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Hiobs Stern von Franke, Herbert W. (eBook)

  • Erschienen: 21.07.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Hiobs Stern

Nichts als Schachfiguren

Tausend Jahre in der Zukunft sind die Menschen zu den Sternen aufgebrochen. Sie überfluten die Galaxis und machen sich fremde Welten rücksichtslos untertan, gelenkt von den Multis, die die Regierungen abgelöst und alles in Handelszonen aufgeteilt haben. Nur einer stellt sich gegen das System, notfalls mit Gewalt: Hiob. Der Agent Jonas fängt im Auftrag der Verwaltung den Dissidenten ein. Auf dem Weg zur Erde stellt Jonas nach und nach fest, dass er und Hiob nicht so verschieden sind, wie er dachte. Als er erkennt, dass sie beide nichts weiter sind als Schachfiguren im Spiel der Mächtigen, macht Jonas sich auf die Suche nach Hiobs Stern ...

Herbert W. Franke, 1927 in Wien geboren, promovierte in Physik und war bis 1956 für Siemens tätig, bevor er sich dem Schreiben und seiner universitären Karriere widmete. Seit den Siebzigerjahren hatte er immer wieder Lehraufträge, unter anderem zur Computergrafik/Computerkunst. Neben Sachbuchpublikationen ist Franke vor allem für seine Science-Fiction-Romane bekannt, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Der Autor lebt und arbeitet südlich von München.

Produktinformationen

    Größe: 376kBytes
    Herausgeber: Heyne
    Untertitel: Roman
    Sprache: Deutsch
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783641145828
    Erschienen: 21.07.2014
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Hiobs Stern

Jonas wurde erst geweckt, als sich das Raumschiff schon auf dem Anflug befand. Während des Bremsmanövers umkreisten sie mehrfach den Planeten, und somit blieb Zeit genug, um die Nachwirkungen des Kälteschlafs zu überwinden.

Das Schiff flog automatisch, es gab keinen Grund, auch nur einen Menschen mehr auf die lange Reise zu schicken, als unbedingt nötig war. So bemühte sich ein Sanitätsroboter um ihn. Ein Diagnoseautomat nahm ununterbrochen Daten auf, und der Roboter hatte auf deren Basis ein Trainingsprogramm entworfen.

Zehn Minuten Lockerungsübungen, dann wurde Jonas von sanften Händen massiert. Man hatte dem Roboter weibliche Züge gegeben und die Stimme einer Frau.

"Fühlst du dich wohl? Hast du Appetit?"

Jonas spürte noch ein wenig von jener leichten Übelkeit, die nach längeren Schlafperioden auftritt und die ihm gut bekannt war. Vorderhand hatte er keine Lust zu essen.

"Ich brauche eine kleine Pause", sagte er und löste die Riemen, mit denen er auf dem Lager angeschnallt war. An den Haltegriffen zog er sich zum Fenster, durch das er auf den Planeten hinunterblicken konnte. Es war ein grüngrauer Ball, von Dunst eingehüllt. Sonst war nichts zu erkennen. Weitaus aufschlussreicher war der Blick auf den zentralen Monitor, der die Bilder der optischen Sensoren wiedergab. Die projektive Achse befand sich in langsamer Bewegung, einmal tastete sie den Rand des Himmelskörpers ab, dann bewegte sie sich in Zickzacklinien über seine Oberfläche. Jonas sah, dass das Terraforming in vollem Gang war. Eine ganze Reihe von Raumstationen hing über dem Äquator. Von ihnen gingen kegelförmig gebündelte Plasmastrahlen aus, die im Vakuum unsichtbar blieben und sich erst weiter unten, im Dunst, als diffuse, leuchtende Ovale abzeichneten. Es war die wirksamste Art, Molekülverbände in ihre Bestandteile zu zerlegen oder, mit anderen Worten, wuchernde Vegetation abzutöten, Landstriche zu roden, Boden urbar zu machen. Es waren jene Vorgänge, die der Besiedelung vorangingen, Bestandteile jener Technologie, mit denen der Mensch schon Dutzende von fremden Welten seinen Bedingungen angepasst hatte.

Jonas legte sich wieder aufs Bett, und die geschmeidigen Finger des Roboters schlossen die Riemen. Er bekam ein Gewicht in die Hand, es war an zwei Stangen befestigt und ließ sich in weitem Bogen hin- und herschwingen. Es war nicht die Schwerkraft, die dabei zu überwinden war, sondern der Widerstand der Trägheit, doch für die Muskeln, die ihre Kraft wiedergewinnen sollten, war es gleichgültig. Jetzt widmete sich Jonas dieser Arbeit eifrig, fast verbissen, und es war der Roboter, der ihn ein paar Minuten später stoppte.

Nach einigen Minuten saß er auf einem mit Klettstoff versehenen Sitz und saugte warme, süße Flüssigkeit aus einer Plastikflasche. Dazu gab es mit Kondensmilch befeuchteten Zwieback – zur Vermeidung von Krümeln, die sich, erst einmal in der Luft verteilt, nur schwer wieder entfernen ließen. Es war ein Mini-Raumschiff für Kleintransporte, eigentlich eher für Lasten als für Menschen; man hatte auf alle jene Annehmlichkeiten verzichtet, die für die großen Passagierschiffe selbstverständlich waren: künstliche Schwerkraft, rascher Luftaustausch, bequemes Mobiliar.

Jonas machte es nichts aus. Für ihn kam es darauf an, seine Aufgabe zu erfüllen. Als Mitglied der CORE-Truppe war er direkt der Verwaltung unterstellt und unabhängig von Miliz und Werkschutz. Er wurde gut bezahlt, und das war sicher auch ein Grund dafür, dass er diesen Job angenommen hatte. Darüber hinaus aber war er sich auch der Wichtigkeit seiner Tätigkeit bewusst, ging es doch um die Bekämpfung jener nicht alltäglichen Ver

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