR EINE LETZTE SCHLACHT

Der dunkle Magier Nyan hat es geschafft: Er hat das erste aller Worte an sich gebracht, den Ursprung aller Magie. Doch noch ist er geschwächt, noch gibt es eine letzte Chance, ihn zu besiegen, bevor er die Macht des Wortes zur Gänze nutzen kann. Und so ziehen die freien Völker der Wüste in einem verzweifelten Aufbäumen gegen die Festungsstadt Mât. Eine schreckliche Schlacht entbrennt. Drache kämpft gegen Drache, Bruder gegen Bruder. Und nur ein undenkbares Opfer kann den Sieg bringen ...

DAS GRANDIOSE FINALE DER PREISGEBRÖNTEN FLAMMENWÜSTE-TRILOGIE

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 557
    Erscheinungsdatum: 09.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732523313
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Flammenwüste Bd.3
    Größe: 1325kBytes
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Flammenwüste - Der feuerlose Drache

1. Die Stimme des Anderen

E s war, als blickte Shalia durch milchiges Glas. Das Bild vor ihren Augen war seltsam verschwommen. Sie gehorchten ihr ebenso wenig wie der Rest ihres Körpers. Shalia schien gefesselt, obwohl es keinen Strick gab, der sie band. Wie lang hatte sie geschlafen? Sie wusste es nicht. Manchmal war es, als träumte sie. Doch wenn ihr Geist wieder erwachte, fühlte sie den Anderen. Den, der von ihrem Körper Besitz ergriffen hatte und mit ihr darum stritt.

Shalia saß auf einem steinernen Thron in einem Raum, groß wie der Audienzsaal eines Palastes. Die Decke war nach oben hin gewölbt, und in ihrer Spitze musste ein Loch klaffen, durch das die Sonne hereinschien. Es musste bereits Abend sein, denn das fahle Licht vermochte die Schatten, die um Shalia herum nisteten, kaum zu vertreiben.

Der Andere blickte sich um, und Shalia sah, was er sah. Kupferne Wände, an denen sich Vorsprünge vom Boden bis hinauf an die Decke zogen. Jeder beherbergte zahlreiche Kammern, und in ihnen standen und lagen mehr Drachen, als sie zählen konnte. Shalia hätte sie selbst dann wahrgenommen, wenn der Andere die Augen geschlossen hätte. Sie kannte Drachen, seit sie ein Kind war, und der Flammengeruch, der ihnen stets am Leib haftete, lag schwer in der Luft. Einige der feuerspeienden Wesen rührten sich nicht, als schliefen sie. Andere aber zuckten ungeduldig in ihren Kammern, scheinbar bereit, sich jeden Moment in die Luft zu schwingen.

Shalia glaubte, die Wut der Drachen wie ein Prickeln auf der Haut zu spüren. Sie wusste, an welchem Ort sie war, ohne dass jemand ihn beim Namen nennen musste. Sie hatte von ihm gehört, auch wenn die Drachen in dieser Erzählung aus Stein gewesen waren. Der Thronsaal von Mât.

"Du bist wach", hörte sie den Anderen mit ihrer eigenen Stimme sagen. Wie fremd sie klang. So kalt und rau. Als gehörte sie einem Menschen ohne Herz - Nyan, dem dunklen Magier. Der Mann, der die Jahrhunderte als Rachegeist überdauert hatte. Der Mann, der als Ifrit einen tückischen Wunsch hatte erfüllen müssen und so zuletzt wieder einen menschlichen Körper angenommen hatte. Ihren Körper.

Es waren nur wenige Wochen vergangen, seit sie in dieses Abenteuer gezogen worden war. Anûr, der als Chronist mit dem Sultan von Nabija auf Drachenjagd gegangen war, hatte sie in der Wüste vor einer leichenfressenden Ghoula gerettet. Und Shalia hatte ihn im Gegenzug befreit, nachdem die Soldaten des Sultans Anûr zu Unrecht als Verräter festgenommen hatten. Vielleicht hatten sie sich schon in diesem Moment ineinander verliebt, sie wusste es nicht. Ihre Gefühle füreinander hatten sie erst später entdeckt. Sie waren gemeinsam mit dem Magier Fis bis in die sagenhafte Bibliothek der ungeschriebenen Bücher gereist, die im Herzen der Wüste von den Sammlern gehütet wurde, den kleingewachsenen Angehörigen eines seltsamen Wüstenvolks, dessen hauptsächliche Beschäftigungen Horten und Tauschen waren. An diesem Ort hatte Anûr einen Brief aus der Vergangenheit erhalten. Der Magier Schakschuka hatte ihm darin die Aufgabe übertragen, das erste aller Worte, hinter dem der seit Jahrhunderten totgeglaubte Magier Nyan her war, zu schützen. Shalia hatte Anûr daraufhin nach Nabatea, die Stadt der Drachenwächter, gebracht. Sie war als Mensch bei den Drachenwächtern aufgewachsen und hatte das Risiko auf sich genommen, gegen eines der wichtigsten Gesetze der Nori, wie sich die Drachenwächter nannten, zu verstoßen, indem sie Fremde in die geheime Stadt brachte. Dort war Anûr auf Meno, den schwarzen Drachen getroffen. Und zur Überraschung aller hatte sich ausgerechnet der so wenig heldenhafte Geschichtenerzähler als Gefährte des Drachen und derjenige herausgestellt, der Menos stille Stimme verstand. Meno und Anûr hatten einige Zeit gebraucht, um zueinander zu finden. Aber zuletzt hatt

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