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Gestohlene Erinnerung Roman von Crouch, Blake (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2020
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Gestohlene Erinnerung

Der New Yorker Detective Barry Sutton steht vor einem Rätsel: Ein geheimnisvolles Phänomen quält die Menschen mit falschen Erinnerungen und treibt sie damit in den Tod. Auch die Hirnforscherin Helena Smith weiß schon lange um die Macht der Erinnerung. Um diese zu bewahren, entwickelte sie eine Technologie, die uns unsere kostbarsten Momente noch einmal erleben lässt: den ersten Kuss, die Geburt eines Kindes. Doch nun bedroht ihre Erfindung das Schicksal der Menschheit. Im Kampf gegen einen übermächtigen Gegner versuchen Helena und Barry, eine Katastrophe zu verhindern - aber auch auf die Wirklichkeit ist bald kein Verlass mehr ... Blake Crouch hat sich bereits als erfolgreicher Autor von Kurzgeschichten und Spannungsromanen einen Namen gemacht. Seine Wayward-Pines-Trilogie wurde zudem mit verschiedenen Hollywoodstars als TV-Serie verfilmt. Der große internationale Durchbruch gelang ihm dann mit dem Roman "Dark Matter. Der Zeitenläufer", der auf Anhieb zum Bestseller und in zahlreiche Länder verkauft wurde. Blake Crouch lebt mit seiner Familie in Colorado.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 01.03.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641253486
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Recursion
    Größe: 2538 kBytes
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Gestohlene Erinnerung

BARRY

2. November 2018

Barry Sutton hält in der Feuerwehrzufahrt am Haupteingang des Poe Buildings. Einem Art-déco-Hochhaus, das im Schein der Fassadenbeleuchtung weiß strahlt. Er steigt aus seinem Crown Vic, läuft quer über den Gehweg und stürmt durch die Drehtür in die Lobby.

Der Nachtwächter steht vor der Reihe der Aufzüge und hält ihm eine Tür auf. Barry eilt auf ihn zu, und seine Schritte hallen über den Marmorboden.

"Welcher Stock?", fragt Barry, als er den Aufzug betritt.

"Einundvierzig. Wenn Sie oben ankommen, gehen Sie nach rechts und den ganzen Korridor entlang."

"Gleich treffen noch mehr Polizisten ein. Sagen Sie denen, sie sollen sich zurückhalten, bis ein Signal von mir kommt."

Der Aufzug saust in einem Tempo nach oben, das man bei dem Alter des Gebäudes nicht erwartet hätte, und nach ein paar Sekunden knackt es in Barrys Ohren. Als die Tür sich schließlich öffnet, sieht er das Schild einer Anwaltskanzlei vor sich. Hier und da brennt Licht, aber der Korridor liegt zum großen Teil im Dunkeln. Er läuft über den Teppichboden, vorbei an stillen Büros, einem Besprechungsraum, einem Pausenraum, einer Bibliothek. Der Korridor endet an einem Empfangsbereich, der zum größten Büro gehört.

Im Dämmerlicht verschwimmen die Farben aller Details in Grautönen. Ein ausladender Mahagonischreibtisch, begraben unter Akten und Unterlagen. Ein runder Tisch, bedeckt von Notizblöcken und Bechern mit kaltem, bitter riechendem Kaffee. Eine Bar mit Spülbecken, gut bestückt mit Flaschen von teuer aussehendem Scotch. Ein beleuchtetes Aquarium mit einem kleinen Hai und mehreren tropischen Fischen summt am anderen Ende des Raums.

Als Barry sich der Glastür nähert, schaltet er sein Telefon stumm und zieht sich die Schuhe aus. Er greift nach dem Türknauf, öffnet behutsam die Tür und schlüpft hinaus auf die Terrasse.

Die Wolkenkratzer der Upper East Side schimmern wie mystische Bauten durch die Nebelschleier. Der Lärm der Stadt ist laut und nah - Autohupen hallen zwischen den Gebäuden wider, und in der Ferne rasen Krankenwagen zu irgendwelchen anderen Tragödien. Die Spitze des Poe Buildings ragt keine fünfzehn Meter über ihm auf - eine Krone aus Glas und Stahl und gotischem Mauerwerk.

Die Frau sitzt neben einem verwitterten Wasserspeier mit dem Rücken zu Barry auf der Brüstung und lässt die Füße über die Kante baumeln.

Er schiebt sich näher heran, es sind etwa fünf Meter Entfernung zwischen ihm und ihr, und die nassen Bodenplatten durchfeuchten seine Socken. Wenn er nah genug herankommen kann, ohne dass sie ihn bemerkt, wird er sie von der Kante zurückreißen, ehe sie weiß, was ...

"Ich kann Ihr Rasierwasser riechen", sagt sie, ohne sich umzudrehen.

Er bleibt stehen.

Jetzt schaut sie sich um und sagt: "Noch ein Schritt, und ich bin weg."

Im matten Licht ist es schwer zu sagen, aber sie scheint um die vierzig zu sein. Sie trägt einen dunklen Blazer und einen dazu passenden Rock, und anscheinend sitzt sie schon eine ganze Weile hier draußen, denn ihr Haar klebt feucht vom Nebel an ihrem Kopf.

"Wer sind Sie?", fragt sie.

"Barry Sutton. Ich bin Detective beim Raubdezernat des NYPD."

"Die schicken jemanden vom Raub...?"

"Ich war zufällig in der Nähe. Wie heißen Sie?"

"Ann Voss Peters."

"Darf ich Sie Ann nennen?"

"Natürlich."

"Gibt es jemanden, den ich für Sie anrufen kann?"

Sie schüttelt den Kopf.

"Ich gehe hier zur Seite, damit Sie sich nicht den Hals verrenken, wenn Sie mich ansehen."

Barry entfernt sich in einen Winkel, der ihn ebenfalls an den Rand der Terrasse bringt, zweieinhalb Meter weit neben ihr. Er wirft einen Blick über die Kante, und seine Eingeweide krampfen sich zusammen.

"Okay, lassen Sie hören", sagt sie.

"Wie bitte?"

"Sind sie nicht hier, um es mir auszureden? Tun Sie Ihr Bestes."

Er hat

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