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Gesandte des Zwielichts von Adrian, Lara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.01.2012
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Gesandte des Zwielichts

Ein Rächer geht um, der schon zahllose Vampire getötet hat. Auch Claire gerät in einen Hinterhalt, ein feuriges Inferno tötet ihre Beschützer. Aus der Asche tritt ein Vampirkrieger hervor, den Claire nur zu gut kennt: Andreas Reichen, ihr einstiger Geliebter. Sein unstillbarer Hass gilt Claires neuem Gefährten Wilhelm Roth. Claire gerät zwischen die Fronten eines erbarmungslosen Kampfes und spürt schon bald, dass ihre alte Leidenschaft für Andreas aufs Neue erwacht ...

Der sechste Band der erfolgreichen Vampirsaga 'Midnight Breed' von Bestseller-Autorin Lara Adrian!

Lara Adrian lebt mit ihrem Mann an der Küste Neuenglands, umgeben von uralten Friedhöfen und dem Atlantik. Seit ihrer Kindheit hegt sie eine besondere Vorliebe für Vampirromane, zu ihren Lieblingsautoren zählen Bram Stoker und Anne Rice.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 12.01.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783802588556
    Verlag: LYX
    Serie: Midnight Breed Bd.6
    Originaltitel: Ashes of Midnight
    Größe: 683 kBytes
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Gesandte des Zwielichts

1

Berlin, Deutschland

Der Vampir hatte keine Ahnung, dass im Dunkel der Tod auf ihn lauerte.

In seiner Gier war er mit all seinen Sinnen völlig auf die halb nackte Rothaarige in seinen Armen konzentriert, die ihn mit kaum gezügelter Lust betatschte. Zu fiebrig, um zu bemerken, dass sie in seinem Schlafzimmer im Dunklen Hafen nicht allein waren, öffnete er mit einem mentalen Befehl die geschnitzten Türflügel und führte seine willige, keuchende Beute hinein. Die Frau schwankte auf ihren hohen Absätzen, sie entwand sich ihm lachend und drohte ihm mit dem Finger.

"Hans, du hass mir zzu viel Schampuss eingeflößt", nuschelte sie und stolperte in den dunklen Raum. "Mir iss ganz komisch."

"Das geht vorbei." Auch der deutsche Vampir klang undeutlich, wenn auch nicht vom Alkohol berauscht wie seine arglose amerikanische Gefährtin. Seine Fangzähne füllten ihm den Mund aus, Speichel überflutete seine Zunge in Vorfreude auf Nahrung.

Er folgte ihr mit bedächtigen Bewegungen, schloss die Tür hinter sich und schlich auf sie zu. Seine Augen glühten, transformierten sich von ihrer natürlichen Farbe zu etwas Jenseitigem. Obwohl die junge Frau die Veränderung, die er durchmachte, gar nicht zu bemerken schien, hielt der Vampir seinen Kopf gesenkt, während er sich ihr näherte, bemüht, die verräterische Hitze seines blutdurstigen Blicks zu verbergen. Außer dem verdeckten bernsteinfarbenen Glühen seiner Augen und dem schwachen Glanz der Sterne auf der anderen Seite der hohen Fenster, die auf das Privatgrundstück des Dunklen Hafens blickten, gab es kein Licht im Raum. Aber als Stammesvampir sah er auch ohne Licht.

Genau wie der andere, der gekommen war, um ihn zu töten.

Aus den Schatten auf der anderen Seite des großen Raumes beobachteten dunkle Augen, wie der Vampir seine Blutwirtin von hinten packte und zur Sache kam. Als die erste kupfrige Duftwolke aus der geöffneten menschlichen Ader drang, schossen die Fänge des Beobachters reflexartig aus seinem Zahnfleisch. Auch er war ausgehungert, mehr, als er zugeben wollte, aber er war zu einem höheren Zweck hierhergekommen, als seine eigenen Grundbedürfnisse zu befriedigen.

Was er wollte, war Rache.

Gerechtigkeit.

Diese Mission war es, die Andreas Reichens Füße wie angewurzelt auf dem Boden hielt, während der andere Vampir am anderen Ende des Raumes in blinder Gier trank. Er wartete, geduldete sich nur, weil er wusste, dass der Tod dieses Mannes ihn der Erfüllung des Schwurs einen Schritt näher bringen würde, den er vor etwa zwölf Wochen geleistet hatt e ... in der Nacht, als seine Welt in Trümmer und Asche zerfallen war.

Reichens Selbstbeherrschung war hauchdünn. Innerlich tobte er von der Hitze seiner Wut. Seine Knochen fühlten sich unter seiner Haut an wie heiße Eisenstangen. Sein Blut rauschte durch seinen Körper wie flüssiges Feuer, das ihn vom Scheitel bis zur Sohle versengte. Jeder Muskel, jede Zelle in ihm schrie mit einer Wildheit nach Vergeltung, die an nukleare Kernschmelze grenzte.

Nicht hier, warnte er sich. Nicht so.

Wenn er jetzt seiner Wut nachgab, würde er einen hohen Preis dafür zahlen, und bei Gott, das war dieser Hundesohn nicht wert.

Reichen hielt diesen explosiven Teil seines Selbst in Schach, aber die Anstrengung kam einen Sekundenbruchteil zu spät. Das Feuer, das bereits in ihm anschwoll, brannte durch seine hauchdünne Selbstbeherrschun g ...

Der andere Vampir hob abrupt den Kopf vom Hals der Frau. Er atmete scharf durch die Nase ein, dann grunzte er animalisc h ... beunruhigt. "Da ist wer."

"Was sagst du?", murmelte sie, immer noch benommen von seinem Biss. Er verschloss ihre Wunde mit seiner Zunge und stieß sie von sich. Sie stolperte nach vorn, stieß dabei leise ein paar deftige Flüche aus. Sobald ihr träger Blick auf Reichen traf, entfuhr ihr ein gellender Schrei. "Oh mein Gott!"

Reich

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