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Geschöpf der Finsternis von Adrian, Lara (eBook)

  • Erschienen: 12.01.2012
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Geschöpf der Finsternis

Mit einem Dolch in der Hand durchstreift Elise Chase die Straßen von Boston, um Rache an den Vampiren zu nehmen. Ihre übersinnlichen Kräfte helfen ihr, die Beute aufspüren, doch diese Gabe ist nicht ungefährlich. Als Lehrmeister hat sie sich ausgerechnet Tegan ausgesucht, den tödlichsten aller Vampirkrieger ...

Der dritte Roman der begeistert aufgenommenen Romantic Fantasy-Serie 'Midnight Breed' von Bestseller-Autorin Lara Adrian.

'Tauchen Sie ein in Lara Adrians Welt der Vampire und lassen Sie sich verzaubern!' J. R. Ward

Lara Adrian lebt mit ihrem Mann in Neuengland. Seit ihrer Kindheit hegt sie eine besondere Vorliebe für Vampirromane. Zu ihren Lieblingsautoren zählen Bram Stoker und Anne Rice.

Produktinformationen

    Größe: 650kBytes
    Reihe (Teil): Midnight Breed Series Bd.3
    Herausgeber: LYX
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 416
    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    ISBN: 9783802588525
    Erschienen: 12.01.2012
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Geschöpf der Finsternis

1

Unerkannt bewegte sie sich unter ihnen, nur eine von vielen Pendlerinnen im nachmittäglichen Berufsverkehr, die im frisch gefallenen Februarschnee auf den Bahnhof zutrottete. Niemand schenkte der zierlichen Frau in dem übergroßen Kapuzenanorak, deren Gesicht bis knapp unter die Augen von ihrem Schal verdeckt war, die geringste Beachtung. Sie beobachtete die Fußgängermassen mit regem Interesse. Zu auffällig, das wusste sie, aber daran konnte sie nichts ändern.

Sie fühlte sich unter all den Menschen unwohl und war voller Ungeduld, ihre Beute zu finden.

In ihrem Kopf dröhnte der hämmernde Rhythmus von Rockmusik, die aus den winzigen Kopfhörern eines tragbaren MP3-Players drang. Er gehörte nicht ihr. Er hatte Camden gehört, ihrem achtzehnjährigen Sohn. Ihrem geliebten Cam, der erst seit vier Monaten tot war, ein weiteres Opfer des Unterweltkrieges, in den nun auch Elise aktiv eingegriffen hatte. Camden war der Grund, warum sie nun hier war und durch die überfüllten Straßen von Boston zog, einen Dolch in der Jackentasche und eine weitere titanbeschichtete Klinge in einer Scheide um den Oberschenkel geschnallt.

Mehr denn je war Camden der Grund, warum sie noch lebte.

Sein Tod durfte nicht ungerächt bleiben.

Elise überquerte einen Fußgängerüberweg und ging die Straße hoch, auf den Bahnhof zu. Im Vorübergehen konnte sie die Leute reden sehen. Ihre Lippen bewegten sich stumm, ihre Wort e - und viel wichtiger noch, ihre Gedanke n - gingen in den aggressiven Texten, kreischenden E-Gitarren und dem pulsierenden Wummern der Bässe, die in ihren Ohren dröhnten und in ihren Knochen vibrierten, unter. Was sie da eigentlich hörte, wusste sie nicht genau, aber das war nebensächlich. Alles, was sie brauchte, war der Lärm. Laut genug und lang genug, um sich in seinem Schutz für ihren Jagdzug in Stellung zu bringen.

Sie betrat das Bahnhofsgebäude, nur eine Person unter vielen im endlosen Fluss der Menge. Das grelle Licht der Neonröhren an der Decke drang nur mühsam bis zu ihren Köpfen hinunter, die Gerüche von Straßendreck, Feuchtigkeit und zu vielen Körpern attackierten durch den Schal hindurch ihre Nase. Elise ließ sich weiter hineintragen und blieb dann in der Mitte des Bahnhofsgebäudes stehen. Prompt teilte sich die wogende Menge um sie, Leute rempelten sie an, die es eilig hatten, zum Zug zu kommen. Im Vorbeigehen starrten sie etliche Passanten wütend an, ihren Mundbewegungen nach riefen sie ihr Obszönitäten zu, weil sie mitten im Weg einfach stehen blieb.

Gott, wie sie es hasste, diesen Menschenmassen so unmittelbar ausgesetzt zu sein. Aber es ging eben nicht anders. Sie nahm einen tiefen Atemzug, um sich zu wappnen. Dann griff sie in die Anoraktasche und stellte die Musik ab. Wie eine Welle überrollte sie die tosende Geräuschkulisse des Bahnhofs, überflutete sie mit dem Lärm von Stimmen, schlurfenden Füßen, Verkehrsgeräuschen, die von der Straße hereinsickerten, und dem metallischen Quietschen und Dröhnen der einfahrenden Züge. Aber all diese Geräusche waren nichts im Vergleich zu den anderen, die jetzt über sie hereinbrachen.

Wüste, boshafte Gedanken, dunkle Absichten, geheime Sünden, offener Has s - all das peitschte heran und ballte sich um sie wie ein schwarzer Sturm; ein ungeheurer Schwall menschlicher Verdorbenheit prasselte auf ihre Sinne ein. Wie immer brachte dieser erste wuchtige Ansturm sie aus dem Gleichgewicht. Schwankend kämpfte Elise gegen das Schwindelgefühl an, das in ihr aufstieg, und nahm dann all ihre Kraft zusammen, um diesem übersinnlichen Angriff standhalten zu können.

So eine Schlampe, ich hoffe die schmeißen sie hochkant rau s -

Verdammte Hinterwäldler, die sich Touristen schimpfen, wieso gehen die nicht dahin zurück, wo sie hingehöre n -

Idiot! Geh mir bloß aus dem Weg, oder ich schlag dich unangespitzt in den Bode

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