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Flammenwüste Roman von El-Bahay, Akram (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.08.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Flammenwüste

GEWINNER DES SERAPH 2015: BESTES FANTASY-DEBÜT DES JAHRES!

Die Gerüchte verbreiten sich wie ein Lauffeuer durch das Wüstenreich Nabija: Ein Drache soll Karawansereien und Dörfer niederbrennen! Dabei glaubt kaum noch jemand an die Existenz dieser Wesen. Dem Märchenerzähler Anûr bescheren die Gerüchte ein großes Publikum. Aber auch er hält die alten Geschichten über feuerspeiende Ungeheuer nur für Märchen. Bis er auf Drachenjagd geschickt wird - und in der Tiefen Wüste auf ein uraltes Wesen trifft, so schwarz wie die Nacht selbst ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 525
    Erscheinungsdatum: 15.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838754086
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Flammenwüste Bd.1
    Größe: 1697kBytes
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Flammenwüste

1. Eine folgenschwere Entscheidung

D ie Flammen loderten auf, als der Kaffeemeister das langstielige Mokkakännchen von der Feuerstelle nahm. Rasch füllte er die tiefschwarze Flüssigkeit in eine kleine Tasse und bahnte sich mit ihr seinen Weg durch die dichte Menschenmenge, die sich im hinteren Teil des Kaffeehauses versammelt hatte.

Rauch aus einem Dutzend Wasserpfeifen bildete einen dichten Vorhang. Es war beinahe Mittag, doch das Licht von außen drang schläfrig durch die Ritzen der geschlossenen Fensterläden in den Raum, der in ein schummriges Halbdunkel getaucht war.

Gespannte Stille herrschte unter den Gästen. Sie alle warteten darauf, dass der berühmte Erzähler Nûr ed-Din endlich mit der nächsten Geschichte begann. Seit dem ersten Angriff war das Interesse der Menschen an den alten, fast vergessenen Erzählungen über Drachen wieder erwacht und viele, die heute gekommen waren, hofften, dass die Worte des Erzählers diese Feuer speienden Wesen wieder in das Reich der Märchen und Legenden verbannen würde, wo sie ihrer Meinung nach auch hingehörten.

Vor einem halben Jahr hatten Händler von einer ausgebrannten Karawanserei berichtet, die an der alten Gewürzstraße lag. Es war bekannt, dass alle Kaufleute, die dort Rast machten, wertvolle Ware mit sich brachten. Daher suchte man die Schuld für den Überfall zunächst bei den Haschirim, jenen unbarmherzigen und grausamen Wüstenkriegern, die seit Jahr und Tag das Land unsicher machten. Der Sultan schickte Soldaten, um die Schuldigen aufzuspüren, aber seine Männer kehrten mit leeren Händen zurück. Nicht eine Spur der Angreifer war zu finden gewesen. Es schien, als wären Feuer und Zerstörung vom Wüstenwind herangetragen worden.

Der Vorfall geriet in Nabija bereits in Vergessenheit, als zwei Monate darauf andere Händler von einer zweiten niedergebrannten Karawanserei berichteten. Erneut schickte der Sultan seine Soldaten und abermals kehrten die Männer erfolglos zurück. Nur kurze Zeit später fiel ein dritter Karawanenhof den Flammen zum Opfer. Doch diesmal fanden die Händler unter den Toten einen Mann, der sich noch für ein paar Atemzüge ans Leben klammerte. Nur ein Wort brachte er vor seinem Ende hervor: Drache!

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht über das Land, begleitet von Entsetzen, Unglauben ... und Neugier.

Anûr, der Enkel des Erzählers, schielte neidisch auf die Mokkatasse, die der dicke Kaffeemeister seinem Großvater reichte. Während Nûr an dem Gebräu nippte, betrachtete Anûr die Menge. Er erkannte einige der Zuhörer von gestern wieder, andere waren schon seit dem Morgen hier. Sie alle wollten hören, was sein Großvater über Drachen zu erzählen wusste.

"Drachen", hörte er seinen Großvater schließlich die Geschichte beginnen, "sind so alt wie die Welt selbst. In ihnen brennt dasselbe Feuer, das noch heute tief im Inneren der Erde lodert und das am Anfang aller Tage das Land zum Schmelzen und die Ozeane zum Kochen gebracht hat. Es ist das Feuer, aus dem die Welt geschaffen wurde. Lange haben die Drachen friedlich Seite an Seite mit den Menschen gelebt ... bis der große Krieg über die Welt kam. Ein weit entferntes Reich, heute von den Menschen längst vergessen, erhob sich damals. Von dort kamen fremde Soldaten, auf der Suche nach einem mächtigen Zauber. Ein Zauber, der seinem Beherrscher mehr Stärke verleihen würde als das tödlichste Schwert und das größte Heer. Die Armee des fremden Königs war gewaltig und brachte Tod und Zerstörung über die Völker der Wüste. Die Menschen Nabijas

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