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Ice - Hüter des Nordens von Durst, Sarah B. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.02.2012
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Ice - Hüter des Nordens

Die junge Cassie lebt mit ihrem Vater auf einer Forschungsstation in der Arktis. Ihre Mutter ist angeblich bei ihrer Geburt gestorben, doch Cassie wächst mit rätselhaften Geschichten über ihren Tod auf. Kurz vor Cassies achtzehntem Geburtstag kommt es zu einer merkwürdigen Begebenheit: Cassie trifft auf einen Eisbären, der zu ihr spricht und ihr berichtet, dass die alten Legenden wahr sind. Ihre Mutter ist noch am Leben und wird in der Festung der Trolle gefangen gehalten. Doch um sie zu befreien, muss Cassie den Eisbären heiraten, der sich des Nachts in einen Menschen verwandelt. Zwischen Cassie und dem magischen Wesen entwickelt sich eine zarte Liebe, die jedoch von einem geheimnisvollen Fluch bedroht wird ... Sarah Beth Durst wurde in Massachusetts geboren. Sie hat an der Princeton University Englisch studiert und begann danach eine Karriere als Jugendbuchautorin. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern in New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 09.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783802587412
    Verlag: LYX
    Originaltitel: Ice
    Größe: 825 kBytes
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Ice - Hüter des Nordens

Kapitel Eins

Vor langer, langer Zeit, da lebte in einem Land

hoch im Norden eine liebliche Jungfrau ...

Geografische Breite: 72° 13 ' 30 " N

Geografische Länge: 152° 06 ' 52 " W

Höhe: 1 m

Cassie schaltete den Motor ihres Schneemobils aus.

Vollkommene Stille, ihr Lieblingsgeräusch. Eiskristalle tanzten in der arktischen Luft, glitzerten im Licht der frühen Morgendämmerung wie Diamantstaub. Ein Lächeln erschien unter der eisverkrusteten Gesichtsmaske. Cassie liebte das: nur sie, das Eis und der Bär.

"Nicht bewegen", flüsterte sie zu dem Eisbären hinüber.

Ohne den Blick abzuwenden, griff sie nach hinten und hakte das Gewehr los. Der Bär stand reglos da, wie eine Statue aus Marmor. Ohne das Tier auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen, lud Cassie die Waffe mit einem Betäubungspfeil, rein nach Gefühl. Weiß auf Weiß in einem Alkoven aus Eis sah er aus wie ein König auf seinem Thron. Einen Augenblick lang war Cassie, als könnte sie die Stimme von Gram hören, ihrer Großmutter, wie sie die Geschichte vom König der Eisbären erzählte ... Sie hatte sie nicht mehr gehört seit jenem Tag, an dem Gram die Forschungsstation verlassen hatte, doch Cassie erinnerte sich immer noch an jedes einzelne Wort. Sie hatte damals geglaubt, die Erzählung sei wahr.

Als kleines Mädchen hatte Cassie vor der arktischen Forschungsstation ihres Vaters unzählige Rettungsmissionen geprobt. Sie häufte alte Teile von Schneemobilen und kaputte Stromaggregate übereinander, um die Festung der Trolle nachzubauen.Dann kletterte sie die "Festungsmauern" hinauf und fesselte die "Trolle" (mit Kissen ausgestopfte alte Kleidungsstücke) mit Hilfe von Kletterseilen. Einmal hatte ihr Vater sie mit angeschnallten Skiern auf dem Dach der Station erwischt, bereit, auf ihnen bis hinter das Ende der Welt zu laufen, um ihre Mutter zu retten. Er nahm ihr die Skier weg und verbot Gram, die Geschichte jemals wieder zu erzählen. Doch das hatte Cassie nicht aufgehalten. Im Gegenteil. Wenn ihr Vater unterwegs war, flehte sie Gram ganz einfach an, die Geschichte zu erzählen. Und sie erfand ein neues Spiel, in dem ein Segel aus Zeltleinwand und ein ausrangierter Schlitten die Hauptrollen spielten. Selbst als sie bereits die Wahrheit kannte - Großmutters Geschichte sollte ihr auf nette Art und Weise begreiflich machen, dass ihre Mutter gestorben war -, hatte sie diese Spiele weiter gespielt.

Spiele brauche ich jetzt nicht mehr, dachte Cassie und grinste. Sie ließ die Spritze einrasten und hob das Gewehr an die Schulter. Und dieser Bär, so dachte sie, brauchte keine Gutenachtgeschichte. Er wirkte auch so überaus prachtvoll, war so vollkommen wie ein Bild aus einem Lehrbuch: cremefarben, muskulös und ohne jede Narbe. Wenn ihre Schätzung stimmte, war er der größte jemals gesichtete Eisbär. Und sie hatte ihn gefunden.

Als Cassie den Hahn des Betäubungsgewehrs spannte, drehte der Bär den Kopf und blickte direkt in ihre Richtung. Sie hielt den Atem an und erstarrte. Wind pfiff über das Eis und wirbelte losen Schnee zwischen ihr und ihm auf. Sie hörte ihr Herz so laut in den eigenen Ohren pochen, dass sie fast glaubte, er könne es auch hören. Das war es - das Ende der Verfolgungsjagd. Als sie aufgebrochen war, hatte Polarlicht am Himmel getanzt. In seinem Leuchten hatte sie die Spuren des Bären drei Meilen von der Station Richtung Norden verfolgt. Lockeres Meereis hatte sich gegen die Küste gedrängt, doch sie war darüber hinweg und hinaus aufs Packeis gefahren. Bis hier herauf, zu einem Block wirr aufgetürmter Eisblöcke, die wie eine Bergkette en miniature aussahen, hatte sie ihn verfolgt. Sie hatte keine Ahnung, wie es ihm gelungen war, ihr während der ganzen Jagd so weit vorauszubleiben. Die höchste Geschwindigkeit, die ein erwachsener männlicher Eisbär erreichen konnte, lag bei

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