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Graveminder Roman von Marr, Melissa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2015
  • Verlag: Fahrenheit
eBook (ePUB)
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Graveminder

Jede Generation hat ihre eigene Totenwächterin. Bei Beerdigungen spricht sie die magischen Worte über dem frischen Grab: "Drei Schlucke, um sie zu bannen. Nicht mehr und nicht weniger." Doch was geschieht, wenn es kein Grab gibt? Wenn die Tote ein junges Mädchen ist, das auf grausame Weise ermordet wurde und nun auferstanden ist, um Rache zu nehmen? Für Rebekkah, Graveminder des idyllischen Claysville, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Sie muss ihre Stadt vor der hungrigen Toten schützen. Und nur Byron, ihre große Liebe, steht ihr bei ... "Dieses Buch macht süchtig." Examiner

Melissa Marr hat Literatur studiert und unterrichtete an verschiedenen Colleges. Berühmt wurde sie als Autorin für Jugendbücher und trug zu zahlreichen Fantasy-Anthologien bei. Mit ihrem Roman "Graveminder" schrieb sie erstmals einen Roman für Erwachsene, gefolgt von "Arrivals. Fürchte die Unsterblichkeit". Melissa Marr lebt in Virginia.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 13.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492982184
    Verlag: Fahrenheit
    Größe: 1194kBytes
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Graveminder

William schob sein Telefon so weit wie möglich über den Schreibtisch. "Sie ist unterwegs. Du hättest sie auch anrufen können. Du hättest es wirklich tun sollen."

"Nein." Byron saß neben dem Schreibtisch seines Vaters und betrachtete das Blatt mit Rebekkahs durchgestrichenen Nummern. Manche zeigten Maylenes Handschrift, andere die von Rebekkah. Sie war noch schlimmer, als er gewesen war. Das heißt aber nicht, dass ich mich überschlagen muss, um ihr beizustehen, dachte er. Er hatte nicht vor, gemein zu ihr zu sein - das konnte er gar nicht. Aber er würde ihr nicht nachlaufen, um sich erneut eine Abfuhr zu holen.

"Julia kommt nicht. Nicht einmal aus einem solchen Anlass ist sie bereit, nach Claysville zurückzukehren." William musterte Byron eindringlich. "Rebekkah wird dich brauchen."

Er hielt dem Blick seines Vaters stand. "Ich bin trotz allem für sie da. Das weißt du - und Rebekkah auch."

William nickte. "Du bist ein guter Mensch."

Bei diesen Worten schlug Byron die Augen nieder. Er fühlte sich nicht wie ein guter Mensch. Er war des Versuchs überdrüssig, ein Leben ohne Rebekkah zu führen - und vollkommen außerstande, mit ihr zu leben. Weil sie die Vergangenheit nicht loslassen kann, dachte er. Byrons Wunsch, für Rebekkah da zu sein, rang mit den Erinnerungen an ihr letztes Gespräch. Sie hatten auf der Straße vor einer Bar in Chicago gestanden, und Rebekkah hatte ihm unmissverständlich klargemacht, dass in ihrem Leben für ihn kein Platz war. Niemals, Byron. Begreifst du es denn nicht? Ich werde niemals diese Frau sein, weder für dich noch für einen anderen , hatte sie halb geschluchzt und halb geschrien. Und vor allem nicht für dich. Als er am nächsten Morgen aufgewacht war, hatte er gewusst, dass sie wieder fort war. Sie war schon so oft verschwunden, während er schlief, dass er immer verblüfft war, wenn sie morgens noch neben ihm lag.

William stand von seinem Schreibtisch auf. Kurz klopfte er Byron auf die Schulter und ging zur Tür.

Vielleicht wollte Byron nur dem Thema ausweichen, über das er nicht nachdenken mochte, aber darüber sprechen mussten sie trotzdem. "Rebekkah hat nur ein paar Jahre lang in Claysville gelebt", begann er, "und sie hat seit neun Jahren nicht mehr hier gewohnt." Er hielt inne und wartete, bis sein Vater ihn ansah. "Sie wird ebenfalls Fragen haben", schloss er dann.

So leicht gab William jedoch nicht nach. Er nickte nur. "Ich weiß", erklärte er. "Rebekkah wird erfahren, was sie wissen muss, wenn es so weit ist. Maylene hat ihre Wünsche ganz deutlich zum Ausdruck gebracht. Sie hat ihre Angelegenheiten gut geregelt."

"Und Maylenes Pläne ... Befinden die sich alle in ihrer nicht vorhandenen Akte? Ich habe nachgesehen, musst du wissen. Sie hatte hier ein Büro, aber es gibt keine Papiere über sie. Keine Grabstätte. Keine Vorauszahlung. Nichts." Byron sprach in gleichmütigem Ton, aber es kam ihm vor, als müsse die Verbitterung sich Bahn brechen, die er seit Jahren angesichts dieser unbeantworteten Fragen empfand. "Wenn ich ein gleichwertiger Partner im Bestattungsinstitut sein soll, solltest du irgendwann in näherer Zukunft aufhören, Geheimnisse vor mir zu haben."

"Heute musst du nur wissen, dass Maylene keine Akte brauchte. Die Barrow-Frauen zahlen keine Gebühren, Byron. Wir pflegen Traditionen in Claysville." William wandte sich ab und ging. Der weiche graue Teppichboden, mit dem die Gänge ausgelegt waren, dämpften seine Schritte.

"Ja, sicher", murmelte Byron. "Traditionen."

Diese Ausrede hatte ihre Wirkung auf Byron schon verloren, bevor er Claysville am Tag nach seinem Highschoolabschluss verlassen hatte, und in den acht Jahren, die seitdem vergangen waren, war es Byron nicht leichter geworden, sie zu akzeptieren. Wenn überhaupt, dann verstärkte sich sein Unmut angesichts dieser ergebnislosen Diskussionen eher noch. Die besagten Traditionen waren mehr als Kleinstadtschrul

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