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Geisterstunde 15 mystische Kurzgeschichten. von Osborn, Patrick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2016
  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
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Geisterstunde

Anlässlich seines Autorenjubiläums erfreut Patrick Osborn seine Leser mit einem Sammelband mit fünfzehn unterschiedlichen, mystischen Kurzgeschichten. Dafür hat er sich Unterstützung von zwölf Autoren gesucht. Egal ob es sich um gestrandete Schiffe, alte Häuser oder geisterhafte Erscheinungen handelt. Alle Autoren beherrschen das Handwerk des Schreckens auf ihre Art. Mitwirkende: Patrick Osborn, Ellen Geus, Janina Huber, Body Clarke, Dirk Weber, Caro Berg, Petra Kleinhenz, R. A. Altena, Lorelay Lost, Martina Lichtenfeld, Lissy Dixon, Karina Holländer, Bryan C. Kavanagh. Patrick Osborn, Jahrgang 1969 ist gelernter Kaufmann im Einzelhandel und wechselte 1990 zu einer großen Behörde. Für diese arbeitet er noch immer und ist u.a. für die Durchführung von Schulungsmaßnahmen verantwortlich. 2001 erschien sein erster Roman "Das Bambini-Projekt", dem bisher fünf weitere folgten ("Das Puzzle", "Operation Eismeer", "Ein Platz in meinem Herzen", "Solange du bei mir bist", "Wohin mein Weg dich führt"). Neben seiner Autorentätigkeit arbeitet er als Redakteur für zwei Onlinemagazine, als freier Lektor und unterrichtet Kreatives Schreiben und Journalismus bei der Studiengemeinschaft Darmstadt. Patrick Osborn lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Berlin. In seiner Freizeit geht er wandern und walken oder entspannt bei heißen Temperaturen in der Sauna.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 232
    Erscheinungsdatum: 10.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740755409
    Verlag: TWENTYSIX
    Größe: 643kBytes
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Geisterstunde

Gezeitentod

von Patrick Osborn

M ike Conlay war glücklich. Endlich war der Tag der Klassenreise gekommen. Seit fünf Uhr war der Bus unterwegs, der die Kinder und ihren Klassenlehrer von London nach Bridport brachte, einem malerischen Küstenort im Süden Englands. Fremde kamen selten hierher. Die Einzigen, die den Ort besuchten, waren Schulklassen, die im nahegelegenen Schullandheim ihre Klassenreisen verbrachten.

Im Bus war es erstaunlich ruhig. Der Klassenlehrer Mr. Miller hatte endlich für Ruhe gesorgt. Eine halbe Stunde zuvor glich der Bus noch einem Tollhaus. Jetzt saßen alle Kinder auf ihrem Platz und warteten auf das Ende der Fahrt.

Die Einwohner von Bridport waren ruhige, einfache Leute. Sie arbeiteten hart und wollten von äußeren Einflüssen in Ruhe gelassen werden. Stress und Hektik der Großstadt waren ihnen fremd. Und doch gab es ein dunkles Geheimnis, dass alle sieben Jahre von dieser Stadt Besitz ergriff.

"Verdammter Mist!", rief Jeff Graham. Die Öllampe begann zu blinken. Graham fuhr den Rover an den Straßenrand, öffnete die Motorhaube und kontrollierte den Ölstand. Wie er schon vermutet hatte, war fast kein Öl mehr vorhanden.

Graham hatte geschäftlich in Plymouth zu tun und war auf dem Heimweg nach Brighton. Er erinnerte sich an ein Schild, dass er vor Kurzem gelesen hatte und hoffte, die zwei Meilen nach Bridport noch zu schaffen.

Das Öllämpchen leuchtete weiter, als er das Ortsschild von Bridport passierte und den auf eine Tankstelle zusteuerte. Er war froh, die Strecke geschafft zu haben. Graham stellte den Motor ab und überlegte, ob es überhaupt noch Sinn machen würde, weiter zu fahren. Er war hungrig und in weniger als zwei Stunden würde es dunkel werden. Daher beschloss er, den Tankwart auch nach einem Motel zu fragen. Der Tankwart war ein alter Mann mit einem sonnengegerbten Gesicht, in dem ein riesiger Vollbart wucherte. Sein Overall hatte schon bessere Tage erlebt.

"Volltanken, Sir?", fragte der Alte.

"Ja. Ich brauche aber vor allem Öl. Der Wagen verliert sehr viel."

"Kein Problem, Sir." Der Alte ließ den Zapfhahn in die Tanköffnung gleiten und ging in eine alte Baracke, die wohl als Werkstatt diente. Wenige Augenblicke später kam er mit einer Ölflasche zurück und ließ sie schwarze Flüssigkeit vollständig in den Stutzen laufen.

"Das macht acht Pfund." Graham zog seine Geldbörse heraus und entnahm eine Zehn-Pfund-Note. "Sagen Sie, gibt es hier im Ort ein Motel? Ich muss erst morgen früh nach weiterfahren."

Die Miene des alten Mannes verdunkelte sich. "Es ist besser, wenn Sie den Ort so schnell wie möglich verlassen. Es ist für Fremde nicht ratsam, heute Nacht in Bridport zu sein."

"Was ist denn heute Nacht?"

"Sie kommen! Alle sieben Jahre kommen die Gezeiten, um sich ein Opfer zu holen."

Graham glaubte, dass der Alte ihm einen Bären aufbinden wollte.

"Die drei Seelenlosen der Gezeiten kommen alle sieben Jahre. Sie sind auf der Suche nach einem Opfer, dass sie mit ins Meer nehmen können." Graham war sich nun ganz sicher, dass der Alte ihm mit seiner Geschichte einen Schrecken einjagen wollte. "Wenn die drei Seelenlosen kommen, werde ich schon mit ihnen fertig!" Er grinste den Tankwart an, drückte ihm den Geldschein in die Hand und stieg in seinen Wagen.

Der Tankwart sah, wie der Rover die Tankstelle verließ. Hoffentlich fuhr der Narr weiter. Er konnte die Reaktion des Mannes durchaus verstehen. Jetzt musste er sich aber beeilen. Die Dämmerung setzte ein und er musste vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause sein.

In der Tiefe des Meeres lauerten sie auf ihre große Stunde. Die Zeit des Wartens war fast vorbei. Langsam wurde das Meer unruhig. Sämtliches Leben war verschwunden. Die Prophezeiung würde sich wieder erfüllen.

Sieben Jahre waren wieder einmal vergangen. Vor über hundert Jahren war ein Piratenschiff gesunken. Die Besatzung hatte e

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